Milton Friedman (31. Juli 1912 – 16. November 2006) war ein amerikanischer Ökonom und einflussreicher Wirtschaftswissenschaftler. Er gilt als einer der Hauptvertreter des Monetarismus, einer Theorie, die betont, dass die Steuerung der Geldmenge großen Einfluss auf Konjunktur, Inflation und Arbeitslosigkeit hat.
Leben und Ausbildung
Friedman wurde in Brooklyn, New York geboren. Seine Eltern stammten aus einer ungarisch-jüdischen Einwandererfamilie. Die Familie zog nach New Jersey, und Friedman wuchs in Rahway, New Jersey auf.
Seine akademische Ausbildung absolvierte er an mehreren Institutionen:
- Rutgers University – Bachelorabschluss
- Columbia University – weiterführende Studien
- University of Chicago – Promotion und langjährige Lehrtätigkeit
Akademische Karriere und Auszeichnungen
Friedman war über Jahrzehnte hinweg mit der Universität in Chicago verbunden und eine prägende Persönlichkeit der sogenannten Chicago School der Ökonomie. Innerhalb dieser Umgebung arbeitete und forschte er u. a. zusammen mit Kollegen wie George Stigler.
Für seine Arbeiten zur Geldtheorie und zur Empirie der Geldpolitik erhielt Friedman 1976 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften (Preisverleihung für das Jahr 1976).
Theorien und wirtschaftspolitische Positionen
Friedmans Forschung und öffentliche Empfehlungen lassen sich knapp in folgenden Punkten zusammenfassen:
- Monetarismus: Betonung der Geldmengensteuerung als zentrales Instrument zur Stabilisierung der Wirtschaft.
- Vorschlag einer stabilen, vorhersehbaren jährlichen Wachstumsrate der Geldmenge statt diskretionärer, häufig wechselnder Interventionen.
- Kritik an aktiver Fiskalpolitik als Mittel zur dauerhaften Beeinflussung von Beschäftigung und Produktion.
Diese Positionen machten ihn in den 1970er und 1980er Jahren zu einer wichtigen Stimme in wirtschaftspolitischen Debatten.
Politische Ansichten und Einfluss
Friedman war politisch freiheitsorientiert und wird häufig als libertär beschrieben. Zu seinen öffentlichen Forderungen gehörten:
- Steuersenkungen und Beschränkung staatlicher Ausgaben.
- Abbau übermäßiger staatlicher Regulierung, die er als wachstumshemmend ansah.
- Förderung individueller Wahlrechte, z. B. durch Vorschläge wie Bildungsgutscheine, damit Eltern über die Schulwahl ihrer Kinder entscheiden können.
In den 1980er Jahren übte Friedman großen Einfluss auf konservative und marktorientierte Politik aus; er zählte zu den wichtigen wirtschaftspolitischen Beratern von Präsident Ronald Reagan und anderen Entscheidungsträgern.
Ein konkretes politisches Anliegen, das Friedman wiederholt hervorhob, war die Abschaffung der Wehrpflicht in den Vereinigten Staaten; er nannte dies eine seiner persönlich bedeutendsten Errungenschaften.
Publikationen und öffentliche Arbeit
Friedman veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Bücher und trat regelmäßig in Medien auf, um wirtschaftliche Zusammenhänge zu erläutern. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören:
- Capitalism and Freedom (1962)
- Free to Choose (1980)
- Gemeinsame Arbeiten, z. B. A Monetary History of the United States (mit Anna J. Schwartz)
Er war außerdem in populärwissenschaftlichen Formaten aktiv – Fernsehserien, Dokumentationen und Interviews trugen zur Verbreitung seiner Ideen bei.
Privatleben
Friedman heiratete 1938 Rose Director; das Paar hatte einen Sohn und eine Tochter. Persönlich bezeichnete sich Friedman als Agnostiker.
Tod und Nachwirkung
Milton Friedman starb im Alter von 94 Jahren in San Francisco, Kalifornien. Die unmittelbare Todesursache wurde als Herzversagen angegeben. Sein Leichnam wurde eingeäschert, die Asche über der Bucht von San Francisco verstreut.
Friedmans Einfluss auf Wirtschaftswissenschaft und Politik bleibt umstritten, aber unbestritten ist seine Rolle als einer der einflussreichsten Wirtschaftsdenker des 20. Jahrhunderts. Seine Befürwortung freier Märkte, begrenzter staatlicher Eingriffe und stabiler geldpolitischer Regeln prägt bis heute Debatten über makroökonomische Politik.

