Der Kantonsturm oder Guangzhou-Turm (vereinfachtes Chinesisch: 广州塔; traditionelles Chinesisch: 廣州塔), offiziell der Astronomie- und Aussichtsturm von Guangzhou TV (Chinesisch: 广州电视台天文及观光塔), ist ein 595,7 Meter hoher Mehrzweck-Aussichtsturm im Haizhu-Distrikt von Guangzhou, Guangdong, China. Der Turm wurde 2009 fertiggestellt und am 29. September 2010 erstmals für die Asienspiele 2010 in Betrieb genommen.

Der Turm trug den Titel des höchsten Turms der Welt und ersetzte den CN-Turm. Er wurde dann vom Tokyo Skytree überholt. Es war das höchste Bauwerk Chinas, bevor der Shanghai Tower am 3. August 2013 fertiggestellt wurde. Heute ist er der zweithöchste Turm in China und das fünfthöchste freistehende Bauwerk der Welt.

Entwurf und Konstruktion

Der Kantonsturm zeichnet sich durch seine filigrane, taillierte Form aus, die dem Bauwerk eine schlanke, verdrehte Silhouette verleiht. Entworfen wurde er von den niederländischen Architekten Mark Hemel und Barbara Kuit (Information Based Architecture) in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Arup. Die Konstruktion kombiniert Stahl- und Stahlbeton-Elemente und nutzt ein offenes Gitter- bzw. Netzsystem, das sowohl ästhetisch als auch strukturell wirksam ist. Der Bau begann Mitte der 2000er Jahre; die Rohbau- und Fassadephasen wurden bis 2009 abgeschlossen.

Nutzung, Besucherangebot und Attraktionen

Der Turm ist multifunktional: Er beherbergt Sende- und Empfangsanlagen für Rundfunk und Fernsehen, bietet aber auch umfangreiche touristische Einrichtungen.

  • Aussichtsplattformen: Mehrere Innen- und Außenaussichtsplattformen bieten weite 360°-Blicke über Guangzhou, den Perlfluss (Pearl River) und die Skylines der Stadt.
  • Gastronomie: Im Turm gibt es Restaurants, darunter ein rotierendes Restaurant, das Gästen während des Essens wechselnde Panoramen bietet.
  • Bubble Tram / Panoramakapseln: Am oberen Kranz des Turms befinden sich außenliegende Panoramagondeln (oft als „Bubble Tram“ bezeichnet), die Besuchern zusätzliche, eindrucksvolle Aussichten ermöglichen.
  • Events und Ausstellungen: Ebenen des Turms werden für kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und besondere Veranstaltungen genutzt.

Für Besucher stehen Aufzüge zur Verfügung, die schnell zu den Aussichtsetagen fahren. Der Turm ist besonders bei Nacht beliebt, da eine aufwändige LED-Beleuchtung die Struktur in wechselnden Farben erstrahlen lässt und so zu einem Wahrzeichen der nächtlichen Stadtsilhouette wird.

Technische Daten (Auswahl)

  • Gesamthöhe: 595,7 m
  • Fertigstellung: 2009; Eröffnung für die Asienspiele am 29. September 2010
  • Lage: Haizhu-Distrikt, südliches Ufer des Perlflusses, Guangzhou
  • Funktion: Rundfunk- und Fernsehsendeanlagen, Aussichtsturm, Gastronomie, Veranstaltungsräume

Rekorde und Bedeutung

Mit seiner Fertigstellung übernahm der Kantonsturm kurzzeitig den Titel des höchsten Turms der Welt und löste damit den kanadischen CN-Turm ab. Später wurde diese Bestmarke vom Tokyo Skytree gebrochen. Der Turm war zudem das höchste Bauwerk Chinas, bis der Shanghai Tower 2013 fertiggestellt wurde. Heute zählt der Kantonsturm weiterhin zu den höchsten freistehenden Bauwerken weltweit und ist ein bedeutendes Wahrzeichen von Guangzhou.

Lage und Erreichbarkeit

Der Turm liegt am südlichen Ufer des Perlflusses und ist ein zentraler Orientierungspunkt in Guangzhou. Er ist durch öffentliche Verkehrsmittel und die Uferpromenade gut erreichbar und oft Bestandteil touristischer Rundgänge entlang des Flusses, die tagsüber wie nachts beliebte Fotostopps beinhalten.

Bedeutung für Stadt und Tourismus

Der Kantonsturm hat sich zu einem Symbol für das moderne Guangzhou entwickelt. Er zieht Millionen Besucher an, stärkt den Tourismus und dient als Veranstaltungsort für nationale und internationale Events. Die eindrucksvolle Beleuchtung und die markante Silhouette tragen wesentlich zur Identität der Stadt bei und machen den Turm zu einem beliebten Motiv in Medien und Werbung.

Hinweis: Bei speziellen Planungen für einen Besuch (z. B. Öffnungszeiten, Ticketpreise, Sonderveranstaltungen oder barrierefreie Zugänge) empfiehlt es sich, die offiziellen Informationen des Betreibers vorab zu prüfen.