Ertrag (Rendite): Definition, Risiko & Anlagearten verständlich erklärt

Ertrag (Rendite): Verständliche Erklärung zu Renditen, Risiken & Anlagearten — von sicheren Staatsanleihen bis zu Hochrisiko-Junk Bonds. Tipps für inflationsbereinigte Anlagen.

Autor: Leandro Alegsa

In der Ökonomie bezeichnet der Ertrag (oft synonym mit Rendite verwendet) das Geld, das ein Anleger regelmäßig für das Zurverfügungstellen seines Geldes erhält — zum Beispiel Zinszahlungen bei Anleihen oder Dividenden bei Aktien. Bei vielen festverzinslichen Anlagen sind diese Zahlungen vertraglich geregelt und damit vergleichsweise planbar; im Gegensatz zu einer Unternehmensdividende, die vom Gewinn und der Entscheidung des Vorstands abhängt, sind Zinszahlungen einer Emission oft vorhersehbarer. Trotzdem besteht immer ein Ausfallrisiko, etwa bei Konkurs, sodass Sicherheit nie absolut garantiert ist.

Nominal-, Real- und Gesamtrendite — einfache Formeln

Wichtige Unterscheidungen:

  • Nominalrendite: die jährliche Verzinsung in Prozent (z. B. der auf dem Papier angegebene Zinssatz).
  • Realrendite: die Nominalrendite abzüglich der Inflation (grob: Realrendite ≈ Nominalrendite − Inflationsrate). Sie zeigt die Kaufkraftentwicklung.
  • Laufende Rendite (bei Anleihen oder Dividendenpapieren): (jährliche Zahlung / Kaufpreis) × 100%.
  • Gesamtrendite: berücksichtigt alle Zahlungen plus Kursgewinne oder -verluste. Formel: (Endwert + erhaltene Zahlungen − Anfangsinvestition) / Anfangsinvestition × 100%.
  • Yield to Maturity (YTM): interne Verzinsung, die alle künftigen Zahlungen bis zur Fälligkeit mit dem aktuellen Kurs vergleicht.

Rendite und Risiko — die Grundregel

Grundsätzlich besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite: Je risikanter eine Anlage ist, desto höher ist üblicherweise die erwartete Rendite, weil Anleger für das Eingehen zusätzlichen Risikos entschädigt werden wollen. Typische Reihenfolge (von geringem zu hohem Risiko, meist entsprechend niedriger zu höherer Rendite):

  • Staatsanleihen von wirtschaftlich starken Ländern (geringstes Kreditrisiko)
  • langfristige Festgelder oder "garantierte" Produkte
  • Tages- und Spareinlagen (höhere Verfügbarkeit, oft etwas geringere Zinsen als Festgeld je nach Laufzeit)
  • Kommunal- und Unternehmensanleihen
  • Unternehmensanleihen mit schwächerer Bonität und spekulative Papiere: "Junk Bonds" (sehr hohe Renditeerwartung, aber hohes Ausfallrisiko)

Die konkrete Rendite hängt zusätzlich von Laufzeit, Liquidität, Währung und Marktbedingungen ab.

Wichtige Risiken, die Renditen beeinflussen

  • Kreditrisiko: Ausfall oder Insolvenz des Schuldners (z. B. Unternehmens- oder Staateninsolvenz).
  • Zinsänderungsrisiko: Bei steigenden Marktzinsen fallen die Kurse bestehender Anleihen (mit niedrigeren Zinsen).
  • Inflationsrisiko: Nominale Renditen können durch hohe Inflation in realen Verlust umschlagen.
  • Reinvestitionsrisiko: Erhaltene Zahlungen müssen eventuell zu niedrigeren Sätzen wieder angelegt werden.
  • Liquiditätsrisiko: Schwierigkeit, die Anlage schnell zu einem fairen Preis zu verkaufen.
  • Währungsrisiko: Bei Anlagen in Fremdwährungen können Wechselkursschwankungen Renditen beeinflussen.

Praktische Hinweise für Anleger

  • Vergleichen Sie Nominal- und Effektivzins sowie Laufzeit und Gebühren.
  • Berücksichtigen Sie Steuern (z. B. Abgeltungsteuer in Deutschland) und ggf. Kirchensteuer/Soli bei Ihrer Nettorendite.
  • Diversifikation reduziert spezifische Risiken — Streuung über Anlageklassen, Laufzeiten und Emittenten.
  • Bei festverzinslichen Papieren: Achten Sie auf Bonität (Rating), Laufzeit und YTM.
  • Berücksichtigen Sie Ihre Anlageziele und den Zeithorizont: kurzfristige Liquidität vs. langfristiger Vermögensaufbau.

Zusammenfassend ist der Ertrag bzw. die Rendite eine zentrale Kennzahl beim Investieren, die aber immer im Zusammenhang mit den zugrunde liegenden Risiken, der Inflation und individuellen steuerlichen sowie zeitlichen Umständen bewertet werden muss.

Verwandte Seiten

  • Renditen (Wirtschaft)


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