Mohammad Ali Jinnah, (Urdu: محمد علی جناح; Gujarati: મહંમદ અલી ઝીણા; 25. Dezember 1876 - 11. September 1948 in Karatschi) war ein pakistanischer Politiker. Er ist der Gründer Pakistans. Nach der Teilung Indiens wurde er pakistanischer Generalgouverneur. Als Zeichen des Respekts nennen ihn die Pakistaner Quaid-e-Azam. Quaid-e-Azam ist eine Redewendung, die in der urduistischen Sprache "der große Führer" bedeutet. Die Menschen nannten ihn auch Baba-I-Quam, eine andere Redewendung in der urduistischen Sprache, die "der Vater der Nation" bedeutet. Der Tag seiner Geburt ist in ganz Pakistan ein Nationalfeiertag.

Frühes Leben und Ausbildung: Jinnah wurde in eine wohlhabende Handelsfamilie geboren und wuchs in der damals britischen Hafenstadt Karachi auf. Als Jugendlicher ging er nach England, um Jura zu studieren; er wurde Mitglied von Lincoln's Inn und arbeitete später als erfolgreicher Rechtsanwalt. Seine juristische Ausbildung und seine Jahre in London prägten seinen Stil: sachlich, formell und auf Verfassung und Recht bedacht. Er heiratete Rattanbai "Ruttie" Petit; aus der Ehe ging eine Tochter, Dina, hervor.

Politischer Werdegang: Zunächst politisch in der Indischen Nationalkongress-Bewegung aktiv, wandte sich Jinnah später stärker den Interessen der muslimischen Bevölkerung in Britisch-Indien zu. Er spielte eine führende Rolle im All-India Muslim League und entwickelte sich zum wichtigsten Vertreter der Forderung nach einer eigenständigen politischen Vertretung der Muslime. Unter seiner Führung gewann die Muslim League in den 1940er Jahren an Einfluss; die sogenannten Lahore-Resolution von 1940 und die Verhandlungen in den Jahren vor 1947 trugen maßgeblich zur Gründung eines eigenen Staates bei.

Rolle bei der Staatsgründung und Regierungszeit: Als unverkennbarer Führer der Pakistan-Bewegung leitete Jinnah die Verhandlungen zur Teilung Britisch-Indiens. Nach der Gründung Pakistans im August 1947 wurde er zum ersten Generalgouverneur und verfolgte das Ziel, staatliche Institutionen aufzubauen und Recht und Ordnung in dem neuen, vielfach durch Gewalt und Vertreibungen gezeichneten Land zu stabilisieren. In Ansprachen betonte er wiederholt Rechte religiöser und ethnischer Minderheiten und die Bedeutung von Gesetzgebung und Verwaltung für den dauerhaften Bestand des Staates.

Gesundheit, Tod und Vermächtnis: Jinnah litt in seinen letzten Jahren an gesundheitlichen Problemen, die er weitgehend geheim hielt. Er starb am 11. September 1948 in Karachi. Seine Grabstätte, das heute als Mazar-e-Quaid bekannte Mausoleum, ist eine der wichtigsten nationalen Gedenkstätten Pakistans. Sein politisches Erbe ist bis heute prägend: In Pakistan wird ihm vielfach die Rolle als Staatsgründer und zentraler Architekt des modernen pakistanischen Staates zugeschrieben. Zahlreiche Institutionen, Straßen und der internationale Flughafen von Karachi tragen seinen Namen oder ehren ihn anderweitig. Sein Geburtstag, der 25. Dezember, wird als nationaler Gedenktag begangen.

Bedeutung und Kontroversen: Jinnahs Persönlichkeit und sein politisches Denken werden international und in Südasien unterschiedlich bewertet. Für viele Pakistaner ist er der «Quaid-e-Azam» und Vater der Nation, ein Symbol für nationale Einheit und Staatsgründung. Historiker und Debatten betonen zugleich die Komplexität seiner Positionen – etwa seine anfängliche Unterstützung hindu-muslimischer Kooperation, seine spätere Befürwortung einer separaten muslimischen Heimat und die Frage, wie säkular oder religiös der neue Staat sein sollte. Diese unterschiedlichen Interpretationen sind Teil des anhaltenden historischen Interesses an Jinnah und seiner Rolle im 20. Jahrhundert.