Manna (Bibel) – Definition, Herkunft & Bedeutung der Wunderspeise
Manna (Bibel) – Definition, Herkunft & Bedeutung: Die göttliche Wunderspeise der Israeliten in der Wüste – Ursprung, Geschmack und geistliche Symbolik kompakt erklärt.
Manna, manchmal auch Mana buchstabiert, ist der Name einer Speise, die die Israeliten nach dem Pentateuch der Bibel aßen, als sie 40 Jahre, nachdem sie Ägypten verlassen hatten, in der Wüste unterwegs waren, und die Gott ihnen zur Verfügung stellte, weil sie nichts zu essen hatten. Jeden Morgen sammelten sie die weißen Flocken, die den Boden bedeckten. Sie sollen einen süßen Geschmack haben. Wenn sie des Manna überdrüssig wurden, gab Gott ihnen Wachteln (Vögel).
Biblische Darstellung
Die ausführlichste Schilderung des Manna findet sich im Buch Exodus (Kapitel 16) und in Teilen auch in Numeri und Deuteronomium. Dort wird berichtet, dass das Manna täglich vom Himmel fiel und die Israeliten es morgens sammelten. Wichtige Punkte aus der Erzählung sind:
- Tägliche Versorgung: Es sollte nur für den jeweiligen Tag gesammelt werden; wer Vorrat anlegte, fand am nächsten Tag Fäulnis oder Würmer (mit Ausnahme der vor dem Herrn verwahrten Probe).
- Sabbatregel: am sechsten Tag durfte man eine doppelte Menge einsammeln, denn am siebten Tag, dem Sabbat, fiel kein Manna.
- Zubereitung: Das Manna konnte gemahlen und zu Brot oder Kuchen verarbeitet werden; es wird verglichen mit Koriandersamen und mit Waffeln aus Honig im Geschmack.
- Zeugnis und Erinnerung: Mose legte eine Probe in einem Krug vor den Herrn, um die Erinnerung an diese göttliche Versorgung zu bewahren (Exodus 16).
Name und Etymologie
Der hebräische Name מָן (mān) wird in der Erzählung selbst als Rätsel präsentiert: Die Israeliten fragen: „Man hu?“ – „Was ist das?“. Diese volksetymologische Erklärung hat die Form des Wortes geprägt. In anderen Sprachen und Traditionen erscheinen Varianten wie „manna“ oder „mana“. Linguistisch und historisch wurde das Wort vielfach diskutiert, es gibt aber keine eindeutige, allgemein akzeptierte Herleitung.
Aussehen, Geschmack und Eigenschaften
- Aussehen: In der Bibel wird Manna als weißlich, klein und flocken- oder samenähnlich beschrieben; ein Vergleich lautet „wie Koriandersamen“.
- Geschmack: Es heißt, es schmeckte süßlich, „wie Waffeln mit Honig“ (Numeri 11,7–9 bzw. Exodus 16,31).
- Haltbarkeit: Frisches Manna war genießbar; aufbewahrt jedoch verdarb es schnell, stank oder wurde wurmig – außer der Probe, die Mose vor dem Herrn verwahrte.
Theologische und symbolische Bedeutung
In jüdischer und christlicher Auslegung steht das Manna für die notwendige Abhängigkeit des Menschen von Gottes täglicher Versorgung und für den Gehorsam gegenüber göttlichen Geboten. Einige zentrale Aspekte sind:
- Prüfung und Vertrauen: Die Aufforderung, nur für den Tag zu sammeln, sollte Vertrauen und Gehorsam lehren.
- Erinnerung an Gottes Treue: Das Manna wurde zum Zeichen dafür, dass Gott sein Volk auch in Notzeiten versorgt.
- Neues Testament: In Johannes 6 zieht Jesus den Vergleich zum Manna, bezeichnet sich aber als „Brot des Lebens“ und betont so eine geistliche Dimension des Symbols.
- Liturgie und Theologie: In der christlichen Tradition wird das Manna oft in Verbindung mit dem eucharistischen Brot gesehen – beides als göttliche Gabe des Lebens.
Natürliche Erklärungsversuche
Wissenschaftler und Naturalhistoriker haben mehrere natürliche Phänomene vorgeschlagen, die die biblische Schilderung erklären könnten. Keine Theorie ist allgemein anerkannt; zu den diskutierten Möglichkeiten gehören:
- Pflanzliche Exsudate: Manche Arten von Bäumen (z. B. die „Manna-Esche“ Fraxinus ornus in Südeuropa) geben zu bestimmten Jahreszeiten zuckerhaltige Ausscheidungen ab, die als „Manna“ bezeichnet wurden und in der Volksmedizin verwendet wurden.
- Honigtau / Insektenausscheidungen: Honigtau, also zuckerhaltige Ausscheidungen von Blattläusen oder Schildläusen auf bestimmten Pflanzen (z. B. Tamarisken), bildet oft eine klebrige, süße Substanz, die in trockenen Regionen am Boden gefunden werden kann.
- Pilze, Flechten oder Schimmel: Manche Forscher haben Pilze oder Schleimpilze angeführt, die nach Regenlagen an der Oberfläche sichtbar werden können.
- Kondensationsphänomene: In Wüstengebieten können ungewöhnliche Kondensations- oder Tauvorgänge auftreten, die klebrige Partikel hinterlassen.
Diese Erklärungen berücksichtigen jeweils nur bestimmte Merkmale der biblischen Darstellung; die Frage, ob eine natürliche Erklärung sämtliche biblischen Details abdeckt, bleibt offen.
Kulturelle Wirkung und Redewendung
Der Ausdruck „Manna vom Himmel“ ist in vielen Sprachen zum festen Bestandteil geworden und steht für eine unerwartete, willkommene Hilfe oder Gabe. In Literatur, Kunst und Theologie dient das Manna seit Jahrhunderten als Bild für göttliche Versorgung und für das Thema Vertrauen in schwierigen Zeiten.
Fazit
Das Manna ist sowohl in religiöser als auch in wissenschaftlicher Hinsicht ein vielschichtiges Thema: biblisch ein Wunder und ein theologisches Zeichen, naturwissenschaftlich Gegenstand verschiedener Hypothesen. Unabhängig von der historischen oder naturwissenschaftlichen Erklärung bleibt seine symbolische Bedeutung in Judentum und Christentum als Zeichen göttlicher Fürsorge und als Aufforderung zu Vertrauen und Gehorsam zentral.

Manna wird als von der Größe her mit Raureif vergleichbar beschrieben. Rauhreif auf Rasen.
Wo kamen sie her?
Manna wurde das "Brot des Himmels" genannt, weil es der Bibel zufolge vom Himmel zu kommen schien. Einige vermuten, dass es eine Art Heuschrecke war; andere sagen, dass es der Saft eines Baumes war, von dem bekannt ist, dass er den Hunger stillt. In der Mischna heißt es, dass sie in der Dämmerung des sechsten Schöpfungstages hergestellt wurde.
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