Mary Fallin (geboren am 9. Dezember 1954) ist eine amerikanische Politikerin. Sie war von 2011 bis 2019 die 27. Gouverneurin des US-Bundesstaates Oklahoma. Bevor sie Gouverneurin wurde, war sie von 2007 bis 2011 als US-Repräsentantin tätig.
Sie ist die zweite Frau, die von Oklahoma aus in den Kongress der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Die erste war Alice Mary Robertson im Jahr 1921. Sie war die erste Republikanerin und die erste Frau, die als Vizegouverneurin von Oklahoma diente. Dieses Amt bekleidete sie von 1995 bis 2007. Sie ist auch die erste Frau, die im Bundesstaat Oklahoma als Gouverneurin diente.
Frühes Leben und Werdegang
Mary Fallin wurde 1954 geboren und begann ihre politische Laufbahn in Oklahoma. Sie ist Mitglied der Republikanischen Partei und arbeitete zunächst auf staatlicher Ebene, bevor sie in Bundesämter gewählt wurde. Ihre frühe politische Arbeit führte sie in verschiedene Ämter des Bundesstaates, wodurch sie sich einen Namen als erfahrene Funktionärin machte.
Politische Laufbahn – Überblick
- Vizegouverneurin von Oklahoma (Lieutenant Governor): 1995–2007 – als erste Frau und erste Republikanerin in diesem Amt.
- Mitglied des US-Repräsentantenhauses: Sie wurde 2006 gewählt und diente von 2007 bis 2011 im Kongress der Vereinigten Staaten.
- Gouverneurin von Oklahoma: Gewählt 2010, Amtszeiten 2011–2015 und 2015–2019 (Wiederwahl 2014). Sie war die erste Frau in diesem Amt in Oklahoma. Nach Ablauf ihrer beiden Amtszeiten schied sie 2019 aus dem Gouverneursamt aus.
Amtszeit als Gouverneurin (2011–2019)
Als Gouverneurin verfolgte Fallin im Kern eine konservative Politik mit Schwerpunkt auf wirtschaftsfreundlichen Maßnahmen, Förderung der Energiewirtschaft und Haushaltsdisziplin. Während ihrer Amtszeit standen jedoch anhaltende Fragen zur Haushaltslage Oklahomas im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Maßnahmen zur Konsolidierung des Staatshaushalts und Sparmaßnahmen führten zu Kritik, insbesondere im Bereich Bildung.
Ein langfristig diskutiertes Thema ihrer Amtszeit war die Finanzierung der öffentlichen Schulen. Kürzungen und Restrukturierungen im Bildungsbereich führten 2018 zu weitreichenden Protesten und einem landesweiten Aufbegehren von Lehrkräften, das landesweit Aufmerksamkeit erregte. Fallin sah sich in dieser Phase starker Kritik von Lehrern, Eltern und Teilen der Bevölkerung gegenüber, wurde aber auch von konservativen Wählern wegen ihrer haushaltspolitischen Linie unterstützt.
Weitere Themen während ihrer Amtszeit waren die Gesundheitspolitik (insbesondere die Ablehnung einer Ausweitung von Medicaid unter dem Affordable Care Act), die Unterstützung der Öl- und Gasindustrie sowie Maßnahmen zur Förderung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen.
Kritik und Kontroversen
- Bildungspolitik und Lehrerproteste 2018: Viele Bürger und Lehrkräfte kritisierten Budgetkürzungen und forderten stärkere Investitionen in Schulen und Lehrergehälter.
- Haushaltspolitik: Entscheidungen über Steuersenkungen und Ausgabenkürzungen wurden teils als Ursache für strukturelle Defizite im Staatshaushalt genannt.
- Gesundheitsversorgung: Die Ablehnung einer Ausweitung von Medicaid war umstritten, da Kritiker negative Folgen für den Zugang zur Gesundheitsversorgung befürchteten.
Wahlergebnisse und Amtsübergabe
Mary Fallin gewann die Gouverneurswahlen 2010 und 2014. Nach zwei Amtszeiten konnte sie 2019 nicht erneut antreten, da die Amtszeitbegrenzung in Oklahoma eine dritte direkte Wiederwahl verhindert. Sie folgte als Gouverneurin auf den Demokraten Brad Henry und wurde 2019 von Kevin Stitt als Gouverneur abgelöst.
Persönliches und Vermächtnis
Fallin ist eine prominente Figur der Republikanischen Partei in Oklahoma. Ihr politisches Vermächtnis ist ambivalent: Sie gilt als Wegbereiterin für Frauen in der Politik Oklahomas (erste weibliche Vizegouverneurin und erste Gouverneurin des Bundesstaates), gleichzeitig wird ihre Amtszeit wegen der Haushaltspolitik und der Spannungen im Bildungssektor kritisch bewertet. Ihr Wirken hat die politische Diskussion in Oklahoma über Finanzierung, Prioritäten im öffentlichen Sektor und die Rolle des Staates bei Sozialleistungen nachhaltig beeinflusst.