Koreanischer Kalender: Aufbau, Geschichte und traditionelle Feste
Übersicht über den traditionellen koreanischen lunisolaren Kalender: Aufbau, historische Entwicklung, wichtige Feste wie Seollal und Chuseok sowie seine heutige Bedeutung neben dem Gregorianischen Kalender.
Überblick
Der traditionelle koreanische Kalender ist ein lunisolarer Zeitrechner, der sowohl Mondphasen als auch das Sonnenjahr berücksichtigt. Er dient seit Jahrhunderten zur Festlegung von Festtagen, landwirtschaftlichen Terminen und religiösen Ritualen. Wie andere ostasiatische Kalendersysteme orientiert er sich an astronomischen Beobachtungen und Berechnungen, die historisch lokal am koreanischen Meridian vorgenommen wurden. Moderne Berechnungen greifen heute auf standardisierte Ephemeriden zurück, doch die kulturelle Verwendung bleibt unverändert wichtig.
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1 BildAufbau und Kennzeichen
Monate beginnen mit dem Neumond, und das Datum eines Tages richtet sich nach der Mondphase. Um die Divergenz zwischen Mond- und Sonnenjahr auszugleichen, werden periodisch Schaltmonate (koreanisch: 윤달) eingefügt. Zusätzlich strukturiert eine Reihe von 24 Sonnenabschnitten (절기, „jeolgi“) das Jahr nach klimatisch-agrarischen Kriterien. Die Kombination von Mondmonat und Sonnenabschnitt macht den Kalender für Landwirtschaft und traditionelle Feste besonders geeignet.
Geschichtlicher Hintergrund
Der koreanische Kalender ist historisch eng mit dem chinesischen Lunisolarkalender verwandt, wurde jedoch über die Jahrhunderte lokal angepasst. Astronomische Beobachtungen und Tafeln wurden in Korea eigenständig geführt; Bezugnahmen auf den lokalen Meridian sind dokumentiert. Offiziell wurde in Korea der Gregorianische Kalender im späten 19. Jahrhundert eingeführt und wird seither für zivile Zwecke verwendet, während der traditionelle Kalender die zeitliche Grundlage für viele kulturelle Ereignisse bildet.
Wichtige Feste und Beispiele
- Seollal — das Mondneujahr, üblicherweise der erste Tag des ersten Mondmonats; ein zentrales Familienfest.
- Daeboreum — die erste Vollmondnacht des neuen Jahres; traditionelle Bräuche betreffen Glück und Gesundheit.
- Dano — ein Frühlingsfest am fünften Tag des fünften Mondmonats mit alten Reinigungs- und Feierpraktiken.
- Chuseok — das Erntedankfest, gefeiert um den Vollmond des achten Mondmonats, vergleichbar mit dem Mabon im westlichen Brauchtum.
- Weitere traditionelle Tage sind Samjinnal (dritter Tag des dritten Monats), Yudu und Chilseok, die eng an Jahreszeiten und Agrarzyklen gebunden sind.
Diese Feste werden häufig in offiziellen und privaten Kontexten nach dem traditionellen Kalender bestimmt; selbst Ereignisse aus der Geschichte werden oft in beiden Systemen dokumentiert.
Moderne Bedeutung und Unterschiede
Obwohl der Gregorianische Kalender heute für Verwaltung und Handel gilt, bleibt der lunisolare Kalender kulturell prägend. Regionen und Familien orientieren sich an ihm für Rituale, Ahnenverehrung und Volksbräuche. In wissenschaftlicher und rechtlicher Praxis finden jedoch weithin standardisierte Berechnungen Anwendung; historische Unterschiede in lokalen Beobachtungsmethoden können zu geringfügigen Abweichungen gegenüber anderen ostasiatischen Kalendern führen.
Weiterführende Hinweise
Für vertiefende Informationen zu Ostasien und historischen Kalendern siehe ähnliche Systeme in benachbarten Ländern, die gemeinsame astronomische Grundlagen haben: Ostasien im historischen Kontext. Zur Rolle des lokalen Meridian in traditionellen Berechnungen: Koreanischer Meridian. Zur Einführung des Gregorianischen Kalenders in Korea: Gregorianische Einführung. Spezifische Feste wie Daeboreum werden in kulturhistorischen Sammlungen dokumentiert: Daeboreum und Bräuche. Informationen zu Monsun- und Sommerzeiten, die traditionelle Termine beeinflussen, finden sich hier: Klimatische Einflüsse.
Geschichte
Der alte koreanische Kalender stammt vom alten chinesischen Kalender ab. Der koreanische Kalender gab die Jahreszahlen an, indem er die Namen der koreanischen Ära von 270 bis 963 verwendete. Dann wurden bis 1894 einige Male chinesische Ära-Namen mit koreanischen Ära-Namen verwendet. In den Jahren 1894-1895 wurde der auf dem Mond basierende Kalender mit Jahreszahlen vom Beginn der Joseon-Dynastie im Jahr 1392 verwendet.
Der Gregorianische Kalender begann am 1. Januar 1896 mit dem Namen der koreanischen Ära "Geonyang (건양 / 建陽, "Annahme des Sonnenkalenders")".
Von 1945 bis 1961 wurden in Südkorea die gregorianischen Kalenderjahre seit dem Beginn des Gojoseon im Jahr 2333 v. Chr. (als Jahr eins betrachtet) gezählt. Diese Dangi (단기 / 檀紀) Jahre waren 4278 bis 4294. Diese Nummerierung wurde häufig inoffiziell mit dem koreanischen Mondkalender vor 1945 verwendet. Nach 1961 wurde sie nur manchmal verwendet, vor allem in Nordkorea vor 1997.
In Nordkorea wird seit 1997 der Juche-Kalender verwendet, um die Jahre auf der Grundlage der Geburt von Kim Il Sung zu nummerieren.
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Autor
AlegsaOnline.com Koreanischer Kalender: Aufbau, Geschichte und traditionelle Feste Leandro Alegsa
URL: https://de.alegsaonline.com/art/54278
Quellen
- lifeinkorea.com : Korean Holidays