Ilulissat (etwa 4.000 Einwohner) ist die drittgrößte Stadt Grönlands. Die Stadt liegt etwa auf halber Höhe der Westküste des Landes, auf 69 Grad nördlicher Breite, etwa 200 Kilometer nördlich des Polarkreises. Ilulissat ist auch unter dem dänischen Namen Jakobshavn (oder Jakobshafen) bekannt. In direkter Übersetzung ist Ilulissat das grönländische Wort für "Die Eisberge". Ilulissat ist der beliebteste Touristenort Grönlands, weil er in der Nähe des schönen Ilulissat-Eisfjords liegt - der Tourismus ist heute der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt. Ilulissat war der Geburtsort des großen Polarforschers Knud Rasmussen, und sein Elternhaus im Zentrum der Stadt ist heute ein Museum, das ihm gewidmet ist.
Ilulissat-Eisfjord (UNESCO-Welterbe)
Der Ilulissat-Eisfjord (engl. Ilulissat Icefjord) wurde 2004 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen. Der Fjord ist Ausgangspunkt der mächtigen Gletscherzunge des Sermeq Kujalleq (ehemals Jakobshavn Isbræ), eines der produktivsten und schnellsten Gletscher der Welt. Von hier brechen enorme Eisberge ab, treiben in die Diskobucht und prägen das Landschaftsbild rund um Ilulissat.
Sehenswertes & Aktivitäten
- Ilulissat Icefjord Centre: Modernes Besucherzentrum mit Ausstellungen zur Gletscherforschung, Beobachtungsplattformen und Informationen zu lokalen Natur- und Kulturthemen. Die Architektur bietet gute Ausblicke auf den Eisfjord.
- Gletscherbeobachtung: Bootstouren in die Diskobucht, geführte Wanderungen zu Aussichtspunkten (z. B. Sermermiut) und geführte Tagesausflüge ermöglichen die Beobachtung von Kalbungen – ein eindrucksvolles Naturereignis.
- Wandern & Kultur: Kurze bis mittellange Wanderwege führen zu alten Siedlungsplätzen und Aussichtspunkten. Das kleine Stadtzentrum mit bunten Holzhäusern, Cafés und dem Knud-Rasmussen-Museum lädt zum Bummeln ein.
- Aktivitäten je nach Jahreszeit: Im Sommer (Juni–September) sind Bootstouren, Kajakfahren und Mitternachtssonne-Erlebnisse beliebt; im Winter (November–März) bieten sich Hundeschlittenfahrten, Schneeschuhwanderungen und Beobachtungen des Nordlichts an. Helikopterflüge zeigen die Eislandschaft aus der Luft.
- Diskoinsel: Tagesausflüge zur nahegelegenen Diskoinsel (Qeqertarsuaq) sind möglich und zeigen eine andere Facette der Region.
Klima, Anreise & praktische Hinweise
Ilulissat hat ein arktisches Klima mit kalten Wintern und kühlen Sommern. Die beste Reisezeit hängt von den Interessen ab: Für Gletscher- und Bootstouren sowie die Mitternachtssonne sind die Sommermonate ideal; für Nordlichter und Wintersport die dunkleren Wintermonate. Moskitos können in manchen Sommermonaten in Ufer- und Tundragebieten lästig sein – ein Mückenschutz ist empfehlenswert.
Ilulissat ist per Flug erreichbar: Inlandsflüge verbinden die Stadt mit anderen grönländischen Orten (etwa Kangerlussuaq oder Nuuk), die über internationale Verbindungen erreichbar sind. Es gibt keine Straßenverbindung zu anderen Städten – Schifffahrt oder Luftverkehr sind die einzigen Verbindungen. Vor Ort gibt es einfache bis gute Unterkünfte, Restaurants und Anbieter für Touren.
Wirtschaft & Kultur
Neben dem Tourismus spielen Fischerei und Jagd nach wie vor eine Rolle für die lokale Wirtschaft. Die Bevölkerung spricht überwiegend Grönländisch (Kalaallisut) und Dänisch; traditionelle Kultur und moderne Elemente begegnen sich in Ilulissat sichtbar und spürbar.
Tipps für Besucher
- Respektieren Sie die Natur: Eisschollen und die Nähe zum Gletscher können gefährlich sein—nur mit erfahrenen Führern Bootstouren unternehmen.
- Kleiden Sie sich in Schichten und winddicht; Wetter und Temperaturen können schnell wechseln.
- Planen Sie Touren im Voraus, besonders in der Hochsaison, da Anbieter und Unterkünfte begrenzt sind.
- Informieren Sie sich über lokale Regeln und Umweltschutzmaßnahmen im UNESCO-Gebiet.
Ilulissat verbindet spektakuläre Natur mit einer lebendigen kleinen Stadt und ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Dynamik der arktischen Gletscherlandschaften hautnah zu erleben.

