Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, bekannt als Karl-Theodor zu Guttenberg, ist ein deutscher Politiker aus dem Umfeld der CSU. Er wurde am 5. Dezember 1971 in München, Bayern, geboren und entstammt einer alten Adelsfamilie (Freiherr). Er absolvierte ein Studium der Rechts- und Politikwissenschaften und promovierte an der Universität Bayreuth.

Politische Laufbahn

Zu Guttenberg war Mitglied der Christlich-Sozialen Union (CSU) und Abgeordneter des Bundestages. Im Jahr 2009 wurde er Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) und nach etwa acht Monaten, am 28. Oktober 2009, zum Bundesminister der Verteidigung berufen. In diesen Ämtern galt er zunächst als sehr beliebt und profilierte sich als junger, medienwirksamer Politiker mit Reformansätzen in Wirtschafts- und Verteidigungspolitik.

Plagiatsaffäre und Rücktritt

Im Februar 2011 geriet seine Doktorarbeit unter massiven Plagiatsvorwürfen in die öffentliche Diskussion. Recherchen von Journalisten und der Internetplattform VroniPlag sowie weiteren Wissenschaftlern zeigten zahlreiche Stellen mit ungekennzeichneten Übernahmen fremder Texte. In der Folge entzog die Universität Bayreuth ihm den Doktortitel.

Die Affäre hatte gravierende politische Folgen: Er entschied sich, sein Amt als Verteidigungsminister niederzulegen. Der formelle Rücktritt und die Übergabe des Ministeramtes erfolgten Ende Februar/Anfang März 2011; am 3. März 2011 wurde Dr. Thomas de Maizière als neuer Verteidigungsminister vorgestellt. Am selben Tag trat Guttenberg auch als Mitglied des Bundestages zurück.

Folgen und spätere Tätigkeit

Der Fall hatte große Debatten über wissenschaftliche Integrität, die Qualitätssicherung bei Dissertationen und die Bedeutung akademischer Titel in Politik und Öffentlichkeit zur Folge. Nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik zog sich Guttenberg weitgehend aus dem parlamentarischen Alltag zurück und war in der Folge in Beratung, Vorträgen und publizistischen Tätigkeiten aktiv.

Privates

Seine Frau ist Stephanie zu Guttenberg, sie stammt aus der Familie Bismarck. Das Paar hat Kinder. Guttenberg wird häufig in Medienberichten als prominente, medienwirksame Persönlichkeit beschrieben, deren Karriere stark von der Plagiatsaffäre geprägt wurde.

Wichtige Eckdaten (kurz):

  • Geboren: 5. Dezember 1971 in München, Bayern
  • 2009: Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (Link)
  • 28. Oktober 2009: Bundesminister der Verteidigung (Link)
  • Februar/März 2011: Plagiatsvorwürfe, Aberkennung des Doktortitels, Rücktritt; Nachfolger: Dr. Thomas de Maizière
  • Privat: verheiratet mit Stephanie zu Guttenberg (Familie Bismarck)