In der Abteilung Nord gibt es 6 Arrondissements. Die französischen Departements und in anderen Ländern sind in Arrondissements unterteilt, die ins Englische als Distrikte (in einigen Fällen als Bezirke) übersetzt werden können. Die Hauptstadt eines Arrondissements wird als Unterpräfektur bezeichnet.
Wenn die Präfektur (Hauptstadt) des Departements in einem Arrondissement liegt, ist diese Präfektur die Hauptstadt des Arrondissements und fungiert sowohl als Präfektur als auch als Unterpräfektur.
Die Arrondissements werden weiter in Gemeinden unterteilt.
Die Arrondissements der Abteilung Nord sind:
Die sechs Arrondissements im Département Nord
- Arrondissement Lille (Präfektur)
Sitz: Lille (Präfektur des Départements). Dieses Arrondissement bildet das urbane Zentrum der Region mit der Metropolregion Métropole Européenne de Lille. Es umfasst große Städte wie Lille, Roubaix, Tourcoing und Villeneuve-d'Ascq. Wirtschaftlich ist das Gebiet geprägt von Handel, Dienstleistungen, Hochschulen und tertiären Branchen. Gute Verkehrsanbindung durch Autobahnen, TGV und den Flughafen Lille-Lesquin.
- Arrondissement Dunkerque
Sitz: Dunkerque (Unterpräfektur). Das Gebiet liegt an der Küste und ist geprägt durch den Hafen von Dunkerque (wichtiger Handelshafen), Industrie (Stahl, Petrochemie) sowie Tourismus an der Nordseeküste. Zu den bekannten Kommunen gehören Dunkerque, Grande-Synthe und Gravelines. Charakteristisch sind maritime Infrastruktur und grenznahe Lage zu Belgien.
- Arrondissement Valenciennes
Sitz: Valenciennes (Unterpräfektur). Historisch vom Bergbau und der Schwerindustrie geprägt, hat sich das Gebiet zunehmend diversifiziert (Maschinenbau, Automobilzulieferer, Dienstleistungen). Wichtige Orte sind Valenciennes, Denain und Saint-Amand-les-Eaux. Das Arrondissement liegt im südöstlichen Teil des Départements nahe der belgischen Grenze.
- Arrondissement Douai
Sitz: Douai (Unterpräfektur). Douai ist bekannt für seine historische Altstadt mit Glockenturm und als Universitätsstadt. Das Arrondissement hat industrielle Tradition (Kohlebergbau in der Vergangenheit) und heute gemischte Wirtschaftszweige. Verkehrsknotenpunkte und Nähe zu industriellen Ballungsräumen prägen die Gegend.
- Arrondissement Cambrai
Sitz: Cambrai (Unterpräfektur). Dieses eher landwirtschaftlich und kleinstädtisch geprägte Arrondissement liegt südlich von Douai. Cambrai ist historisch bedeutend (u. a. Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs) und zeichnet sich durch Ackerbau, kleinere Industriebetriebe und ein ruhigeres Ortsbild im Vergleich zur Metropolregion Lille aus.
- Arrondissement Avesnes-sur-Helpe
Sitz: Avesnes-sur-Helpe (Unterpräfektur). Im äußersten Nordosten des Départements gelegen, ist dieses Arrondissement ländlicher und waldreicher als die urbanen Teile des Nord. Wichtige Orte sind Maubeuge und Fourmies. Die Nähe zu Belgien, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und ein Mix aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und kleineren Gewerbebetrieben prägen die Region.
Weitere Hinweise zur Verwaltung
Die Arrondissements wurden ursprünglich im Zuge der Verwaltungsreformen um 1800 eingerichtet. Sie dienen vor allem als Gebietseinheiten für staatliche Verwaltungsaufgaben auf lokaler Ebene und werden von einem Unterpräfekten (sauf bei der Präfektur) vertreten. Verwaltungsmäßig werden Arrondissements in Kantone und Gemeinden unterteilt; seit der Kantonsreform 2015 sind die Grenzen der Kantone jedoch nicht mehr zwangsläufig deckungsgleich mit denen der Arrondissements.
Für aktuelle Zahlen zu Fläche, Einwohnerzahl und Anzahl der Gemeinden (Stand und detaillierte Statistik) empfiehlt sich die Abfrage bei der nationalen Statistikbehörde INSEE oder den offiziellen Webseiten des Département Nord.