Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die die am 16. Oktober 1945 gegründeten internationalen Bemühungen zur Bekämpfung des Hungers leitet.

Sie dient sowohl den Industrie- als auch den Entwicklungsländern und fungiert als neutrales Forum, in dem alle Nationen gleichberechtigt zusammenkommen. Die FAO ist auch eine Wissens- und Informationsquelle und hilft den Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Modernisierung und Verbesserung der Praktiken in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, um eine gute Ernährung und Ernährungssicherheit für alle zu gewährleisten.

Aufgaben und Ziele

  • Beseitigung von Hunger und Mangelernährung: Die FAO unterstützt Maßnahmen, die die Verfügbarkeit, den Zugang und die Nutzung von Nahrungsmitteln verbessern und damit zur Erreichung von Zero Hunger (Ziel 2 der Sustainable Development Goals) beitragen.
  • Förderung nachhaltiger Landwirtschaft: Entwicklung von Praktiken, die produktiv sind, Ressourcen schonen und klimafreundlich sind.
  • Schutz natürlicher Ressourcen: Erhaltung von Böden, Wäldern, Wasser und biologischer Vielfalt für gegenwärtige und zukünftige Generationen.
  • Stärkung ländlicher Räume: Verbesserung der Einkommen und Lebensbedingungen kleiner Produzenten und Förderung ländlicher Entwicklung.
  • Bereitstellung von Daten und Wissen: Sammlung, Analyse und Verbreitung von Statistiken, Standards und Best-Practice-Leitlinien.

Wesentliche Arbeitsbereiche

  • Landwirtschaftliche Produktion und Agrartechnik: Beratung zu Anbausystemen, Saatgut, Bewässerung und höheren Erträgen mit geringeren Umweltschäden.
  • Ernährung und Ernährungssicherheit: Programme zur Verbesserung der Ernährungslage, Bekämpfung von Mangelernährung und Förderung gesunder Ernährungsgewohnheiten.
  • Forstwirtschaft: Nachhaltige Nutzung und Wiederaufforstung, Erhalt von Ökosystemleistungen und Schutz vor Entwaldung.
  • Fischerei und Aquakultur: Management nachhaltiger Fischbestände, Förderung verantwortungsvoller Aquakultur und Schutz mariner Lebensräume.
  • Pflanzen- und Tiergesundheit: Überwachung und Bekämpfung von Schädlingen und Tierkrankheiten, Pflanzenschutz und Tierseuchenprävention.
  • Notfallmaßnahmen und Krisenmanagement: Unterstützung bei akuten Ernährungs- und Landwirtschaftskrisen infolge von Konflikten, Naturkatastrophen oder Klimawandel.

Instrumente und Dienstleistungen

  • Politikberatung und Entwicklung nationaler Strategien
  • Technische Hilfe und Capacity Building vor Ort
  • Bereitstellung von Datenbanken, Analysen und Frühwarnsystemen
  • Entwicklung internationaler Normen und Leitlinien (z. B. in Zusammenarbeit mit anderen UN-Organisationen)
  • Förderung von Forschung, Innovation und Technologietransfer

Struktur und Zusammenarbeit

Die FAO arbeitet als multilaterales Forum mit Mitgliedstaaten, regionalen Behörden, internationalen Organisationen (z. B. anderen UN-Agenturen), Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft und dem Privatsektor zusammen. Sie hat ihren Hauptsitz in Rom und verfügt über Regional- und Länderbüros weltweit. Die höchste Entscheidungsinstanz ist die Generalversammlung der Mitgliedstaaten, die politische Leitlinien vorgibt und den Generaldirektor wählt.

Finanzierung und Mitgliedschaft

Die FAO wird durch Pflichtbeiträge der Mitgliedstaaten sowie durch freiwillige Beiträge von Ländern, Stiftungen und Partnern finanziert. Zu ihren Mitgliedern zählen nahezu alle UN-Mitgliedsstaaten und die Europäische Union; dadurch kann die Organisation weltweit Programme und Kooperationen unterstützen.

Wichtige Instrumente und Erfolge

  • Bereitstellung globaler Agrarstatistiken und Analysen, die politischen Entscheidungsträgern dienen
  • Unterstützung von Programmen zur Krisenbewältigung (z. B. bei Heuschreckenplagen oder Naturkatastrophen)
  • Mitwirkung an internationalen Standards für Lebensmittelsicherheit, Tier- und Pflanzengesundheit
  • Förderung nachhaltiger Entwicklungsprogramme, die lokale Gemeinschaften stärken

Warum die FAO wichtig ist

Die FAO verbindet wissenschaftliches Wissen, politische Beratung und praktische Unterstützung, um globale und lokale Herausforderungen im Bereich Nahrung, Landwirtschaft und natürliche Ressourcen zu lösen. Durch ihre Arbeit trägt sie direkt zur Ernährungssicherheit, zum Schutz der Umwelt und zur Verbesserung der Lebensgrundlagen in ländlichen Regionen bei.