Aserbaidschanische Teppiche (Aserbaidschanisch: Azərbaycan xalçaları) sind Teppiche, die in Aserbaidschan, einem alten Zentrum der Teppichweberei, hergestellt werden. Der aserbaidschanische Teppich ist ein traditionelles handgefertigtes Textil in vielen Größen, mit dichter Textur und einer glatten oder rauen Oberfläche, dessen Muster charakteristisch für die vielen Teppichherstellungsregionen Aserbaidschans sind. Traditionell wurden die Teppiche in Aserbaidschan seit der Antike als Bodenbelag, zur Dekoration von Innenwänden, Sofas, Stühlen, Betten und Tischen verwendet.
Die Teppichknüpferei ist eine Familientradition, die mündlich und durch die Praxis übertragen wird, wobei die Teppichknüpferei und die Teppichherstellung fast eine Frauenarbeit ist. In der Vergangenheit musste jedes junge Mädchen die Kunst des Teppichknüpfens erlernen, und die Teppiche, die sie webte, wurden ein Teil ihrer Mitgift. Im Falle eines frisch verheirateten Sohnes war es seine Mutter, die einen großen Teppich für seinen neuen Haushalt webte. Der Beginn eines neuen Teppichs bedeutete ein Fest, aber die Fertigstellung eines Teppichs bedeutete ein noch größeres Fest für die Familie. Früher wurden fertige Teppiche vor dem Haus ausgelegt, damit Passanten sie mit dem Gewicht ihrer Füße noch fester knüpfen konnten, als sie bereits geknüpft waren. Für den traditionellen Prozess der Teppichherstellung entfernten die Männer im Frühling und Herbst die Wolle von den Schafen, während die Frauen im Frühling, Sommer und Herbst Farbstoffe sammelten und Garn spinnen und färben. Aserbaidschanische Teppiche sind in vier große regionale Gruppen unterteilt: Kuba-Schirwan, Ganja-Kasach, Karabach und Baku.
Im November 2010 wurde der aserbaidschanische Teppich von der UNESCO zum "Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes" erklärt.

