A. Philip Randolph (15. April 1889 – 16. Mai 1979) war einer der bedeutendsten afroamerikanischen Gewerkschafts- und Bürgerrechtsführer des 20. Jahrhunderts. Geboren in Crescent City (Florida) und lange Zeit in New York tätig, kämpfte er ein Leben lang für bessere Arbeitsbedingungen, gleiche Bezahlung und politische Gleichberechtigung. Schon früh setzte er sich für die Arbeitsrechte afroamerikanischer Gemeinschaften ein und verband Gewerkschaftsarbeit mit politischem Druck.

Gewerkschaftliches Engagement

Während des Ersten Weltkriegs bemühte sich Randolph, afroamerikanische Werftarbeiter und Aufzugsbetreiber gewerkschaftlich zu organisieren. 1917 gründete er zusammen mit Chandler Owen die Zeitschrift The Messenger, die sozialistische Ideen, Arbeitsrechte und die Forderung nach höheren Löhnen und politischer Gleichberechtigung verbreitete.

Sein bekanntestes Projekt war die Gründung der Brotherhood of Sleeping Car Porters (BSCP) im Jahr 1925. Die BSCP setzte sich für die Rechte der Pullman-Schlafwagendiener ein, die lange Zeit unter schlechten Arbeitsbedingungen, niedrigen Löhnen und rassistischer Diskriminierung litten. Nach jahrelangem Organisieren, Verhandlungen und politischem Druck erreichte die Gewerkschaft 1937 eine offizielle Anerkennung durch die Pullman Company und gilt damit als die erste bedeutende, von Afroamerikanern geführte Gewerkschaft mit einem anerkannten Tarifvertrag.

Bürgerrechtsarbeit und politische Erfolge

Randolph verstand früh, dass wirtschaftliche und politische Gleichberechtigung zusammengehören. 1941 initiierte er die March on Washington Movement, mit der er Präsident Franklin D. Roosevelt zur Bekämpfung von Diskriminierung in Rüstungsindustrie und öffentlichen Ämtern drängte. Der geplante Marsch führte zur Veröffentlichung der Executive Order 8802, die rassistische Diskriminierung in der Rüstungsindustrie verbot und das Fair Employment Practice Committee (FEPC) einrichtete.

In den folgenden Jahrzehnten blieb Randolph eine zentrale Figur der Bürgerrechtsbewegung. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung für den historischen Marsch auf Washington 1963, arbeitete eng mit Organisationen und Führungspersonen wie Bayard Rustin und Martin Luther King Jr. zusammen und verband die Anliegen der Arbeiterbewegung mit der breiten Bürgerrechtsagenda. Sein Einfluss trug auch dazu bei, politischen Druck aufzubauen, der schließlich zur Aufhebung der Rassentrennung in verschiedenen Bereichen, unter anderem in den Streitkräften (Executive Order 9981, 1948), beitrug.

Anerkennungen und Vermächtnis

1942 erhielt er die National Association for the Advancement of Colored People, Spingarn-Medaille für seinen Einsatz für die afroamerikanische Gemeinschaft. Am 14. September 1964 wurde ihm von Präsident Lyndon B. Johnson die Presidential Medal of Freedom verliehen.

Randolphs Lebenswerk verbindet gewerkschaftliche Organisierung mit politischem Aktivismus. Er zeigte, dass ökonomische Macht und politische Teilhabe untrennbar sind, und beeinflusste damit sowohl die Arbeiterbewegung als auch die Bürgerrechtsbewegung nachhaltig. Sein Einsatz eröffnete vielen Afroamerikanern bessere Arbeitsbedingungen und trug zur Veränderung der US-Gesellschaft im 20. Jahrhundert bei.