Der Hurrikan Bob war ein atlantischer tropischer Wirbelsturm, der im August 1991 die Küsten des östlichen Nordamerikas traf und zu den teuersten Hurrikanen in der Geschichte Neuenglands zählt. Besonders betroffen war der Bundesstaat Massachusetts, wo allein Schäden in Höhe von rund 1 Milliarde Dollar entstanden. Insgesamt beliefen sich die Schäden auf etwa 1,5 Milliarden Dollar, und achtzehn Menschen kamen infolge des Sturms ums Leben.
Entstehung und Verlauf
Der Sturm entwickelte sich aus einem Tiefdruckgebiet in der Nähe der Bahamas und verstärkte sich in den folgenden Tagen. Am 16. August wurde das System zum Tropensturm Bob heraufgestuft. Anfangs zog der Wirbelsturm in Richtung Nord‑Nordwest, bevor er sich am 17. August nach Nord‑Nordost drehte und an Stärke gewann.
Die Bahnentwicklung der Tage 18. und 19. August erinnerte an den historischen Hurrikan Carol von 1954, der ebenfalls North Carolina und Neuengland traf. Bob zog am 18. August über den Osten von North Carolina hinweg und weiter in nördliche Richtung über den Mittelatlantik. Er passierte östlich von Long Island, überquerte Block Island in Rhode Island und traf später am Nachmittag des 19. August in der Nähe von Newport auf Land.
Landfälle und betroffene Regionen
Während Bob besonders stark Rhode Island traf, wirkten sich die kräftigen Winde und der Regen weit westwärts bis nach Connecticut aus: In diesem Staat erreichten die Winde in der Nähe von 75 mph (etwa 120 km/h) ihren Höhepunkt. Der größte materielle Schaden entstand jedoch in Massachusetts. Weiter nördlich schwächte sich der Sturm zu einem starken Tropensturm ab und traf mit Windgeschwindigkeiten von rund 70 Meilen pro Stunde (ca. 110 km/h) und heftigem Regen auf Maine.
Neben Rhode Island, Connecticut, Massachusetts und Maine waren auch Teile von New York (Long Island), New Hampshire und Vermont von Regen, Sturmböen, Überschwemmungen und Stromausfällen betroffen. Küstenabschnitte erlitten starke Erosion; zahlreiche Gebäude, Hafenanlagen und Boote wurden beschädigt oder zerstört.
Schäden und Opfer
Die Folgen von Bob umfassten:
- Weitreichende Sachschäden an Wohngebäuden, Gewerbeimmobilien, Straßen und Hafenanlagen.
- Starke Regenfälle mit lokalem Überflutungsrisiko und Bodenerosion.
- Stromausfälle in vielen Regionen durch umgestürzte Bäume und heruntergerissene Leitungen, was die Rettungs- und Aufräumarbeiten zusätzlich erschwerte.
- Verlust und Beschädigung von Freizeit‑ und Fischereiflotten entlang der Küste.
- Unterbrechungen im Verkehrswesen (gesperrte Straßen, Ausfälle im Fährverkehr, Störungen im Flugverkehr).
Insgesamt forderte der Sturm achtzehn Tote. Die Todesursachen waren vielfältig und schlossen unter anderem Überschwemmungen, Unfälle im Straßenverkehr, Stromausfälle mit lebensbedrohlichen Folgen sowie Unfälle auf dem Wasser mit ein.
Reaktionen, Wiederaufbau und Namensrückzug
Unmittelbar nach dem Sturm wurden Notfallmaßnahmen eingeleitet: Einsatzkräfte sicherten akut gefährdete Orte, räumten Straßen und stellten Strom- und Kommunikationsverbindungen wieder her. Auf staatlicher und föderaler Ebene wurden Hilfen für Betroffene bereitgestellt, und Zahlungen für Reparaturen und Wiederaufbau folgten in den Wochen und Monaten nach dem Ereignis.
Wegen der schweren Schäden und der Todesopfer wurde der Name Bob im Frühjahr 1992 aus der Liste der Hurrikannamen zurückgezogen und durch Bill ersetzt — ein übliches Verfahren bei besonders zerstörerischen Stürmen, um Verwechslungen und mögliche Belastungen für die betroffenen Regionen in der Zukunft zu vermeiden.
Zusammenfassung: Hurrikan Bob war ein kräftiger Atlanktiksturm im August 1991, der mit Sturmfluten, heftigem Regen und starken Winden vor allem Neuengland traf. Die wirtschaftlichen Verluste und die menschlichen Opfer machten Bob zu einem der markantesten Stürme in der jüngeren Geschichte dieser Region.