Ein Kohlenwasserstoff ist eine Art chemische Verbindung. Er besteht nur aus Wasserstoff- und Kohlenstoffatomen. Sie kommen im Rohöl vor und werden durch fraktionierte Destillation abgetrennt (d.h. sie werden in verschiedene Gruppen getrennt). Der Wasserstoff und der Kohlenstoff sind über unpolare kovalente Bindungen miteinander verbunden. Aufgrund des Fehlens von polaren kovalenten Bindungen können Kohlenwasserstoffe keine Wasserstoffbrückenbindungen mit Wasser eingehen und sind hydrophob.

Grundtypen und Struktur

Kohlenwasserstoffe lassen sich grob in folgende Gruppen einteilen:

  • Alkane (gesättigte Kohlenwasserstoffe) mit der allgemeinen Summenformel CnH2n+2, z. B. Methan (CH4), Ethan (C2H6).
  • Alkene (ungesättigt, enthalten Doppelbindungen), z. B. Ethen (C2H4).
  • Alkine (ungesättigt, enthalten Dreifachbindungen), z. B. Ethin (C2H2).
  • Aromaten (zyklische, delokalisierte π‑Elektronensysteme), z. B. Benzol (C6H6).
  • Cyclische Kohlenwasserstoffe (Ringe ohne aromatischen Charakter).

Innerhalb dieser Gruppen treten viele Isomere auf (z. B. verzweigte vs. unverzweigte Ketten), was die Vielfalt der Eigenschaften erhöht.

Physikalische Eigenschaften

  • Da Kohlenwasserstoffe unpolar sind, sind sie schlecht in Wasser löslich, aber gut in organischen Lösungsmitteln (z. B. Ether, Benzin).
  • Dichte: Meist kleiner als die von Wasser; deshalb schwimmen viele Öl‑Fraktionen auf Wasser.
  • Aggregatzustand hängt von der Kettenlänge ab: Kurzkettige Kohlenwasserstoffe (C1–C4) sind bei Raumtemperatur gasförmig, mittelkettige meist flüssig (Benzin, Kerosin, Diesel) und langkettige können fest sein (Paraffine, Wachs).
  • Siedepunkte steigen mit zunehmender Molekülgröße und Molekülmasse, beeinflusst werden sie auch durch Verzweigung (verzweigte Moleküle haben meist niedrigere Siedepunkte als unverzweigte).

Chemische Eigenschaften und typische Reaktionen

  • Verbrennung: Reaktion mit O2 zu CO2 und H2O (vollständige Verbrennung) — wichtigste Energiequelle in Motoren und Heizanlagen.
  • Additionsreaktionen: Besonders bei Alkenen und Alkinen (z. B. Hydrierung, Halogenierung).
  • Substitutionsreaktionen: Typisch für gesättigte Kohlenwasserstoffe (z. B. Halogenierung unter Radikalmechanismus).
  • Cracking: Thermisches oder katalytisches Aufbrechen größerer Moleküle in kleinere (wichtig in Raffinerien zur Herstellung von Treibstoffen).

Vorkommen im Erdöl und Gewinnung

Kohlenwasserstoffe sind die Hauptbestandteile von Rohöl und Erdgas. Bei der fraktionierten Destillation werden die verschiedenen Kohlenwasserstoff‑Fraktionen nach Siedepunkt getrennt — von Gasen über Benzin, Kerosin und Diesel bis zu schweren Rückständen wie Bitumen. In Raffinerien werden diese Fraktionen weiter chemisch umgewandelt (z. B. Isomerisierung, Reforming, Cracking), um Anforderungen an Qualität und Nutzung zu erfüllen.

Verwendung

  • Treibstoffe: Benzin, Diesel, Kerosin.
  • Rohstoffe für die chemische Industrie: Herstellung von Kunststoffen, Lösungsmitteln, Synthesefasern und anderen Petrochemikalien.
  • Schmierstoffe, Wachse, Bitumen.

Umwelt- und Gesundheitsaspekte

  • Verbrennung von Kohlenwasserstoffen setzt CO2 frei und trägt so zum Treibhauseffekt bei.
  • Unvollständige Verbrennung kann giftiges Kohlenmonoxid (CO) und gesundheitsschädliche Partikel bilden.
  • Bestimmte aromatische Kohlenwasserstoffe (z. B. Benzol) sind krebserregend oder toxisch.
  • Leckagen und Verschmutzungen durch Öl können Böden und Gewässer schädigen; hydrophobe Kohlenwasserstoffe lassen sich nur schwer biologisch abbauen.

Wichtige Merksätze

  • Kohlenwasserstoffe bestehen nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff.
  • Sie sind unpolar und daher schlecht wasserlöslich (hydrophob).
  • Die Eigenschaften (gasförmig, flüssig, fest) hängen wesentlich von der Kettenlänge und Struktur ab.

Beispiele bekannter Kohlenwasserstoffe: Methan (CH4), Ethen (C2H4) und Benzol (C6H6). Ihre Rolle als Energieträger und als Ausgangsstoffe für die chemische Industrie macht sie wirtschaftlich bedeutend, gleichzeitig erfordern ihre Nutzung und Emissionen sorgfältiges umweltpolitisches Management.