Die Cybermen sind eine fiktive Rasse von Cyborgs in der britischen Fernsehserie Doctor Who. Sie zählen zu den ältesten und beständigsten Gegnern des Doctor und gelten als Sinnbild für die Angst vor dem Verlust der Menschlichkeit durch Technik. Die Cybermen waren ursprünglich Humanoide vom Zwillingsplaneten Mondas, dem Zwillingsplaneten der Erde. Die Bewohner von Mondas begannen, immer mehr künstliche Metallteile in ihre Körper einzubauen, um sich selbst am Leben zu erhalten, wodurch sie zu Cyborgs wurden. Diese Umwandlung führte dazu, dass die Rasse zunehmend logisch und berechnend handelte und emotionale Regungen unterdrückte. Die Cybermen verwandelten außerdem andere Menschen in Cyborgs, um ihre Reihen zu vergrößern und ihre Idee von „Verbesserung“ zu verbreiten.
Die Figuren wurden 1966 von Dr. Kit Pedler (dem inoffiziellen wissenschaftlichen Berater der Serie) und Gerry Davis erschaffen und traten erstmals in der Folge Der zehnte Planet auf, in der William Hartnell seinen Abschied als erster Doctor gab. Seitdem sind die Cybermen in zahlreichen klassischen und modernen Episoden zu sehen und wurden in immer neuen Designs und Ursprüngen gezeigt.
Herkunft und Varianten
Der klassische Ursprung ist Mondas, ein erdähnlicher Zwilling, dessen Bewohner durch zunehmende technische Modifikationen zu Cybermen wurden. In der modernen Serie (ab 2006) wurde zusätzlich eine parallele Variante eingeführt: In den Episoden Rise of the Cybermen und The Age of Steel stammen die Cybermen aus einer alternativen Erde und wurden dort von dem Industriellen John Lumic geschaffen. Diese beiden Ursprünge zeigen, dass „Cybermen“ weniger eine einzige Spezies als vielmehr ein Konzept sind—die gewaltsame Umwandlung biologischer Menschen in emotionslose, cybernetische Wesen.
Typische Merkmale
- Äußeres: Metallische Panzerung, charakteristische Helme mit schlitzenförmigen Augen und Mund, silbrige Optik. Das Design änderte sich im Lauf der Jahrzehnte erheblich, vom stoffbedeckten Kostüm der 1960er bis zu modernen, massiv wirkenden Rüstungen.
- Stimme und Verhalten: Monotone, emotionsarme Sprache; oft elektronisch verfremdete Stimmen. Sie handeln streng logisch und folgen kollektiven Befehlen statt individueller Moral.
- Konversion: Die Cyber-Converion nimmt biologische Wesen und ersetzt oder ergänzt Organe durch mechanische Teile; Ziel ist die Eliminierung von Emotionen und das Erzielen „vollkommener Effizienz“.
- Technologie: Fortgeschrittene Waffensysteme, Cybernetik und oft die Fähigkeit, Netze zu infiltrieren oder andere Maschinen zu kontrollieren.
Bekannte Episoden und Auftritte
Zu den wichtigsten Auftritten gehören neben Der zehnte Planet Klassiker wie The Tomb of the Cybermen, Revenge of the Cybermen, Earthshock und Silver Nemesis. In der modernen Serie kehren sie in den zwei Episoden Rise of the Cybermen / The Age of Steel zurück und spielen eine zentrale Rolle in Army Of Ghosts und Doomsday. In der Spin-off-Serie Torchwood tauchen sie in der Episode "Cyberwoman" auf. Im Weihnachtsspecial 2008, Der nächste Arzt, wurden neue Varianten wie die Cyber-Shades und der Cyber-King eingeführt.
Schwächen und Gegenmaßnahmen
- In der klassischen Serie galt Gold (etwa Goldstaub) als Schwachstelle, weil es die Atem- oder Filtermechanismen der älteren Cybermen verstopfen konnte. Moderne Versionen reagieren weniger empfindlich darauf.
- Emotionen und individuelle Bindungen sind wiederholt als Ansatzpunkt zur Schwächung genutzt worden: Menschen, die noch Gefühle zeigen, konnten Cybermen kurzzeitig destabilisieren.
- Technologische Angriffe, gezielte Zerstörung lebenswichtiger Komponenten oder Sabotage ihrer Steuerungssysteme stellten immer wieder erfolgreiche Gegenmaßnahmen dar.
Kulturelle Bedeutung
Die Cybermen sind ein zentrales Element des Doctor-Who-Mythos und stehen oft für die ethischen Fragen rund um Kybernetik, Identität und die Grenze zwischen Mensch und Maschine. Sie beeinflussten zahlreiche andere Science-Fiction-Werke und sind in Fan-Kultur, Merchandising, Hörspielen (z. B. Big Finish) und Literatur präsent. Ihr wiederkehrendes Motiv—die Angst vor Entmenschlichung durch Technik—macht sie zu einem dauerhaften und anpassungsfähigen Antagonisten.
Zusammenfassung
Die Cybermen sind mehr als nur wiederkehrende Bösewichte: Sie sind ein wandelbares Konzept, das in verschiedenen Epochen von Doctor Who neu interpretiert wurde. Ob als Überlebende von Mondas oder als Industrieprodukt einer alternativen Erde—ihr Ziel bleibt gleich: die „Verbesserung“ durch Mechanisierung und die Auslöschung von Emotionen. Gerade diese Vielschichtigkeit macht sie zu einem der faszinierendsten Feinde des Doctor.