Renoir: Bal du moulin de la Galette (1876) – Impressionistisches Gemälde

Renoir – Bal du moulin de la Galette (1876): Impressionistische Momentaufnahme des Pariser Sonntagslebens, flirrendes Licht, lebhafte Tanzszene; Meisterwerk im Musée d'Orsay.

Autor: Leandro Alegsa

Bal du moulin de la Galette (Englisch: Dance at Le moulin de la Galette) (1876) ist ein Gemälde von Pierre-Auguste Renoir. Es befindet sich im Musée d'Orsay in Paris. Das Gemälde stellt einen typischen Sonntagnachmittag in der Moulin de la Galette im Bezirk Montmartre dar. Im späten 19. Jahrhundert verkleideten sich die Pariser Arbeiterklasse und verbrachten dort bis in den Abend hinein Zeit mit Tanzen, Trinken und Galettenessen. Bal du moulin de la Galette ist eine typische impressionistische Momentaufnahme des wirklichen Lebens. Sie zeigt einen Reichtum an Formen, eine Flüssigkeit des Pinselstrichs und ein flackerndes Licht. Der französische Maler Gustave Caillebotte besaß das Gemälde etwa 20 Jahre lang. Als er starb, ging es in den Besitz der Französischen Republik über. Von 1896 bis 1929 hing das Gemälde im Musée du Luxembourg. Von 1929 hing es im Musée du Louvre. Im Jahr 1986 wurde es an das Musée d'Orsay geschickt. Renoir malte eine kleinere Version des gleichnamigen Bildes. Dieses Gemälde befindet sich in einer Privatsammlung. Viele Jahre lang war es im Besitz von John Hay Whitney. Am 17. Mai 1990 verkaufte seine Witwe es für 78 Millionen US-Dollar bei Sotheby's in New York City. Es war eines der teuersten Kunstwerke, das je verkauft wurde.

Beschreibung des Bildes

Das Gemälde zeigt eine belebte Tanzszene im Freien: Tische und Stühle, Tanzpaare und Gruppen von Menschen in ungezwungener Geselligkeit. Renoir fängt den flirrenden Sonnenschein ein, der durch das Blattwerk der Bäume fällt und auf Kleidung, Gesichtern und Böden in kurzen, farbigen Flecken erscheint. Die Komposition wirkt spontan und lebendig: Vorder- und Hintergrund sind mit zahlreichen Figuren bevölkert, die sich in lockeren Gruppen verteilen. Durch die Anordnung der Figuren und die Staffelung der Ebenen entsteht Tiefe und Bewegung – man hat den Eindruck, mitten im Geschehen zu stehen.

Technik und Stil

Öl auf Leinwand: Renoir arbeitete mit einem flüssigen, kurzen Pinselstrich und einer hellen, warmen Farbpalette. Typisch für den Impressionismus vermeidet er harte Konturen zugunsten von leuchtenden Farbfeldern, die das Auge des Betrachters zusammensetzen. Schwarz wird nur sparsam eingesetzt; Schatten werden oft durch Komplementärfarben und Tonwerte erzeugt. Das flackernde Licht der Szene wird durch punktierte, nebeneinandergesetzte Farbtupfer wiedergegeben, die den Eindruck eines atmosphärischen Effekts vermitteln.

Entstehung und Ausstellung

Das Bild entstand 1876; Renoir arbeitete für die Darstellung solcher Motive häufig mit Studien im Freien und vervollständigte größere Kompositionen teilweise im Atelier. Die lebendige Darstellung des sozialen Lebens in Montmartre macht das Werk zu einem Schlüsselbild des Impressionismus. Renoir zeigte ähnliche Motive auch auf späteren Ausstellungen; das Werk selbst wurde 1877 bei einer der frühen Impressionistenausstellungen der Pariser Szene bekannt.

Provenienz und Ausstellungsgeschichte

  • Das Gemälde war lange im Besitz des Malers und Sammlers Gustave Caillebotte, der es nach seinem Tod der französischen Regierung vermachte.
  • Es hing von 1896 bis 1929 im Musée du Luxembourg und wurde anschließend in den Bestand des Musée du Louvre übernommen.
  • Seit 1986 gehört es zur Sammlung des Musée d'Orsay, wo es heute als eines der herausragenden Beispiele impressionistischer Malerei gilt.

Kleinere Version und Auktion

Renoir malte eine zweite, kleinere Fassung des gleichen Motivs. Diese blieb in Privatsammlungen und wurde im 20. Jahrhundert prominent: Jahrzehntelang war sie im Besitz von John Hay Whitney. Am 17. Mai 1990 wurde diese kleinere Version bei Sotheby's in New York City versteigert und erzielte 78 Millionen US-Dollar — ein damaliger Spitzenpreis für ein Werk der modernen Kunst.

Bedeutung und Rezeption

Bal du moulin de la Galette gilt heute als Ikone des Impressionismus. Das Gemälde dokumentiert nicht nur das Vergnügen und die Lebendigkeit des Pariser Alltagslebens, sondern steht auch für die revolutionäre Malweise der Impressionisten: das Festhalten flüchtiger Lichteffekte, die Betonung des Augenblicks und die Darstellung moderner städtischer Vergnügungen. Zeitgenössische Kritiker reagierten auf den offenen, skizzenhaften Stil teils skeptisch, teils anerkennend; im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Werk zunehmend als Meisterwerk geschätzt und beeinflusste späteres Verständnis von Begegnung, Freizeit und Farbe in der Malerei.

Kontext: Montmartre und das Pariser Freizeitleben

Die Moulin de la Galette war ein beliebter Treffpunkt in Montmartre – ein Stadtteil, der für seine Künstlerateliers, Cafés und Tanzlokale bekannt war. Solche Vergnügungsstätten symbolisieren die neuen Formen städtischer Freizeit im Industriezeitalter, in denen Arbeiterschichten und aufstrebende Bürgertümer gemeinsame städtische Räume nutzten. Renoirs Gemälde hält diese soziale Mischung und die Lebensfreude seiner Zeit fest.

Heute zählt das Werk zu den zentralen Besuchermagneten des Musée d'Orsay und wird in kunsthistorischen Einführungen zum Impressionismus häufig als Beispiel für die Darstellung von Licht, Bewegung und moderner Gesellschaft herangezogen.

Bal du moulin de la Galette , 1876Zoom
Bal du moulin de la Galette , 1876

Fragen und Antworten

F: Wer hat Bal du moulin de la Galette gemalt?


A: Bal du moulin de la Galette wurde von Pierre-Auguste Renoir gemalt.

F: Wo kann man Bal du moulin de la Galette finden?


A: Bal du moulin de la Galette befindet sich im Musée d'Orsay in Paris.

F: Was ist auf dem Gemälde Bal du moulin de la Galette abgebildet?


A: Das Gemälde Bal du moulin de la Galette zeigt einen typischen Sonntagnachmittag in der Moulin de la Galette im Viertel Montmartre, wo sich die Pariser Arbeiterklasse schick machte und bis in den Abend hinein tanzte, trank und Galettes aß.

F: Welchen Kunststil repräsentiert das Bal du moulin de la Galette?


A: Bal du moulin de la Galette ist eine typische impressionistische Momentaufnahme des wirklichen Lebens.

F: Wem gehörte Bal du moulin de la Galette, bevor es in den Besitz der französischen Republik überging?


A: Der französische Maler Gustave Caillebotte besaß Bal du moulin de la Galette etwa 20 Jahre lang.

F: Wo hing das Bal du moulin de la Galette von 1896 bis 1929?


A: Bal du moulin de la Galette hing von 1896 bis 1929 im Musée du Luxembourg.

F: Wem gehörte die kleinere Version des Bal du moulin de la Galette und für wie viel wurde sie im Mai 1990 verkauft?


A: Die kleinere Version von Bal du moulin de la Galette war im Besitz von John Hay Whitney und wurde im Mai 1990 bei Sotheby's in New York City für 78 Millionen US-Dollar verkauft.


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