Dogs in Space ist ein australischer Dramafilm aus dem Jahr 1986, der die kleine Bandszene Melbournes im Jahr 1978 schildert. Regie führte Richard Lowenstein. In der Hauptrolle ist Michael Hutchence als Sam zu sehen, der als charismatischer, drogenabhängiger und oft benommener Sänger der fiktiven Band Dogs in Space dargestellt wird.
Herkunft und Idee
Die Geschichte beruht auf Lowensteins eigenen Erfahrungen aus dem Leben in einem Wohngemeinschaftshaus in Melbourne in den späten 1970er Jahren. Viele Figuren und Situationen im Film sind lose an reale Personen und Ereignisse aus dieser Zeit angelehnt. Lowenstein hatte bereits zuvor mit Michael Hutchence zusammengearbeitet und mehrere Rockvideos gedreht; er produzierte unter anderem Videoclips für Songs des INXS-Albums The Swing. Die Rolle des Sam schrieb er bewusst mit Hutchence im Hinterkopf.
Produktion und Authentizität
Bei der Figur Sam handelt es sich um eine Annäherung an ein echtes Mitglied einer Punkrock-Band, mit der Lowenstein in den 1970er Jahren zusammengelebt hatte. Das Haus, in dem die Handlung weitgehend stattfindet, war tatsächlich das Haus, das sie damals bewohnt hatten. Für die Dreharbeiten mieteten die Filmemacher das inzwischen von neuen Eigentümern bewohnte Gebäude und versetzten es weitgehend in seinen ursprünglichen Zustand zurück – die Kosten für diesen Rückbau wurden Teil des Film-Budgets. Diese Mühe war Teil eines bewussten Anspruchs auf Authentizität: Ausstattung, Kostüme, Requisiten und die musikalische Begleitung sollten die raue, improvisierte Atmosphäre der Szene jener Zeit einfangen.
Musik, Soundtrack und Besetzung
Die Musik spielt eine zentrale Rolle im Film: Der Soundtrack verbindet Originalaufnahmen, Zeitdokumente und Neuinterpretationen, um die Energie und den Sound der späten 1970er Jahre in Melbourne zu transportieren. Neben Hutchence gehören verschiedene Schauspieler und Musiker zum Ensemble, vielfach mit Verbindungen zur lokalen Musikszene. Durch die Musik und die Konzert- bzw. Proberaumszenen wird der Film häufig als eindringliches Porträt einer subkulturellen Gemeinschaft wahrgenommen.
Rezeption und Bedeutung
Bei seiner Veröffentlichung erhielt Dogs in Space gemischte Kritiken: Einige lobten die stilistische Umsetzung, die starke musikalische Komponente und Hutchences Präsenz als Schauspieler; andere kritisierten die vermeintliche Romantisierung von Drogenmissbrauch und selbstzerstörerischem Verhalten. Langfristig hat sich der Film jedoch einen Kultstatus erarbeitet, insbesondere innerhalb Australiens und unter Fans der damaligen Szene. Für viele gilt er heute als wichtiges Zeitdokument der Punk- und Post-Punk-Kultur Melbournes.
Erhalt und Archivierung
Kopien von Dogs in Space werden vom Nationalen Film- und Tonarchiv in Canberra aufbewahrt. Die Archivierung dient dazu, das Filmmaterial vor Alterungsprozessen und Schäden (wie chemischer Zersetzung, Farbverlust oder physischer Verschleiß) zu schützen und die Verfügbarkeit des Films für künftige Generationen sowie für wissenschaftliche, kulturelle und restauratorische Zwecke sicherzustellen.
Fazit: Richard Lowensteins Film ist weniger ein konventionelles Drama als vielmehr ein lebendiges Panorama einer jungen, musikalischen Subkultur – getragen von einer starken Bildsprache, einem markanten Soundtrack und der ungewöhnlichen Besetzung durch einen international bekannten Rockmusiker in der Hauptrolle.