My Bloody Valentine – Irische Shoegaze-Band: Geschichte, Alben, Einfluss

My Bloody Valentine – Irische Shoegaze-Legende: Bandgeschichte, Alben (Isn't Anything, Loveless, m b v), Stilentwicklung und nachhaltiger Einfluss auf den Alternative-Rock.

Autor: Leandro Alegsa

My Bloody Valentine sind eine einflussreiche irische Alternative‑Rock‑Band, die 1983 in Dublin gegründet wurde. Bekannt sind sie vor allem für ihre dichten, verzerrten Klangflächen und den maßgeblichen Beitrag zur Entstehung des Genres Shoegaze. Die zentrale Besetzung besteht aus Sänger und Gitarrist Kevin Shields, Sängerin und Gitarristin Bilinda Butcher, Bassistin Debbie Googe und Schlagzeuger Colm Ó Cíosóig.

Entstehung und frühe Jahre

Die Gruppe formierte sich Anfang der 1980er Jahre in Dublin. In den Anfangsjahren durchlief die Band mehrere Besetzungs‑ und Stilwechsel: Von einem anfänglichen Post‑Punk‑/Gothic‑Sound entwickelten sich My Bloody Valentine im Laufe der Dekade zu einer Band, die verstärkt mit Gitarrenfeedback, Hall und Produktionstechniken experimentierte. Zu den frühen Mitgliedern gehörten auch Sänger, die die Klangästhetik der Band prägten, bis sich die heute bekannte Besetzung herausbildete.

Isn't Anything und der Aufstieg

Ihr Debütalbum Isn't Anything (1988) erschien in der unabhängigen britischen Szene und brachte der Band Anerkennung für ihren neuartigen, wandartigen Gitarrensound und die verschleierten Vocals. Das Album zeigte bereits die Hinwendung zu texturierten, atmosphärischen Arrangements, die klassische Songstruktur oft zugunsten von Klangdichte und Stimmung zurückstellten.

Loveless: Produktion und Wirkung

Das zweite Album, Loveless, entstand zwischen 1989 und 1991 und wurde Berichten zufolge in neunzehn verschiedenen Aufnahmestudios aufgenommen. Die Aufnahmen zogen sich über Jahre hin und galten als extrem aufwendig — Kevin Shields übernahm große Teile der Produktionsarbeit. Loveless wurde von der Kritik hoch gelobt und gilt heute als Meilenstein des Genres: dicht geschichtete Gitarrenteppiche, stark verfremdete, teilweise flüsternde Vocals und eine studiozentrierte Herangehensweise, bei der das Studio selbst zum Instrument wurde.

Pause, Auflösung und Wiedervereinigung

Nach der Zeit um Loveless trat die Band weniger live auf und geriet in eine längere kreative Pause. In den frühen 1990er Jahren versuchten My Bloody Valentine, ein drittes Album aufzunehmen, die Arbeiten daran blieben jedoch über Jahre fragmentarisch. 1997 löste sich die Band formell auf. 2007 erfolgte die Wiedervereinigung; seitdem traten My Bloody Valentine wieder international auf und spielten bei zahlreichen Festivals und Konzerten weltweit.

m b v und Remaster

2012 remasterte Kevin Shields das bestehende Material von My Bloody Valentine für eine Neuauflage auf Creation Records und kündigte Pläne für ein drittes Album an. Das neue Studioalbum, m b v, erschien 2013 und wurde von Kritikern überwiegend sehr positiv aufgenommen. Zuletzt erhielt das Album zum Beispiel in der Jahresliste des NME einen Platz 29 unter den besten Alben 2013.

Musikalischer Stil und Technik

My Bloody Valentine sind bekannt für ihren spezifischen Umgang mit Gitarrenklang: Kevin Shields entwickelte Techniken wie das sogenannte „glide guitar“ — die Kombination aus Tremoloarm‑Einsatz, Pitch‑Bending und übereinandergelegten Effekten — sowie den Einsatz von Verzerrung, Pitch‑Manipulation und dichtem Hall, um dichte Klanglandschaften zu erzeugen. Die Vocals (oft von Bilinda Butcher und Kevin Shields) sind häufig in den Mix eingebettet und treten als Texturen neben den Instrumenten auf, statt im Vordergrund zu stehen.

Der Begriff „Shoegaze“ (ursprünglich „shoegazing“) wurde in der britischen Musikpresse geprägt und bezieht sich unter anderem darauf, dass viele Bandmitglieder beim Spielen auf ihre Effektpedale schauten. My Bloody Valentine gelten als eine der prägendsten Bands dieses Genres und beeinflussten zahlreiche nachfolgende Gruppen im Alternative‑, Dream‑Pop‑ und Indie‑Bereich.

Einfluss und Vermächtnis

Loveless und die frühen Veröffentlichungen von My Bloody Valentine haben großen Einfluss auf die Entwicklung alternativer Gitarrenmusik genommen. Ihre Herangehensweise an Klangtextur, Studioarbeit und Songarrangements prägte sowohl zeitgenössische Bands der späten 1980er/1990er als auch spätere Generationen, die das Shoegaze‑Revival und verwandte Strömungen aufnahmen. Kritiker und Musiker loben die Band regelmäßig für ihre Innovationskraft und die nachhaltige ästhetische Wirkung ihrer wichtigsten Alben.

Studioalben (Auswahl)

  • Isn't Anything (1988)
  • Loveless (1991)
  • m b v (2013)

Die Geschichte von My Bloody Valentine ist geprägt von musikalischem Anspruch, studiozentrierter Arbeit und einem nachhaltigen Einfluss auf die alternative Musik. Trotz längerer Pausen bleibt die Band wegen ihrer klanglichen Innovationskraft eine Schlüsselfigur der Gitarrenmusik der letzten Jahrzehnte.

Diskographie

Jahr

Album

Irische Karte

UK-Diagramm

UK Indie-Chart

1988

Ist nichts

49

61

1

1991

Lieblos

29

24

2013

m b v

ein Bindestrich (-) bedeutet, dass sie nicht auf dem Diagramm erschienen ist.

Fragen und Antworten

F: Wer sind My Bloody Valentine?


A: My Bloody Valentine ist eine irische Alternative-Rock-Band.

F: Wann und wo wurde die Band gegründet?


A: Die Band wurde 1983 in Dublin gegründet.

F: Wie viele Studioalben haben sie veröffentlicht?


A: My Bloody Valentine hat drei Studioalben veröffentlicht.

F: Welches ist ihr erfolgreichstes Album und wann wurde es veröffentlicht?


A: Ihr erfolgreichstes Album ist Loveless, das 1991 veröffentlicht wurde.

F: Wann hat sich die Band aufgelöst und wann hat sie sich wieder zusammengefunden?


A: Die Band löste sich 1997 auf und kam 2007 wieder zusammen.

F: Welche Art von Musik hat die Band gemacht?


A: Die Band schuf einen neuen Stil der Rockmusik, der Shoegazing genannt wird, indem sie Verzerrung, Pitch Bending und digitalen Hall einsetzte.

F: Wie lautet der Name ihres dritten Albums und wann wurde es veröffentlicht?


A: Der Name ihres dritten Albums ist m b v und es wurde 2013 veröffentlicht.


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