Lahore-Resolution (23. März 1940) – Entschließung der All-India Muslim League
Lahore-Resolution (23. März 1940): Entschließung der All-India Muslim League, die Autonomie bzw. unabhängige muslimische Gebiete in Britisch-Indien forderte und als Wendepunkt zur Gründung Pakistans gilt.
Lahore-Resolution (Urdu: Qarardad-e-Lahore; allgemein auch als Pakistan-Resolution, Urdu: Qarardad-e-Pakistan, bekannt) ist die Bezeichnung für eine politische Entschließung, die vom Arbeitsausschuss der All-India Muslim League ausgearbeitet und am 23. März 1940 auf der Generalversammlung in Lahore formell angenommen wurde. Die Resolution markierte einen Wendepunkt in der politischen Entwicklung der muslimischen Politik in Britisch-Indien und gilt als Vorstufe der späteren Forderung nach einem eigenen Staat, der als Pakistan bekannt wurde.
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6 BilderKontext und Entstehung
Die Resolution wurde vom 22. bis 24. März 1940 vom 25 Mitglieder zählenden Arbeitsausschuss der Muslim League verfasst und am 23. März 1940 auf dem Abschlussplenum angenommen. Sie entstand vor dem Hintergrund politischer Auseinandersetzungen mit dem Indischen Nationalkongress, wachsender Forderungen nach Selbstbestimmung in verschiedenen Teilen Britisch-Indiens sowie der wachsenden Bedeutung regionaler und religiöser Identitäten.
Wesentliche Inhalte
Die Lahore-Resolution forderte vor allem eine Neuordnung der politischen Gliederung in Bereichen mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Wichtige Punkte lassen sich zusammenfassen:
- Forderung nach größerer Autonomie für muslimisch geprägte Provinzen und Regionen innerhalb des britischen Kolonialreiches.
- Vorschlag, dass geographisch zusammenhängende Gebiete mit muslimischer Mehrheit in Nordwesten und Osten Indiens so gruppiert werden sollten, dass sie als unabhängige Staaten oder autonome Einheiten konstituiert werden können.
- Die Formulierung blieb teilweise vage und sprach von „unabhängigen Staaten“ (Plural), was später unterschiedliche Interpretationen erlaubte.
Vorstellung und Debatte
Die Resolution wurde auf der Versammlung im damals als Minto Park bezeichneten Gelände vorgetragen; die Rede hielt Maulvi A. K. Fazlul Huq im Namen des Arbeitsausschusses. Zur gleichen Zeit diskutierten Delegierte, Politiker und Presse die Bedeutung der Formulierungen, wobei nicht einheitlich sofort als Forderung nach einem einzigen neuen Staat interpretiert wurde.
Rezeption und politische Folgen
In den Jahren nach 1940 veränderte sich die politische Agenda der Muslim League zunehmend in Richtung der Schaffung eines geteilten Staates oder mehrerer souveräner muslimischer Einheiten. Die Lahore-Resolution gilt heute als symbolischer Ausgangspunkt der ausgreifenden Forderung, die schließlich in der Teilung Britisch-Indiens und der Gründung von Pakistan 1947 mündete. Wesentliche Folgen waren:
- Vertiefung der Forderungen der Muslim League nach territorialer Selbstbestimmung für Muslimmehrheiten.
- Intensivierte politische Auseinandersetzungen zwischen Partei- und Provinzführerinnen und -führern sowie mit dem Indischen Nationalkongress.
- Langfristige Verschiebungen in politischen Allianzen und Verhandlungspositionen gegenüber der britischen Kolonialverwaltung.
Wortlaut und Interpretationen
Der originale Wortlaut enthielt bewusst offen gehaltene Formulierungen wie die Erwähnung „unabhängiger Staaten“ in den nordwestlichen und östlichen Zonen. Diese sprachliche Offenheit erlaubte in den folgenden Jahren verschiedene politische Deutungen:
- Für einige zeitgenössische Beobachter war die Resolution zunächst eine Forderung nach starker regionaler Autonomie innerhalb eines föderalen Britisch-Indiens.
- Für andere entwickelte sich daraus schrittweise die klare Forderung nach einem eigenständigen Nationalstaat(n) für Muslime.
Symbolische Bedeutung und Gedenken
Die Lahore-Resolution wird in Pakistan als historischer Meilenstein angesehen. Zu dieser Erinnerung wurde auf dem Gelände des ehemaligen Minto Parks das Denkmal Minar-e-Pakistan errichtet. Das Bauwerk befindet sich heute im Greater Iqbal Park in Lahore und dient als Ort nationaler Gedenkfeiern und politischer Zeremonien.
Kurzüberblick: Wichtige Daten und Fakten
- Datum der Annahme: 23. März 1940
- Verfasst von: Arbeitsausschuss (25 Mitglieder) der All-India Muslim League
- Ort: Lahore (damals Minto Park, heute Teil des Greater Iqbal Park)
- Präsentiert durch: Maulvi A. K. Fazlul Huq
- Langfristige Bedeutung: Wegbereiterin der Forderung nach einem eigenständigen muslimischen Staat, im historischen Diskurs oft mit Pakistan verbunden
Die Lahore-Resolution bleibt Gegenstand historischer Forschung und unterschiedlicher politischer Bewertungen. Ihre Bedeutung liegt sowohl in den konkreten politischen Forderungen jener Zeit als auch in ihrer Symbolwirkung für die spätere Staatsbildung und das nationale Gedächtnis.
Ausschuss
Im Folgenden finden Sie die vollständige Liste der 25 ursprünglichen, formell benannten Mitglieder des Sonderarbeitsausschusses der All India Muslim League, 1940, der zwischen dem 21. und 24. März 1940 tagte und der die Lahore-Resolution weitgehend verfasste.
- Quaid e Azam Muhammad Ali Jinnah
- Nawabzada Liaquat Ali Khan
- Sir Sikandar Hayat Khan
- Sir Schahnawaz Khan Mamdot
- Amir Ahmed Khan Raja Sahib von Mahmudabad
- Sher-e-Bangla A.K. Fazlul Huq
- Sir Abdullah Haroon
- Al-Hajj Sir Khawaja Nazimuddin
- Amjadi Bano Begum
- Molana Muhammad Akram Khan
- Chaudhry Khaliquzzaman
- Nawab Muhammad Ismail Khan
- Sir Currimbhoy Ebrahim
- Ali Muhammad Khan Dehlvi
- Qazi Muhammad Isa
- Sardar AurangzebKhan
- Abdul Mateen Chauhdry
- Ashiq Mohamed Warsi
- Hadschi Abdus Sattar Sattar Essak Saith
- S.M. Sharif
- Syed Abdul Rauf Schah
- Mohammad Latif ur Rahman
- Abdul Rehman Siddiqui
- Malik Barkat Ali
- Sadullah Khan Umarzai
Fragen und Antworten
F: Was ist die Lahore-Resolution?
A: Die Lahore-Resolution, auch bekannt als Pakistan-Resolution, war eine politische Resolution, die zwischen dem 22. und 24. März 1940 von dem 25-köpfigen Arbeitsausschuss der All-India Muslim League verfasst wurde. Sie forderte eine größere Autonomie der muslimischen Mehrheitsstaaten wie Punjab, Bengalen, Sindh und NWFP innerhalb von Britisch-Indien. Sie wird heute als Forderung nach einem separaten muslimischen Staat, Pakistan, angesehen.
F: Wer hat die Lahore-Resolution verfasst?
A: Die Lahore-Resolution wurde vom 25-köpfigen Arbeitsausschuss der All-India Muslim League verfasst.
F: Wann wurde sie angenommen?
A: Die Resolution wurde von den Mitgliedern der Muslimliga auf ihrer Generalversammlung am 23. März 1940 in Lahore formell angenommen.
F: Wo hat sie stattgefunden?
A: Die Resolution wurde im Minto Park (heute umbenannt in 'Iqbal Park') in Lahore von Maulvi A.K. Fazlul Huq auf Anweisung des Arbeitsausschusses präsentiert.
F: Welches Bauwerk erinnert heute an dieses Ereignis?
A: Heute steht im Greater Iqbal Park in Lahore ein Minar-e-Pakistan, das an dieses Ereignis und seine Bedeutung für die pakistanische Geschichte und Kultur erinnert.
F: Wie lange vor dieser Resolution gab es bereits Überlegungen zur Trennung der Muslime?
A: Die Idee einer Trennung der Muslime war in der politischen Atmosphäre Indiens schon vor dieser Resolution im Umlauf.
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AlegsaOnline.com Lahore-Resolution (23. März 1940) – Entschließung der All-India Muslim League Leandro Alegsa
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