Eunice aphroditois (Bobbit-Wurm): Merkmale, Lebensweise & Gefahr

Eunice aphroditois (Bobbit-Wurm): Merkmale, heimliche Jagd, Lebensweise und echte Gefahr – fesselnde Einblicke in den räuberischen Meereswurm.

Autor: Leandro Alegsa

Eunice aphroditois ist ein Raubtier des Meeresbodens aus dem Hinterhalt. Es handelt sich um einen polychaetischen Wurm (Familie Eunicidae), der in einer Höhle auf dem Meeresboden lebt. Er vergräbt seinen langen, segmentierten Körper in den Meeresboden aus Kies, Schlamm oder Korallen und lässt nur den vorderen Teil mit Kopf und Fühlern herausragen. Typische Merkmale sind kräftige, zurückziehbare Kieferzangen (Mandibeln), zahlreiche Borsten (Chäten) an den Segmenten und seitliche Fortsätze (Parapodien). Die Tiere können beträchtliche Längen erreichen (in Berichten werden Längen von bis zu ca. 1–3 m genannt; häufig sind sie kürzer) und zeigen oft eine auffällige, schillernde Färbung an Kopf und Kiefern.

Merkmale

  • Körperbau: segmentiert, mit Parapodien und Chäten; vorderer Körperteil oft aus dem Bau herausgestreckt.
  • Kiefer: kräftige, sichelförmige Mandibeln, mit denen die Beute gepackt und zerteilt wird.
  • Sinnesorgane: mehrere Fühler und Antennen, die als Köder dienen und Reize wahrnehmen.
  • Farbe: variabel; Kiefer und Kopf können irisieren oder farbig erscheinen.

Lebensweise und Beutefang

Der Wurm lauert in seinem selbstgebauten Schlupfwinkel und „wink[t]“ mit seinen Fühlern, um potenzielle Beutetiere anzulocken oder zu ertasten. Wenn ein Reiz an einem Fühler registriert wird, schleudert er blitzschnell seinen vorderen Körperteil heraus und ergreift die Beute mit den Kiefern. Mit einer scharfen Zange bewaffnet, greift er so schnell und heftig an, dass seine Beute manchmal in zwei Hälften geschnitten wird. Normalerweise zieht es die Beute in seinen Bau hinunter und frisst sie dort. Manche Beobachtungen legen nahe, dass neben mechanischem Zerkleinern auch Enzyme oder Sekrete helfen, die Beute zu fixieren oder zu zersetzen.

Das Verfahren ist auf YouTube gut zu sehen, wo der Wurm den Namen Bobbit-Wurm trägt. Dieser umgangssprachliche Name bezieht sich darauf, dass der Wurm seine Beute spektakulär in zwei Teile reißen kann.

Verbreitung & Lebensraum

Eunice aphroditois kommt vorwiegend in tropischen und subtropischen Meeren vor und wird vor Korallenriffen, auf sandigen und schlammigen Böden oder zwischen Trümmern und Korallen beobachtet. Funde gibt es aus dem Indo-Pazifik und auch anderen warmen Meeresregionen; die Art lebt meist im flachen bis mäßig tiefen Wasser.

Fortpflanzung

Wie viele Polychaeten pflanzt sich auch dieser Wurm sexuell fort. Die genaue Fortpflanzungsbiologie variiert bei Polychaeten; allgemein werden Eier und Spermien ins Wasser abgegeben, aus denen freie Larven (z. B. Trochophora-Larven) entstehen, die sich später zu Bodenbewohnern entwickeln. Bei verwandten Arten sind periodische Schwärm- oder Epitokie-Verhalten beschrieben, bei denen sich Fortpflanzungsformen bilden und zum Ablaichen ins offene Wasser aufsteigen.

Gefahr für Menschen und Aquarien

  • Für Menschen: Eunice aphroditois gilt nicht als aktiv gefährlich für Menschen, kann aber schmerzhafte Bisse oder Schnittverletzungen verursachen, wenn man mit ihr in Kontakt kommt oder in ihre Wohnröhre greift. Bei Tauchen oder beim Arbeiten am Meeresboden sollte man daher keine Hände oder Füße in Ritzen oder unter Korallen legen. Offene Wunden können sich entzünden, deshalb sind ärztliche Maßnahmen bei stärkeren Verletzungen empfehlenswert.
  • Für Aquarianer: Im Aquarium sind Bobbit-Würmer unerwünschte Räuber: sie fressen Fische, Garnelen und andere Wirbellose und sind sehr schwer zu entfernen, da sie sich im Substrat verstecken. Daher werden sie in Riffaquarien meist als Schädlinge betrachtet. Das Entfernen ist schwierig und sollte fachgerecht erfolgen (z. B. Absammeln mit Werkzeug, Köderung oder Entfernen des gesamten Substrats); direkte Handhabung ist zu vermeiden.

Weitere Hinweise

  • Beobachtungen im natürlichen Lebensraum sind faszinierend, erfordern aber Vorsicht: Abstand halten, nicht in Unterschlüpfe greifen.
  • Die wissenschaftliche Erforschung von Eunice aphroditois ist noch nicht vollständig, und viele Informationen beruhen auf Feldbeobachtungen und Aquariumberichten. Deshalb werden manchmal unterschiedliche Angaben zu Größe oder Verhalten berichtet.
  • Wer Filme oder Aufnahmen des Bobbit-Wurms sieht (YouTube u. a.), sollte im Hinterkopf behalten, dass solche Szenen oft stark verkürzt und dramatisiert sind.

Fragen und Antworten

F: Wie wird Eunice aphroditois auch genannt?


A: Eunice aphroditois ist auch unter dem Namen Bobbit-Wurm oder Sandstürmer bekannt.

F: Was für ein Raubtier ist der Bobbitwurm?


A: Der Bobbitwurm ist ein Raubtier, das auf dem Meeresboden lebt.

F: Wo hält sich der Löffelwurm auf?


A: Der Bobbitwurm ist ein Polychaete, der in einer Höhle auf dem Meeresboden lebt.

F: Wie greift der Bobbitwurm seine Beute an?


A: Der Bobbitwurm greift seine Beute mit scharfen Zangen an und zwar so schnell und heftig, dass er sie manchmal in zwei Hälften schneidet.

F: Was macht der Bobbitwurm, nachdem er seine Beute gefangen hat?


A: Normalerweise schleppt der Bobbitwurm seine Beute in seinen Bau und frisst sie dort.

F: Womit lockt der Bobbitwurm seine Beute an?


A: Der Bobbitwurm wedelt mit einigen Fühlern (Antennen) als eine Art Köder.

F: Wo kann man ein Video des Bobbitwurms in Aktion sehen?


A: Ein Video des Bobbitwurms in Aktion kann man auf YouTube ansehen.


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