Lewis-und-Clark-Expedition: Erforschung des amerikanischen Westens 1804–1806
Lewis-und-Clark-Expedition (1804–1806): Faszinierende Erforschung des amerikanischen Westens, Begegnungen mit Ureinwohnern, Sacagawea, Entdeckungen und historische Berichte.
Die Lewis- und Clark-Expedition (auch bekannt als das Corps of Discovery) war eine von Präsident Thomas Jefferson beauftragte Forschungsreise (1804–1806), die das neu erworbene Gebiet der Vereinigten Staaten nach dem Kauf von Louisiana erkunden sollte. Geleitet wurde die Expedition von Meriwether Lewis (1774–1809) und William Clark (1770–1838). Sie verließen St. Louis im Frühjahr 1804 mit einer Gruppe von etwa 33 Teilnehmern und erreichten 1805 die Pazifikküste; 1806 kehrten sie nach Osten zurück und erreichten St. Louis wieder.
Hintergrund und Ziele
Der Hauptgrund für die Expedition war die wissenschaftliche und politische Erschließung des Westens nach dem Kauf von Louisiana von Frankreich. Präsident Thomas Jefferson verfolgte mehrere Ziele:
- kartografische Vermessung und Erforschung möglicher Handelsrouten zum Pazifik,
- systematische Aufzeichnung von Pflanzen, Tieren und geographischen Gegebenheiten,
- Aufbau diplomatischer Beziehungen und Handelskontakte mit indigenen Völkern,
- Sicherung amerikanischer Ansprüche im Nordwesten gegenüber anderen europäischen Mächten.
Verlauf der Expedition
Die Gruppe formierte sich zunächst am Camp Dubois (nahe dem heutigen Wood River, Illinois) und trat im Mai 1804 von St. Louis aus die Reise an. Der grobe Routenverlauf:
- Flussaufwärts auf dem Missouri River Richtung Westen,
- Überquerung der Great Plains und der Rocky Mountains (unter anderem über das lemhi Valley und den Lolo Trail),
- Abstieg über Clearwater, Snake und schließlich den Columbia River zum Pazifik, wo sie im November 1805 die Küste erreichten und den Winter 1805/1806 in Fort Clatsop verbrachten,
- Rückkehr entlang ähnlicher Routen und Rückkehr nach St. Louis im September 1806.
Teilnehmer und wichtige Personen
- Meriwether Lewis – Co-Leiter, verantwortlich für wissenschaftliche Sammlung und Berichtswesen;
- William Clark – Co-Leiter, Kartograf und militärischer Organisator;
- Sacagawea – eine Shoshone-Ureinwohnerin, die als Dolmetscherin, Führerin und Vermittlerin mit indigenen Gruppen eine wichtige Rolle spielte; sie schloss sich der Gruppe zusammen mit ihrem Ehemann Toussaint Charbonneau an;
- York – ein Afroamerikaner, der Clark gehörte und als wichtiger Expeditionsteilnehmer bekannt wurde;
- Sergeant Charles Floyd – die einzige Person, die während der gesamten Expedition starb (am 20. August 1804). Zeitgenössisch wurde sein Tod als Folge von Ruhr angegeben; moderne Untersuchungen deuten jedoch eher auf eine akute Appendizitis hin.
Wissenschaftliche und kartographische Leistungen
Die Mitglieder der Expedition führten umfangreiche Beobachtungen und Sammlungen durch:
- Aufzeichnungen von mehr als hundert Pflanzen- und Tierarten (viele davon für die Wissenschaft neu beschrieben),
- detaillierte Karten des Missouri- und Columbia-Einzugsgebiets, die für künftige Siedler, Händler und die US-Regierung von großem Wert waren,
- ethnographische Notizen zu zahlreichen indigenen Völkern, ihren Siedlungen, Handelsgewohnheiten und politischen Strukturen.
Bedeutung und Folgen
Die Expedition hatte weitreichende Folgen:
- Sie lieferte der US-Regierung die notwendigen Karten, Kenntnisse und diplomatischen Kontakte, um amerikanische Ansprüche im Westen zu festigen.
- Die Berichte und Karten erleichterten späteren Siedlern, Händlern und Trappern die Besiedlung und wirtschaftliche Nutzung der westlichen Gebiete.
- Langfristig trug die Erschließung zum Verlust von Land, Autonomie und Lebensgrundlagen vieler indigener Völker bei — ein historisch bedeutender negativer Effekt, der oft im Schatten der „Erkundungs“-Erzählung steht.
- Wissenschaftlich und kulturell sind die Tagebücher und Sammlungen der Expedition bis heute wertvolle Quellen für Forschung und Bildung.
Nach der Expedition
Nach ihrer Rückkehr wurden Lewis und Clark zu nationalen Figuren. Lewis wurde später kurz Gouverneur des Louisiana-Territoriums, Clark Gouverneur des Missouri-Territoriums. Beide setzten ihre Karrieren in militärischen, administrativen und politischen Funktionen fort. Die detaillierten Journale, Karten und Berichte der Expedition sind bis heute erhalten und gelten als Schlüsselwerke der amerikanischen Frühgeschichte im Westen.
Die Lewis-und-Clark-Expedition bleibt ein komplexes Kapitel der Vereinigten Staaten: ein technischer und wissenschaftlicher Erfolg mit großen Folgen für die indigene Bevölkerung und die spätere Expansion Nordamerikas.

Die Route der Expedition
Fragen und Antworten
F: Wer leitete die Lewis und Clark Expedition?
A: Meriwether Lewis und William Clark leiteten die Expedition.
F: Warum schickte US-Präsident Thomas Jefferson die Expedition?
A: Präsident Jefferson schickte die Expedition zur Erkundung des Louisiana Purchase, den die Vereinigten Staaten gerade von Frankreich gekauft hatten.
F: Wann brach die Expedition von Saint Louis aus auf?
A: Die Expedition brach 1804 von Saint Louis aus auf.
F: Wie viele Personen gehörten zu der von Lewis und Clark angeführten Gruppe?
A: Die von Lewis und Clark angeführte Gruppe bestand aus 33 Personen.
F: Wer schloss sich der Gruppe auf dem Weg an und wie half sie ihnen?
A: Eine Schoschonen-Indianerin namens Sacagawea schloss sich der Gruppe an und half ihnen beim Führen und Übersetzen.
F: Welchen Beschäftigungen gingen Lewis und Clark nach Abschluss der Expedition nach?
A: Nach Abschluss der Expedition wurde Lewis Gouverneur des Louisiana-Territoriums und Clark wurde Gouverneur des Missouri-Territoriums.
F: Wer war die einzige Person, die auf der Reise starb und was war die Todesursache?
A: Sergeant Charles Floyd war die einzige Person, die auf der Reise starb. Er starb am 20. August 1804 an der Ruhr.
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