Selfie – Definition, Geschichte und Bedeutung des Selbstporträts

Selfie: Geschichte, Definition und kulturelle Bedeutung des Selbstporträts – von Robert Cornelius bis Social Media. Alles zu Technik, Trends und Einfluss auf Identität.

Autor: Leandro Alegsa

Ein Selfie ist ein Selbstporträtfoto. Es wird normalerweise mit einer tragbaren Digitalkamera oder einem Fotohandy aufgenommen. Heute werden Selfies meist mit der Frontkamera von Smartphones gemacht; die Kameratechnik (z. B. Weitwinkel, automatische Gesichtserkennung) erleichtert das Finden des richtigen Bildausschnitts.

Selfies werden oft in sozialen Netzwerkdiensten wie Instagram, Snapchat und Tumblr geteilt. Sie sind oft beiläufig und werden in der Regel entweder mit einer Kamera in Armlänge oder in einem Spiegel aufgenommen. Manche Menschen verwenden einen Selfie-Stick, um die Kamera weiter vom Körper weg zu positionieren und so einen größeren Bildausschnitt zu erzielen.

Geschichte und Herkunft

Selbstporträts gibt es in der Kunstgeschichte schon seit Jahrhunderten; Malerinnen und Maler nutzten Spiegel und später Kameras, um sich selbst festzuhalten. Eines der ersten fotografischen Selbstporträts wurde 1839 von Robert Cornelius, einem amerikanischen Fotografen, aufgenommen. Der Begriff „Selfie“ wurde in den 2000er Jahren gebräuchlich – eine frühe belegte Verwendung stammt von Jim Krause (2005). Mit dem Aufkommen von Smartphones und sozialen Medien verbreitete sich die Praxis des Selfie-Machens weltweit sehr schnell.

Formen, Stilmittel und Trends

  • Porträt-Selfie: Nahaufnahme des Gesichts, oft mit Betonung von Make-up, Frisur oder Mimik.
  • Mirror-Selfie: Aufnahme im Spiegel, häufig genutzt für Ganzkörperbilder und Outfit-Aufnahmen.
  • Gruppen-Selfie (Groufie): Gruppenfoto, bei dem mehrere Personen ein gemeinsames Selfie machen.
  • Action- oder Travel-Selfie: Selfie vor Sehenswürdigkeiten oder während Aktivitäten, um Erlebnisse zu dokumentieren.
  • Inszenierte Selfies: Aufwändig bearbeitete oder gestellte Bilder, die einen bestimmten ästhetischen Effekt erzielen sollen.

Bedeutung und Wirkung

Selfies sind mehr als nur Fotos: Sie dienen der Selbstdarstellung, Identitätsfindung und dem Austausch mit anderen. Likes, Kommentare und Followerzahlen können als soziale Bestätigung wirken. Gleichzeitig sind Selfies ein Mittel der kreativen Ausdrucksform – Menschen experimentieren mit Perspektiven, Licht, Filtern und Bildbearbeitung, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen.

Kontroversen und Risiken

  • Privatsphäre: Fotos können Standortdaten (EXIF) enthalten oder ungewollt sensible Informationen zeigen.
  • Sicherheit: Jedes Jahr gibt es Unfälle und sogar Todesfälle im Zusammenhang mit gefährlichen Selfies (z. B. an Klippen, Bahngleisen oder an befahrenen Straßen).
  • Soziale und psychische Aspekte: Die ständige Suche nach Bestätigung kann Stress, Vergleichsverhalten oder ein verzerrtes Selbstbild fördern.
  • Rechtliches und ethisches Verhalten: Fotos von anderen Menschen ohne Zustimmung können rechtliche und moralische Probleme verursachen.

Praktische Tipps für sichere und gelungene Selfies

  • Vermeide riskante Orte (Dächer, Klippen, Gleise) und achte auf deine Umgebung.
  • Deaktiviere bei Bedarf die Geotagging-Funktion in der Kamera-App, wenn du deinen Standort nicht preisgeben möchtest.
  • Nutze den Selbstauslöser oder eine Fernbedienung, um verwackelte Aufnahmen zu vermeiden.
  • Respektiere die Privatsphäre anderer Personen und frage nach Einwilligung, bevor du sie fotografierst oder Bilder von ihnen teilst.
  • Denke an Bildbearbeitung und Filter: Sie können ein Bild verbessern, sollten aber nicht zu unrealistischen Erwartungen an das eigene Aussehen führen.

Selfies sind ein vielseitiges Phänomen: Sie vereinen Technik, Mode, Kommunikation und Kultur und haben in kurzer Zeit einen festen Platz im Alltag vieler Menschen eingenommen. Bewusst eingesetzt können sie Ausdruck und Verbindung schaffen — unbedacht eingesetzt bergen sie jedoch Risiken für Sicherheit und Privatsphäre.

Ein Selfie-EnthusiastZoom
Ein Selfie-Enthusiast

Affe macht EgoismusZoom
Affe macht Egoismus

Selfies durch Tiere

Ein Schwarzhaubenmakak (Macaca nigra) stahl eine Kamera und machte ein Foto von sich selbst. Das Selfie schien einen juristischen Präzedenzfall zu schaffen, als die Wikimedia Foundation einen Urheberrechtsanspruch zurückwies. Die Begründung lautete, dass ein Nichtmensch kein Urheberrecht besitzen könne, und dass der Kamerabesitzer das Foto nicht gemacht habe und daher auch nicht das Urheberrecht besitzen könne. Das Foto war also nicht urheberrechtlich geschützt.



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