Koordinaten: 18°28′30″S 70°18′5228′30 / 18.47500°S 70.31444°W / -18.47500; -70.31444
Die XV. Region Arica und Parinacota (spanisch: XV. Región de Arica y Parinacota) ist eine der 15 Verwaltungseinheiten erster Ordnung in Chile. Sie ist die jüngste Region des Landes, die durch das Gesetz 20.175 geschaffen wurde. Sie nahm ihre Tätigkeit am 8. Oktober 2007 auf.
Lage und Grenzen
Die Region liegt im äußersten Norden Chiles an der Pazifikküste und umfasst ein Gebiet, das sich von der Küste über die Anden bis zum Altiplano erstreckt. Im Norden grenzt sie an Peru, im Osten an Bolivien, im Süden an die Region Tarapacá und im Westen an den Pazifik. Durch diese Lage an internationalen Grenzen spielt die Region eine wichtige Rolle im grenzüberschreitenden Handel und Verkehr.
Verwaltung und wichtige Orte
Die Region ist in zwei Provinzen gegliedert:
- Provinz Arica (Hauptstadt: Arica) — Küstenstadt, wirtschaftliches und logistisches Zentrum der Region.
- Provinz Parinacota (Hauptstadt: Putre) — Hochlandgebiet mit kleineren Ortschaften und ausgeprägter Andenlandschaft.
Die wichtigste Stadt und zugleich Verwaltungszentrum ist Arica, bekannt als Hafenstadt und regionales Handelszentrum. Weitere bedeutende Orte sind Putre (Tor zum Altiplano) und ländliche Gemeinden der Aymara-Bevölkerung.
Geographie und Klima
Die Region ist geografisch sehr vielfältig: schmale, trockene Küstenebene (Teil der Atacama-Wüste), steile Andenflanken und das hochgelegene Altiplano mit Seen und Vulkanen. Bekannte Naturmerkmale sind die Vulkankegel, etwa der Parinacota, sowie der sehr hoch gelegene See Chungará im Lauca-Nationalpark. An der Küste sorgen der kalte Humboldtstrom und trockenes Wüstenklima für aride Bedingungen; Inland auf dem Altiplano herrscht kaltes Hochgebirgsklima mit starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht.
Bevölkerung und Kultur
Die Region weist eine gemischte Bevölkerung auf: städtische Bevölkerungsgruppen in Arica und indigen geprägte Gemeinschaften im Hochland. Ein bedeutender Teil der Einwohner gehört der Aymara-Bevölkerung an; kulturelle Traditionen, Sprache und Feste sind hier lebendig. Die in der Region gesprochenen Sprachen sind vor allem Spanisch und Aymara.
Wirtschaft und Verkehr
Wirtschaftlich ist die Region durch folgende Sektoren geprägt:
- Hafenwirtschaft und Handel: Der Hafen von Arica ist ein wichtiger Umschlagplatz für Im- und Exportgüter, unter anderem für den Transitverkehr Boliviens.
- Landwirtschaft: In Oasen und Flusstälern (z. B. Valle de Azapa) wird Landwirtschaft betrieben, darunter Oliven, Gemüse und Früchte.
- Fischerei und Seehandel: An der Küste spielen Fischerei und Hafenaktivitäten eine Rolle.
- Tourismus: Strände, historische Stätten, Nationalparks und Andenlandschaften ziehen Besucher an.
Wichtige Verkehrsverbindungen sind die Panamericana (Ruta 5), das Chacalluta International Airport bei Arica sowie traditionelle Schienen- und Fährverbindungen, die historisch den Zugang zu umliegenden Andenregionen und zu Bolivien erleichterten. Grenzübergänge zu Peru und Bolivien ermöglichen intensiven Waren- und Personenverkehr.
Geschichte und Gründung
Die Region entstand 2007 durch das Gesetz 20.175, das die bisherige nördliche Zone der Region Tarapacá abspaltete, um eine eigenständige Verwaltungseinheit zu schaffen. Ziel war eine bessere territoriale Verwaltung, stärkere regionale Identität und gezielte Entwicklungspolitik für die spezifischen geografischen und kulturellen Bedingungen des Grenzraums.
Sehenswürdigkeiten und Naturschutz
Zu den wichtigsten Attraktionen zählen:
- Morro de Arica: historischer Hügel mit Denkmal und guter Aussicht über Stadt und Hafen.
- Lauca-Nationalpark mit dem Hochgebirgssee Chungará, Vögeln und Andenflora; wichtig für Naturschutz und Ökotourismus.
- Salar de Surire und andere Salzflächen sowie Feuchtgebiete, die seltene Vogelarten anziehen.
- Strände und Surfspots an der Küste sowie kulturelle Angebote in Museen und bei traditionellen Festen der Aymara.
Zusammenfassung
Die XV. Region Arica und Parinacota ist eine junge, geographisch kontrastreiche Region im Norden Chiles: von ariden Küsten bis zum kalten Hochland bietet sie wirtschaftliche Bedeutung als Seehafen und Grenzregion, reiches kulturelles Erbe der indigenen Bevölkerung sowie attraktive Naturräume für Tourismus und Forschung. Ihre Gründung 2007 unter dem Gesetz 20.175 zielte auf eine stärkere regionale Eigenständigkeit und auf eine angepasste Verwaltung der besonderen lokalen Gegebenheiten.


