Überblick
Forum war ein einflussreiches, englischsprachiges Monatsmagazin aus dem Gebiet des heutigen Bangladesch. Es erschien erstmals 1969, als die Region noch als Ostpakistan Teil der pakistanischen Union war. Das Heft verstand sich als Forum für politische Analyse, ökonomische Debatte und gesellschaftliche Reformen und richtete sich an ein intellektuelles, meist englischsprachiges Publikum.
Gründer und inhaltliche Ausrichtung
Das Magazin wurde von Hameeda Hossain und Rehman Sobhan gegründet. Hameeda Hossain war als Menschenrechtsaktivistin bekannt und setzte sich in ihren Beiträgen für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit ein; Rehman Sobhan, ein promovierter Ökonom, trug Analysen zur Wirtschaftspolitik und Strukturreformen bei. Insgesamt positionierte sich Forum kritisch gegenüber dem westpakistanischen Establishment und sprach sich für Demokratie sowie wirtschaftliche Reformen in der pakistanischen Union aus.
Schließung und politische Kontexte
In der Nacht zum 26. März 1971, zu Beginn der militärischen Operation, die als Operation Searchlight bekannt ist, intervenierte das Militär und ließ das Magazin schließen. Die Maßnahme erfolgte im Kontext der zunehmenden politischen Repression jener Monate; viele Medien und Intellektuelle gerieten ins Visier der Armee. Dieser Einschnitt unterbrach die ursprüngliche Publikationsreihe von Forum.
Wiederbelebung und Redaktion der zweiten Phase
Mehr als drei Jahrzehnte nach seiner Gründung wurde Forum 2006 neu aufgelegt. Die Neuausgabe wurde von The Daily Star initiiert; Shah Hussain Imam übernahm die Chefredaktion. In dem Redaktionskomitee saßen u. a. die Gründer Hossain und Sobhan sowie Medienmacher wie Mahfuz Anam und Matiur Rahman (u. a. verbunden mit Prothom Alo) und der Gelehrte Anisuzzaman von der Universität von Dhaka. Die Neuauflage versuchte, die traditionell kritische Stimme des Magazins mit aktuellen Debatten zu verknüpfen.
Beiträge, Bedeutung und Profile
Forum zog Autorinnen und Autoren aus dem gesamten Raum Südasiens an. Beiträge kamen von Intellektuellen, Ökonomen, Journalisten und Politikern; das Heft bot Essays, Analysen und Kommentaren zu regionalen und globalen Themen. Zu den bekannten Gastautorinnen und -autoren zählten Persönlichkeiten aus Südasien und darüber hinaus.
- Prominente Beiträger waren unter anderem Amartya Sen, Tariq Ali und Kuldip Nayar.
- Auch Journalistinnen und Autoren wie Ahmed Rashid veröffentlichten Texte, die regionale Sicherheit, Politik und Wirtschaft behandelten.
Ende der Publikation und Einschätzung
Die zweite Phase von Forum lief bis April 2013, als die letzte Ausgabe erschien. In retrospektiver Betrachtung wird Forum als ein Magazin gewertet, das in kritischen Jahren intellektuelle Diskurse förderte und als Plattform für Debatten über Demokratie, Menschenrechte und wirtschaftliche Entwicklung in der Region diente. Seine Geschichte spiegelt zugleich die politischen Brüche und die Entwicklung der Medienlandschaft in Bangladesch wider.
Für weiterführende Informationen zu einzelnen Aspekten der Geschichte und der Persönlichkeiten, die mit Forum verbunden waren, siehe die jeweiligen Quellen und Biografien: Nachrichten, Hameeda Hossain, Rehman Sobhan, sowie Beiträge in The Daily Star und anderen Medien. Ergänzende Recherche lässt sich auch über akademische Publikationen und universitäre Archive anstoßen.