Die Nachtigall (Luscinia megarhynchos) ist ein kleiner Vogel. Sie ist auch als rötliche oder gemeine Nachtigall bekannt. Früher wurde sie zur Familie der Drosselgewächse (Turdidae) gezählt. Sie gehört zu einer Gruppe von eher terrestrischen Arten, die oft als Chats bezeichnet werden.

Es handelt sich um eine wandernde insektenfressende Art. Sie brütet in Wäldern und Gestrüpp in Europa und Südwestasien. Die Verbreitung ist südlicher als bei der sehr nahe verwandten Nachtigall Luscinia luscinia. Sie nistet auf dem Boden in oder neben dichtem Gebüsch. Sie überwindet den Winter im südlichen Afrika. Studien haben gezeigt, dass Nachtigallen offenbar Brutplätze wählen, die bestimmte Kriterien erfüllen (Wink 1973):

  • weniger als 200 Meter über dem mittleren Meeresspiegel
  • mittlere Lufttemperatur während der Vegetationsperiode über 14 °C
  • mehr als 20 Tage/Jahr, an denen die Temperaturen über 25 °C liegen
  • weniger als 750 mm Regen pro Jahr.
  • kein geschlossenes Vordach.

Die Nachtigall ist mit 15-16,5 cm Länge etwas größer als das Rotkehlchen. Sie ist oben bis auf den rötlichen Schwanz einfarbig braun. Unten ist sie schwabbelig bis weiß. Die Geschlechter sind ähnlich.

Nachtigallen werden so genannt, weil sie häufig sowohl nachts als auch tagsüber singen. Der Name wird seit weit mehr als 1.000 Jahren verwendet und ist selbst in seiner angelsächsischen Form - "nihtingale" - sehr bekannt. Er bedeutet "nächtliche Sängerin". Frühe Schriftsteller nahmen an, dass das Weibchen singt; in Wirklichkeit ist es das Männchen.

Das Lied ist laut, mit einer beeindruckenden Bandbreite von Pfeifen, Trillern und Glucksen. Sein Gesang ist nachts besonders auffällig, da nur wenige andere Vögel singen. Aus diesem Grund enthält sein Name (in mehreren Sprachen) "Nacht". Nur unverpaarte Männchen singen regelmäßig in der Nacht, und der nächtliche Gesang dient wahrscheinlich dazu, eine Partnerin anzuziehen. Es wird angenommen, dass der Gesang in der Morgendämmerung, in der Stunde vor Sonnenaufgang, wichtig für die Verteidigung des Territoriums des Vogels ist. Nachtigallen singen in städtischen oder stadtnahen Gebieten noch lauter, um den Hintergrundlärm zu überwinden. Das charakteristischste Merkmal des Gesangs ist ein lautes pfeifendes Crescendo, das im Gesang der Nachtigall fehlt. Es hat einen froschartigen Weckruf.