American Film Institute (AFI) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation in den USA, die 1967 gegründet wurde. Die Gründung fiel in die Zeit des National Foundation on the Arts and the Humanities Act, das Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnete; in diesem Umfeld entstanden mehrere Institutionen zur Förderung von Kunst und Kultur, darunter auch das AFI. Ziel des Instituts ist die Bewahrung, Förderung und Vermittlung der filmischen Künste in all ihren Formen.

Geschichte und Leitung

George Stevens, Jr. gehörte zu den Gründern und war der erste CEO bzw. Direktor des Instituts. Ab 1980 leitete Jean Picker Firstenberg das AFI über viele Jahre hinweg als Präsidentin und CEO und prägte die Institution nachhaltig. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das AFI von einer Förderorganisation zu einem der zentralen amerikanischen Zentren für Filmschaffende, Filmrestaurierung und Filmgeschichte.

Ausbildung: das AFI Conservatory

Ein zentraler Bereich des AFI ist das AFI Conservatory in Los Angeles. Das Conservatory bietet postgraduale Filmprogramme (u. a. im Bereich Regie, Kamera, Drehbuch, Produktion) mit einem projektorientierten, mentorenschaftlich geprägten Ausbildungskonzept. Hier werden Nachwuchsregisseurinnen und -regisseure, Kameraleute und andere Filmschaffende praktisch ausgebildet und auf die Arbeit in der Filmindustrie vorbereitet.

Filmerhalt und Archivarbeit

Ein wichtiges Anliegen des Instituts ist die Restaurierung und Bewahrung historisch bedeutsamer Filme. Das AFI sammelt, katalogisiert und konserviert Filmkopien und arbeitet dafür mit Filmarchiven, Museen und Bibliotheken zusammen, um Werke zu sichern, die andernfalls verloren gehen könnten. Parallel dazu fördert das Institut die Forschung zur Filmgeschichte und stellt Materialien für Wissenschaft und Öffentlichkeit zur Verfügung.

Programme, Auszeichnungen und Initiativen

Das AFI vergibt seit 1973 die renommierte Lebenswerk-Auszeichnung AFI Life Achievement Award, mit der Persönlichkeiten geehrt werden, die bedeutende Beiträge zur amerikanischen Filmkunst geleistet haben (erste Verleihung 1973). Weitere Aktivitäten umfassen Publikationen, Bildungsprogramme für Schulen, Vorführreihen und Outreach-Projekte.

1998 startete das AFI die Serie „AFI 100 Years…“, eine Reihe von Listen und Fernsehspecials zur Geschichte des amerikanischen Kinos, die das öffentliche Interesse an Filmklassikern und Filmerbe deutlich steigerte.

Festival, Kataloge und Öffentlichkeitsarbeit

Das AFI veranstaltet Filmvorführungen und Festivals (u. a. das AFI Fest) sowie Retrospektiven, die neue und historische Filme einem breiten Publikum zugänglich machen. Zusätzlich betreibt das Institut Forschungstools wie den AFI Catalog und produziert Fernsehspecials und Bildungsmaterialien, die Filmgeschichte und Filmsprache vermitteln.

Standorte und Einrichtungen

Neben dem Conservatory und den Programmen in Los Angeles betreibt das AFI weitere Einrichtungen zur Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation. So baute und eröffnete das Institut das AFI Silver Theatre in Silver Spring, Maryland, in der Nähe von Washington, D.C. Dieses Haus dient als kulturelles Zentrum für Filmvorführungen, Festivals und Bildungsangebote.

Zusammenfassung

  • Aufgaben: Ausbildung, Filmerhalt, Forschung, öffentliche Programme.
  • Bekannt für: AFI Conservatory, AFI Life Achievement Award, AFI 100 Years…-Reihen, AFI Fest, AFI Silver Theatre.
  • Arbeitsweise: Kooperation mit Archiven, Museen, Förderern und Bildungseinrichtungen; projekt- und praxisorientierte Ausbildung.

Das AFI bleibt eine zentrale Institution für Filmkultur in den USA, die sowohl die Vergangenheit des Kinos bewahrt als auch neue Generationen von Filmschaffenden fördert.