Valya Mladenova Balkanska (geboren am 8. Januar 1942) ist eine bulgarische Volksmusiksängerin. Am bekanntesten ist sie für die Aufführung des Liedes Izlel je Delyo hajdutin, das 1977 an Bord der Sonden Voyager 1 und Voyager 2 ins All geschickt wurde.

Leben und musikalische Anfänge

Valya Balkanska wurde in einem kleinen Weiler mit sieben Häusern in der Nähe des Dorfes Arda in den Rhodopen geboren. Sie wuchs in einer musikalischen Familie auf und lernte die traditionellen rhodopäischen Volkslieder von ihrer Mutter und Großmutter. Bereits in ihrer Kindheit sang sie bei Dorffesten, Hochzeiten und Arbeitstreffen und eignete sich so ein reiches Repertoire an. 1960 wurde sie mit nur 18 Jahren Hauptsolistin des Staatlichen Rhodopa-Ensembles für Volkslieder und -tänze. In dieser Funktion trug sie wesentlich zur Bewahrung und Verbreitung der regionalen Gesangstradition bei.

Repertoire und Begleiter

Im Laufe ihrer Karriere hat Balkanska mehr als 300 Volkslieder aufgenommen und aufgeführt. Ihre Stimme ist besonders mit den melancholischen, tiefen Gesängen der Rhodopen verbunden. Charakteristisch für viele ihrer Aufnahmen ist die Begleitung durch die bulgarische Sackpfeife (Gaida), die den typischen Klang der Bergregion prägt. In den letzten Jahren wurde sie häufig vom Dudelsackspieler Petar Yanev begleitet; früher arbeitete sie unter anderem mit dem Dudelsackspieler Dimitar Petkovski zusammen, mit dem sie auch die Aufnahme von Izlel je Delyo hajdutin realisierte.

„Izlel je Delyo hajdutin“ und die Voyager‑Goldplatte

Der wichtigste internationale Durchbruch in Balkanskas Karriere war die Aufnahme des Volkslieds Izlel je Delyo hajdutin. Das Lied erzählt von Delyo, einem Haiduk (Hajdutin) – einem Freiheitskämpfer bzw. Räuber im historischen Kontext der osmanischen Herrschaft – und gehört zu den bekanntesten Stücken der bulgarischen Folklore aus den Rhodopen. 1977 wurde die Aufnahme für die Auswahl der Goldenen Schallplatte von Voyager berücksichtigt und somit als Teil einer dokumentarischen Zusammenstellung der Klänge und Musik der Erde ausgewählt.

Die NASA brachte Kopien dieser Schallplatte in die Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 ein und startete sie am 20. August 1977. Die Goldene Schallplatte enthält neben Volksmusik auch klassische Werke berühmter Komponisten wie Mozart, Bach, Beethoven und Strawinsky sowie Begrüßungen in mehreren Sprachen und natürliche Klänge der Erde. Carl Sagan, einer der Initiatoren der Zusammenstellung, wies darauf hin, dass nur sehr fortgeschrittene außerirdische Zivilisationen überhaupt in der Lage wären, die Platte technisch zu entschlüsseln und abzuspielen. Die Aufnahme von Balkanska machte ihre Stimme so zu einem von wenigen klingenden Botschaftern der Erde im interstellaren Raum.

Spätere Veröffentlichungen und Bedeutung

2004 veröffentlichte Balkanska das Album Glas ot vechnostta (Stimme aus der Ewigkeit), das einige ihrer beliebtesten Lieder wie A bre yunache ludo i mlado, Goro le goro zelena und Maychinko stara maychinko enthält. Mit ihrer Stimme und ihrem Repertoire gilt sie als eine der prägenden Interpretinnen der bulgarischen Volksmusik und als Symbol für die musikalische Identität der Rhodopen.

Anerkennung und kulturelle Wirkung

Valya Balkanska wird in Bulgarien und international geschätzt: Ihre Aufnahme auf der Voyager-Goldplatte und ihre zahlreichen Konzerte trugen dazu bei, das Interesse an bulgarischer Folklore weltweit zu wecken. Sie bleibt eine wichtige Persönlichkeit in der Bewahrung traditioneller Gesangsformen und ein Vorbild für jüngere Folkmusiker.