Im Christentum können Säuglinge getauft werden, wenn sie noch klein sind. Wenn dieses Baby zu einem Erwachsenen heranwächst, dient die Konfirmation dazu, sicherzustellen, dass der Erwachsene mit dem bei der Taufe gegebenen Versprechen, Christ zu sein, einverstanden ist. In einer anglikanischen Kirche können Menschen in der Regel ihre erste heilige Kommunion nur dann empfangen, wenn sie vorher die Konfirmation durchführen.
Was bedeutet Konfirmation?
Die Konfirmation ist ein religiöses Ritual, bei dem eine Person öffentlich ihr Taufversprechen bekräftigt oder ihren Glauben bewusst annimmt. Sie wird oft als Übergangsritus verstanden: von der Kindheit zur religiösen Mündigkeit. In vielen christlichen Traditionen gilt die Konfirmation als Bestätigung der Taufe und als sichtbares Zeichen, dass die/der Konfirmierte selbst Verantwortung für den Glauben übernimmt.
Ablauf und Vorbereitung
Vor der Konfirmation gibt es meist eine Zeit der Vorbereitung, die in Gemeinden unterschiedlich lange dauern kann (einige Monate bis mehrere Jahre). Diese Vorbereitung enthält oft:
- Religiösen Unterricht oder Konfirmandenunterricht, in dem Bibel, Gebet, kirchliche Feste und ethische Fragen behandelt werden
- Gemeinschafts- und Praktikumserfahrungen (Gottesdienste besuchen, soziale Projekte)
- Gespräche mit der Pfarrperson oder Gruppenleitern
- Gelegentlich ein (schriftliches) Glaubensbekenntnis oder eine mündliche Bejahung des Glaubens während des Gottesdienstes
Der eigentliche Gottesdienst der Konfirmation kann folgende Elemente enthalten:
- Eine schriftliche oder mündliche Bestätigung des Glaubens
- Segensworte und das Auflegen der Hände (in vielen Traditionen durch die/den Pfarrer/in oder Bischof)
- Gebete, Schriftlesungen und Lieder
- Manche Gemeinden spenden nach der Konfirmation die Kommunion unmittelbar
Verhältnis zu Taufe und Kommunion
Die Konfirmation steht in direktem Zusammenhang mit der Taufe: Sie ist häufig die bewusste Bestätigung dessen, was bei der Kindertaufe stellvertretend durch Eltern und Paten versprochen wurde. In vielen protestantischen Kirchen (z. B. evangelisch-lutherisch, reformiert) ist die Konfirmation der Abschluss der konfessionellen Vorbereitung und eröffnet oft die Teilnahme an Abendmahl/Kommunion.
In anderen Traditionen unterscheidet sich die Reihenfolge oder Bedeutung:
- Anglikanische Kirchen: Häufig wird verlangt, dass die Konfirmation erfolgt, bevor die erste heilige Kommunion empfangen wird.
- Römisch-katholische Kirche: Hier erhalten Kinder in vielen Regionen zuerst die erste Kommunion (meist im Alter der religiösen Vernunft), die Firmung (Katholische Entsprechung zur Konfirmation) kann regional vor oder nach der Erstkommunion erfolgen; grundsätzlich gilt Firmung als Sakrament, durch das der Heilige Geist zugesprochen wird.
- Evangelische Kirchen: Die Konfirmation ist meist Eintritt in die volle Gemeindemitgliedschaft und berechtigt zum gemeinsamen Abendmahl.
Unterschiede zwischen den Konfessionen
Die Form, theologische Deutung und der feierliche Ablauf der Konfirmation / Firmung variieren stark:
- Begriffe: In manchen Kirchen spricht man von Firmung (katholisch), in anderen von Konfirmation (evangelisch, anglikanisch).
- Wer spendet das Sakrament: In der katholischen Kirche ist dies traditionell der Bischof; in protestantischen Kirchen übernimmt oft die/der Pfarrer/in die Leitung.
- Rituale: Salbung mit Chrisamöl (katholisch), Handauflegung und Segnung (evangelisch/anglikanisch) oder einfache Bekräftigung des Glaubens können vorkommen.
- Altersstufen: Üblich sind Jugendzeiten (etwa 13–16 Jahre) in protestantischen Gemeinden; in der katholischen Kirche variiert das Alter je nach Region (manchmal jünger, manchmal älter).
Warum ist Konfirmation wichtig?
Für viele Menschen hat die Konfirmation mehrere Bedeutungen: religiöse Reife, persönliche Entscheidung für den Glauben, öffentliches Bekenntnis und Zugang zu bestimmten Rechten und Aufgaben in der Gemeinde (z. B. Teilnahme am Abendmahl, Patenrolle, Stimmberechtigung in Gemeindefragen). Sie kann außerdem ein soziales Ereignis sein, das Familie und Gemeinde zusammenbringt.
Insgesamt ist die Konfirmation ein vielschichtiges Fest mit theologischer, persönlicher und gemeinschaftlicher Bedeutung. Die genauen Inhalte und Regeln hängen stark von der jeweiligen Konfession und Gemeinde ab; wer sich dafür interessiert, sollte deshalb vor Ort mit der Pfarrperson oder Gemeinde Kontakt aufnehmen.