Messier 84 (auch bekannt als NGC 4374) ist eine linsenförmige Galaxie vom Typ S0 im Sternbild Jungfrau. Sie liegt im dicht bevölkerten inneren Bereich des Virgo-Galaxienhaufens in einer Entfernung von rund 17 Mpc (etwa 55 Millionen Lichtjahre). Entdeckt wurde M84 zusammen mit mehreren anderen Virgo-Objekten von Charles Messier im 18. Jahrhundert; heute ist sie ein häufig untersuchtes Mitglied des Virgo-Haufens.
Radiobeobachtungen und Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops zeigten, dass aus dem Zentrum der Galaxie zwei Materiejets herausgeschleudert werden und sich dort eine kompakte, schnell rotierende Scheibe aus Gas und Sternen befindet. Diese Merkmale deuten auf ein aktives galaktisches Zentrum hin: Im Inneren von M84 sitzt ein supermassives Schwarzes Loch, dessen Masse durch die Messung der Rotationsgeschwindigkeit der Gasscheibe bestimmt wurde. Die gemessene Masse beträgt 1,5 × 10^9 M☉ (das entspricht etwa 1,5 Milliarden Sonnenmassen), was die ausgeprägte Gravitation im Zentrum erklärt (Gravitation).
Das Zentrum von M84 zeigt nur schwache Aktivität im optischen Spektrum und wird oft als LINER (low-ionization nuclear emission-line region) klassifiziert; radiomäßig tritt es jedoch deutlicher in Erscheinung. Die Kombination aus Jets, rotierender Gasscheibe und einem massiven Zentralobjekt macht M84 zu einem wichtigen Untersuchungsobjekt für das Verständnis der Wechselwirkung zwischen supermassiven Schwarzen Löchern und ihren Wirtsgalaxien.
Für Amateurastronomen ist M84 ein lohnendes Ziel in der Virgo-Region: Sie ist relativ hell und lässt sich mit kleinen bis mittelgroßen Teleskopen als elliptischer Fleck beobachten; größere Teleskope und Langzeitfotografie zeigen mehr Struktur und die Nachbarschaft zu Objekten wie M86. Wissenschaftlich bleibt M84 Gegenstand laufender Studien, insbesondere zur Messung von Schwarzen-Löchern-Massen und zur Rolle von Jets und Gasscheiben bei der galaktischen Entwicklung.

