Chungará-See (Chile) – Hochgebirgssee im Lauca-Nationalpark nahe Parinacota

Chungará-See (Chile) – spektakulärer Hochgebirgssee im Lauca-Nationalpark nahe Parinacota: glasklares Altiplano-Wasser, beeindruckende Vulkane, Lamas, Alpakas & endemische Arten.

Autor: Leandro Alegsa

Der Chungará-See (von Aymara: chunkara "Moos auf dem Stein") ist ein See im äußersten Norden Chiles, im Altiplano der Region Arica y Parinacota. Er ist der 29. höchstgelegene See der Welt (und der 10. höchstgelegene in Südamerika).

Der See liegt in der Nähe der Vulkane Parinacota (6.342 m) und Pomerape (6.222 m). Er ist Teil des Nationalparks Lauca in der Gemeinde Putre. Der See liegt etwa 54 km (34 Meilen) östlich der Stadt Putre und etwa 9 km (5,6 Meilen) westlich der Grenze zu Bolivien.

Im See und in den Bächen in der Nähe gibt es einige kleine Fische, die im Seebecken endemisch sind: Bleistiftwels, Trichomycterus chungaraensis und Orestias chungarensis.

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Lamas und Alpakas am Chungará-See

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Vulkan Parinacota und Chungará-See

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Vormittag am Chungará-See.

Geographische Lage und Entstehung

Der Chungará-See liegt auf einer großen Hochebene der Anden in einer Höhe von etwa 4.517 Metern über dem Meeresspiegel und zählt damit zu den höchstgelegenen dauerhaft wasserführenden Seen der Erde. Er entstand in geologisch jüngerer Zeit durch die Wechselwirkung von vulkanischer Aktivität (v. a. Parinacota und Pomerape), glazialer Erosion und der Ablagerung von Sedimenten, die ein natürliches Becken bildeten. Die Landschaft ist geprägt von Vulkanen, erstarrten Lavaflüssen, Moränenzügen und ausgedehnten Hochmoorflächen (Bofedales).

Hydrologie

Der See wird größtenteils durch Schmelzwasser, Quellen und saisonale Zuflüsse aus dem umliegenden Andenraum gespeist. Die Wasserstände schwanken je nach Jahreszeit und Schneefall in den höheren Regionen. Das Wasser ist aufgrund der großen Höhe und der geringen Nährstoffzufuhr relativ klar und kalt. Chungará ist ein wichtiges Element des lokalen Wasserkreislaufs im Einzugsgebiet des Altiplano.

Flora und Fauna

Die Uferzonen und die umgebenden puna-Weiden bieten Lebensraum für typische Hochgebirgsarten:

  • Vögel: Zahlreiche Wat- und Wasservögel nutzen das Gebiet als Brut- und Nahrungsplatz, darunter verschiedene Flamingo-Arten (z. B. Andenflamingo und James-Flamingo), Andenmöwen und weitere Andenarten.
  • Säugetiere: Herdentiere der Camelidae wie Lamas und Alpakas sind in der Gegend verbreitet und werden von Hirten traditionell beweidet; auch Wildtierarten wie Vicuñas können in der weiteren Umgebung vorkommen.
  • Fische: Die bereits genannten endemischen Arten (Bleistiftwels, Trichomycterus chungaraensis, Orestias chungarensis) sind an die harten Bedingungen in großer Höhe angepasst.
  • Pflanzen: In den Bofedales wachsen spezialisierte, feuchtigkeitsliebende Pflanzen, während auf den trockeneren Hängen krautige Puna-Vegetation und Zwergsträucher dominieren.

Schutzstatus und Naturschutz

Der Chungará-See liegt innerhalb des Nationalparks Lauca, eines der wichtigsten Schutzgebiete Nordchiles. Der Schutzstatus soll die einzigartigen Ökosysteme, die endemischen Arten und das kulturelle Erbe der indigenen Gemeinden bewahren. Besucher unterliegen Verhaltensregeln, um Störungen empfindlicher Lebensräume zu minimieren.

Tourismus und Erreichbarkeit

Der See ist ein beliebtes Ziel für Tagestouristen und Naturbeobachter. Ausgangspunkt für Besuche ist meist die Kleinstadt Putre, erreichbar von der Küstenstadt Arica aus per Straße. Aufgrund der großen Höhenlage sollten Besucher sich akklimatisieren und auf mögliche Höhenkrankheitssymptome achten. Aussichtspunkte bieten spektakuläre Blicke auf den See mit der Kulisse der Vulkane Parinacota und Pomerape; Fotografie und Vogelbeobachtung sind besonders beliebt. In der Umgebung gibt es einfache Einrichtungen und Informationsstellen des Nationalparks.

Gefährdungen und Herausforderungen

Wie viele Hochgebirgsgebiete ist auch der Chungará-See empfindlich gegenüber klimatischen Veränderungen, Wasserentnahmen und der Einführung fremder Arten. Veränderungen der Schneemengen und Schmelzwasserverfügbarkeit durch den Klimawandel können die Wasserstände und die Ökologie des Sees beeinflussen. Zudem stellen unbegrenzte Weidewirtschaft, unsachgemäßer Tourismus und invasive Fischarten potenzielle Gefährdungen dar. Der Schutz im Rahmen des Nationalparks und lokale Managementmaßnahmen sollen diese Risiken abmildern.

Hinweise für Besucher

  • Akklimatisierung: Nehmen Sie sich Zeit zur Anpassung an die Höhe (4.500 m). Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und meiden Sie anstrengende Aktivitäten zu Beginn.
  • Wetter: Im Altiplano wechseln klare, sonnige Morgen oft zu nachmittäglichen Schauern in der Regenzeit (Sommerhalbjahr). Packen Sie warme und winddichte Kleidung ein.
  • Respekt vor der Natur: Folgen Sie den Hinweisen des Nationalparks, verlassen Sie markierte Wege nicht, füttern Sie keine Wildtiere und entsorgen Sie Abfälle nicht in der Natur.

Der Chungará-See ist ein eindrückliches Beispiel für die besondere Natur der Andenhochfläche: Kombination aus rauer Schönheit, biologischer Einzigartigkeit und kultureller Bedeutung für die ansässigen Gemeinschaften.

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Fragen und Antworten

F: Was ist der Chungará-See?


A: Der Chungará-See ist ein See im äußersten Norden Chiles, der im Altiplano der Region Arica y Parinacota liegt. Er ist Teil des Nationalparks Lauca und liegt in der Nähe zweier Vulkane, Parinacota und Pomerape.

F: Wie hoch ist der Chungará-See?


A: Der Chungará See ist der 29. höchste See der Welt (und der 10. höchste in Südamerika).

F: Wo liegt der Chungará-See?


A: Der Chungará-See liegt in der Nähe der Stadt Putre, etwa 54 km (34 Meilen) östlich und 9 km (5,6 Meilen) westlich der bolivianischen Grenze.

F: Gibt es Fische, die in diesem Gebiet endemisch sind?


A: Ja, es gibt einige kleine Fische, die in diesem Seebecken endemisch sind, wie der Bleistiftwels, Trichomycterus chungaraensis, und Orestias chungarensis.

F: Welche Tiere kann man am Chungará See finden?


A: Am Chungara-See kann man Lamas und Alpakas finden.

F: Gibt es etwas Besonderes am Morgen an diesem See?


A: Ja, die Morgenstunden an diesem See sind besonders schön mit Blick auf den Vulkan Parinacota und den See selbst.


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