Metroid Prime Hunters ist ein First-Person-Action-Adventure-Videospiel für die Nintendo DS-Konsole. Es wurde von Nintendo Software Technology (NST) entwickelt und von Nintendo veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgte in Nordamerika am 20. März 2006, in Europa am 5. Mai 2006 und in Japan am 1. Juni 2006. Bereits zum Verkaufsstart des Nintendo DS im Jahr 2004 war eine frühe Demo des Spiels in der Hardware-Bundle enthalten, die den Titel Metroid Prime Hunters: First Hunt (deutsch etwa „Erste Jagd“) trug.
Gameplay
Wie andere Titel der Metroid Prime-Reihe ist Metroid Prime Hunters ein First-Person-Adventure, bei dem Erkundung, Ressourcenmanagement und das Entdecken von Geheimnissen wichtige Rollen spielen. Gleichzeitig legt das Spiel einen stärkeren Schwerpunkt auf actionorientiertes, arenaähnliches Gameplay und kompetitiven Mehrspieler als frühere Serienableger.
Technisch nutzt das Spiel beide Bildschirme des Nintendo DS: Auf dem oberen Bildschirm werden HUD-Elemente wie Samus’ Gesundheitsanzeige und die Energiereserven einer aktuell verwendeten Waffe angezeigt, während der untere Touchscreen Radar, Waffenwechsel und zielgenaues Zielen per Stylus bzw. Finger darstellt. Die Bewegung erfolgt über das Steuerkreuz (D-Pad) oder alternative Steuerungsoptionen, das Zielen primär über den Touchscreen. Diese Kombination aus klassischer Pad-Steuerung und Touch-Zielen war zur Erscheinungszeit ungewöhnlich und wurde als zentrale Besonderheit des Spiels wahrgenommen.
Im Einzelspieler-Modus erkundet der Spieler verschiedene Areale, sammelt Energie- und Waffenerweiterungen und nutzt typische Elemente der Serie wie unterschiedliche Visier-Modi und Spezialwaffen. Im Vergleich zu den Konsolenversionen ist die Kampfdynamik stärker auf direkte Auseinandersetzungen ausgelegt, was dem Spiel ein schnelleres Tempo verleiht.
Multiplayer
Online-Mehrspieler-Modus und lokaler Mehrspieler sind zentrale Bestandteile von Metroid Prime Hunters. Partien können mit bis zu vier Spielern ausgetragen werden; der Gastgeber kann Spielregeln wie Punkteziel, Zeitlimit und die Nutzung des Radars festlegen. Nimmt eine Partie weniger als vier menschliche Spieler teil, werden computergesteuerte Gegner (Bots) eingefügt, um die Runden zu vervollständigen.
Die Spieler wählen zwischen Samus und insgesamt sechs verschiedenen Kopfgeldjägern, die sich in Aussehen, Spezialfähigkeiten und Bewaffnung unterscheiden. Die Level für den Mehrspieler sind eher als Arenen gestaltet und unterstützen schnelle Gefechte. Auf dem unteren Bildschirm werden während eines Matches wichtige Informationen wie die Anzahl der Kills und die verbleibende Rundenzeit angezeigt.
Der Onlinemodus nutzte die damals von Nintendo bereitgestellte Infrastruktur (Nintendo Wi‑Fi Connection), die inzwischen eingestellt ist; lokal konnten die Spieler jedoch weiterhin via Wireless-Verbindung gegeneinander antreten. Durch Multiplayeraktivitäten ließen sich zusätzliche Inhalte freischalten, darunter Figuren und Einstellungen, die den Wiederspielwert erhöhten.
Entwicklung und Veröffentlichung
Entwickelt wurde das Spiel von Nintendo Software Technology, einem US‑Studio von Nintendo, das eng mit den japanischen Teams zusammenarbeitete. Die Entscheidung, die Serie auf den DS zu bringen, führte zu einer Reihe von Anpassungen, um die Touchscreen-Steuerung und das Dual-Screen‑Display sinnvoll einzubinden. Die bereits erwähnte Demo Metroid Prime Hunters: First Hunt diente als frühe Präsentation der Spielelemente und half, Interesse am Start des Handhelds zu wecken.
Rezeption
Metroid Prime Hunters erhielt überwiegend positive bis gemischte Kritiken. Gelobt wurden vor allem die innovative Touchscreen-Steuerung, der gelungene Mehrspielerpart und die Idee, ein Metroid-Prime-Erlebnis auf einem Handheld zu realisieren. Kritisiert wurde teils die Einzelspielerkampagne als vergleichsweise kurz und inhaltlich weniger tief als die Konsolenversionen der Reihe sowie Einschränkungen bei Grafik und Performance im Vergleich zu Heimkonsolen. Insgesamt wird das Spiel häufig als erfolgreicher Versuch gesehen, die Stärken der Metroid-Reihe mit den Möglichkeiten des Nintendo DS zu verbinden.