Flammenfougasse: Britische improvisierte Flammenmine im Zweiten Weltkrieg

Flammenfougasse: Britische improvisierte Flammenmine im Zweiten Weltkrieg – Geschichte, Einsatzkonzept und Bedeutung der 50.000 Fässer gegen Invasionsgefahr.

Autor: Leandro Alegsa

Ein Flammenfougasse (Fougasse oder Foo-Gas) ist eine improvisierte Brand- und Störmine: ein Behälter mit brennbarer Flüssigkeit, der durch eine Sprengladung beim Zünden zerstört und die Flüssigkeit auf ein Ziel verteilt und entzündet. In der englischsprachigen Spezialliteratur wird der Begriff von der historischen Bezeichnung „fougasse“ abgeleitet, die seit Jahrhunderten für bodengestützte Spreng- und Brandvorrichtungen verwendet wird.

Die Flammenfougasse wurde in Großbritannien 1940 während der Invasionskrise des Zweiten Weltkriegs als kostengünstige Panzerabwehr- und Sperrwaffe entwickelt. Nach zeitgenössischen Angaben wurden während der Vorbereitungen zur Landesverteidigung rund 50.000 Fässer für insgesamt etwa 7.000 Batterien bereitgestellt; die meisten Installationen lagen in Südengland, einige weitere in Schottland. Da eine deutsche Invasion ausblieb, wurden diese Anlagen auf britischem Boden nie in großem Umfang im Kampf eingesetzt; einige Exemplare und das zugrunde liegende Konzept kamen jedoch später bei Gefechten in Griechenland zum Einsatz.

Funktionell bestand eine Flammenfougasse aus einem Fass oder Tank mit brennbarer Flüssigkeit (Benzin oder ähnliche Kraftstoffe, oft mit Zusätzen zur besseren Haftung) und einer Zünd- beziehungsweise Sprengvorrichtung. Beim Zünden zerreißt die Sprengladung den Behälter und verteilt die brennende Flüssigkeit in einem Schwall oder Strom über die Angriffsfläche, sodass kurzzeitig eine Flammenwand oder ein Feuerstoß entsteht. Die genaue Wirkungsweite und Form des Feuerstoßes hing von der Bauart der Anlage und der Umgebung (Straßenverlauf, Hindernisse, Wind) ab.

Im taktischen Gebrauch sollte die Flammenfougasse vor allem Panzerüberquerungen, Fahrzeugkolonnen und Angriffe auf Engstellen verhindern oder verzögern. Neben der unmittelbaren physikalischen Wirkung war die abschreckende und psychologische Wirkung auf feindliche Besatzungen und Infanterie von Bedeutung. Der Betrieb und die Bewachung solcher Anlagen lagen häufig bei lokalen Verteidigungseinheiten wie dem Home Guard und technischen Truppen, die die Positionen überwachten und gegebenenfalls per Zündkabel oder Fernzündung auslösten.

Die Flammenfougasse ist ein Beispiel für die improvisierten und ressourcenschonenden Verteidigungsmaßnahmen der frühen Kriegsjahre. Nach dem Ende der akuten Invasionsgefahr wurden viele Einrichtungen demontiert; einige Anlagen wurden jedoch dokumentiert oder in Feldmuseen erhalten. Historiker und Technikmuseen betrachten die Fougasse heute sowohl als Relikt der Heimverteidigung als auch als Mahnung an die Risiken des Einsatzes von Brandwaffen in dicht besiedelten Gebieten.

Hinweis: Dieser Text beschreibt die Flammenfougasse in historischer und technischer Hinsicht. Er soll nicht als Anleitung zur Herstellung oder zum Einsatz von Waffen dienen.

Fragen und Antworten

F: Was ist ein Flammenfougasse?


A: Eine Flammenfougasse ist eine Art Mine oder ein improvisierter Sprengsatz, der eine Sprengladung verwendet, um eine brennende Flüssigkeit auf ein Ziel zu werfen.

F: Warum wurde die Flammenfougasse entwickelt?


A: Die Flammenfougasse wurde in Großbritannien als Panzerabwehrwaffe in der Invasionskrise des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1940 entwickelt.

F: Wie viele Flammenfässer wurden während des Zweiten Weltkriegs in Batterien eingesetzt?


A: Während des Zweiten Weltkriegs wurden etwa 50.000 Fässer aus Fougasse in 7.000 Batterien eingesetzt.

F: Wo befanden sich die meisten Flammfougasse-Batterien?


A: Die meisten Flammenfougasse-Batterien befanden sich in Südengland, einige aber auch in Schottland.

F: Wurde die Flammenfougasse jemals im Kampf in Großbritannien eingesetzt?


A: Nein, die Flammenfougasse wurde in Großbritannien nie im Kampf eingesetzt.

F: Wo kam die Flammenfougasse später im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz?


A: Die Flammenfougasse kam später in Griechenland zum Einsatz.

F: Welche Krise führte zur Entwicklung der Flammenfougasse?


A: Die Invasionskrise des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1940 führte zur Entwicklung der Flammenfougasse als Panzerabwehrwaffe.


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