Die Jimmy Wales Foundation ist eine von Jimmy Wales gegründete gemeinnützige Organisation zur Förderung der Internetfreiheit. Wales, Mitbegründer der Wikipedia, nutzte das Preisgeld des sogenannten "Knowledge Award", den er gemeinsam mit Tim Berners-Lee auf der ersten Wissenskonferenz in Dubai erhielt, zur Gründung der Stiftung. Ziel ist es, den freien Zugang zu Information, die Meinungsfreiheit im Netz und offene Standards zu stärken.

Die Stiftung setzt sich sowohl auf politischer als auch auf zivilgesellschaftlicher Ebene für Internetfreiheit ein. Zu den typischen Aktivitäten gehören Öffentlichkeitsarbeit, das Sichtbarmachen von Menschenrechtsverletzungen im digitalen Raum, die Unterstützung einzelner Betroffener durch Informationskampagnen sowie die Zusammenarbeit mit anderen NGOs, Journalistinnen und Journalisten und technischen Communities. Die Stiftung fördert außerdem Projekte und Initiativen, die den freien Informationsaustausch und den Schutz von Aktivistinnen und Aktivisten im Netz stärken.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Jimmy Wales Foundation ist die Darstellung und Begleitung individueller Menschenrechtsfälle. Die Organisation berichtet über reale Personen, die wegen ihrer Online-Aktivitäten, ihrer Meinungsäußerung oder ihres Einsatzes für ein offenes Internet verfolgt wurden. Zu den bekanntesten Fällen, die die Stiftung öffentlich gemacht hat, gehören:

  • Bassel Khartabil (auch Bassel Safadi): Ein syrischer Entwickler und Aktivist, der zuvor in Projekten mit Creative Commons Syrien engagiert war. Er wurde 2012 in Syrien inhaftiert und galt in den folgenden Jahren als verschwunden. Berichten zufolge wurde er 2015 hingerichtet. Die Stiftung trug dazu bei, auf seinen Fall aufmerksam zu machen und forderte Aufklärung über sein Schicksal.
  • Roya Saberinejad: Ein weiterer Einzelfall, über den die Stiftung berichtet hat. Nach Angaben der Berichte reiste sie in den Iran, um ihre Familie zu besuchen, kehrte jedoch nicht zurück. Die Stiftung nutzt solche Fälle, um auf die Gefahren für Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger im digitalen und analogen Raum hinzuweisen und internationale Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Die Arbeit der Stiftung besteht nicht nur aus der Berichterstattung: Sie versucht, durch Kampagnen Druck auf Entscheidungsträger aufzubauen, internationale Unterstützung zu mobilisieren und das Thema Internetfreiheit in öffentliche Debatten zu bringen. Oft geschieht dies in Kooperation mit anderen Organisationen, Expertinnen und Experten sowie betroffenen Communities.

Interessierte können die Ziele der Stiftung unterstützen, indem sie Kampagnen teilen, auf Missstände aufmerksam machen, Petitionen unterzeichnen oder sich mit zivilgesellschaftlichen Gruppen vernetzen. Transparenz, Schutz persönlicher Daten und der freie Zugang zu Informationen bleiben zentrale Werte der Jimmy Wales Foundation im Einsatz für ein offenes und sicheres Internet.