Schaufelnasenfrösche (Hemisus) – Merkmale, Lebensraum & Fortpflanzung

Schaufelnasenfrösche (Hemisus): Merkmale, grabende Lebensweise in Afrika südlich der Sahara und besondere Fortpflanzung – Eier unterirdisch, Kaulquappen bis zur Metamorphose.

Autor: Leandro Alegsa

Bei den Schaufelnasenfröschen handelt es sich um neun Froscharten der Gattung Hemisus. Diese Gattung ist die einzige innerhalb der Familie Hemisotidae und kommt im tropischen und subtropischen Afrika südlich der Sahara vor.

Merkmale

Schaufelnasenfrösche sind mittelgroß und werden meist bis zu rund 8 Zentimeter Körperlänge. Sie haben einen gedrungenen, rundlichen Körper mit kurzen Beinen und einem verhältnismäßig kleinen, schmalen Kopf. Typisch ist die verstärkte, nach oben gebogene Schnauze, die wie eine „Schaufel“ geformt ist und als Grabetool dient. Die Haut ist meist glatt bis leicht körnig, die Färbung reicht von bräunlich über sandfarben bis zu gemusterten, marmorierten Zeichnungen, die der Tarnung im Boden dienen. Zwischen den Arten gibt es Unterschiede in Größe, Musterung und Stimmton; äußerlich sind sie aber oft schwer voneinander zu unterscheiden.

Lebensraum und Lebensweise

Schaufelnasenfrösche sind überwiegend bodenbewohnend und leben überwiegend grabend (fossorial). Man findet sie in verschiedenen Habitaten – von trockenen Savannen über lichte Wälder bis zu feuchteren Gebieten – sofern geeignete, lockere Böden zum Graben vorhanden sind. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens unter der Erde und treten vor allem während oder kurz nach Regenfällen an die Oberfläche, um zu fressen oder zu paaren.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung ist an Regenereignisse gekoppelt. Die Paarung erfolgt in der Regel im sogenannten Amplexus, während dessen sich das Weibchen unter die Erde gräbt und eine Höhle oder Kammer anlegt, in die es die Eier ablegt. Das Männchen bewacht oft den Eingangsbereich des Tunnels oder verbleibt im Tunnel und unterstützt das Weibchen. Sobald ausreichender Regen fällt, gräbt das Weibchen den Tunnel zur nächstgelegenen Wasserstelle hin auf, damit die Kaulquappen ins Wasser gespült werden. Die Kaulquappen durchlaufen dort ihre Entwicklung bis zur Metamorphose; sie können kurze Zeiten ohne Wasser aushalten (zum Beispiel während des Umsetzens durch das Weibchen), sind aber grundsätzlich aquatisch abhängig, bis die Umwandlung abgeschlossen ist.

Besondere Verhaltensweisen

Im Gegensatz zu vielen anderen grabenden Froschgruppen graben Schaufelnasenfrösche mit dem Kopf voran – die verstärkte Schnauze fungiert dabei wie ein Spaten. Die Tiere sind meist nachtaktiv und ernähren sich von kleinen Wirbellosen wie Ameisen, Termiten, Käfern und anderen Insekten, die sie im Boden oder in der Streuschicht aufnehmen. Als Beutetiere kommen verschiedene Raubtiere in Frage, darunter Schlangen, größere Vögel und Säugetiere.

Haltung und Beziehung zum Menschen

Einige Arten der Gattung werden gelegentlich als Haustiere gehalten. Für eine artgerechte Haltung sind tiefe, feuchte Substrate zum Graben, eine passende Temperatur- und Feuchtigkeitsführung und Rückzugsmöglichkeiten wichtig. Wegen ihrer geheimen Lebensweise sind sie jedoch weniger geeignet für Anfänger als viele oberirdisch lebende Froscharten. Zudem sind bei der Haltung rechtliche Bestimmungen, Artenschutzauflagen und der Erhalt wildlebender Populationen zu beachten.

Gefährdung und Schutz

Der Erhaltungsstatus variiert zwischen den Arten. Hauptbedrohungen sind Lebensraumverlust durch Landwirtschaft, Infrastrukturentwicklung, Entwaldung, Bodendegradation sowie lokale Umweltverschmutzung und der Klimawandel, der die Verfügbarkeit temporärer Gewässer verändern kann. Der kontrollierte Handel und Schutzmaßnahmen in Schutzgebieten können helfen, Populationen zu stabilisieren. Für konkrete Aussagen zum Schutzstatus einzelner Arten empfiehlt sich ein Blick in die Rote Liste oder fachliche Bestandsaufnahmen.

Fazit: Schaufelnasenfrösche (Gattung Hemisus) sind charakteristische, grabend lebende Amphibien Afrikas mit speziellen Anpassungen an ein unterirdisches Leben. Ihre ungewöhnliche Kopfvor-Grabtechnik, das unterirdische Ablegen der Eier und die an Regen gekoppelte Fortpflanzungsstrategie machen sie zu einer ökologisch interessanten Gruppe innerhalb der Amphibienfauna.

Arten

Familie HEMISOTIDAE

  • Gattung Hemisus
    • Hemisus barotseensis - Mongu-Schaufelnasenfrosch (Channing & Broadley, 2002)
    • Hemisus brachydactylus - Masiliwa-Schaufelnackenfrosch (Laurent, 1963)
    • Hemisus guineensis - Guinea-Schaufelnasenfrosch (Cope, 1865)
    • Hemisus guttatus - Tüpfel-Schaufelnackenfrosch (Rapp, 1842)
    • Hemisus marmoratus - Marmorierter Schaufelnackenfrosch (Steindachner, 1863)
    • Hemisus microscaphus - See-Zwei-Schaufelnasenfrosch (Laurent, 1972)
    • Hemisus olivaceus - Oliven-Schaufelschnabelfrosch (Laurent, 1963)
    • Hemisus perreti - Perrets Schaufelnackenfrosch (Laurent, 1972)
    • Hemisus wittei - Wittes Spatzennasenfrosch (Laurent, 1963)



Fragen und Antworten

F: Was ist der Schaufelnasenfrosch?


A: Der Schaufelfrosch ist eine Gattung von neun Arten mittelgroßer grabender Frösche, die einzige Gattung der Familie Hemisotidae, die im tropischen und subtropischen Afrika südlich der Sahara vorkommt.

F: Wie groß sind Löffelzahnfrösche?


A: Löffelzahnfrösche sind mittelgroße Frösche, die eine Länge von 8 Zentimetern (3,1 Zoll) erreichen und einen runden Körper und kurze Beine haben.

F: Was ist das Merkmal von Löffelzahnfröschen?


A: Löffelzahnfrösche haben einen kleinen und schmalen Kopf mit einer harten, nach oben gerichteten Nase.

F: Was frisst der Löffelchenfrosch?


A: Der Text enthält keine Informationen über die Ernährung des Löffelzahnfrosches.

F: Wo verbringen Löffelzahnfrösche die meiste Zeit ihres Lebens?


A: Löffelzahnfrösche leben die meiste Zeit ihres Lebens unter der Erde.

F: Wie legen Löffelzahnfrösche ihre Eier ab?


A: Das Weibchen gräbt im Amplexus unter der Erde und legt die Eier in ein unterirdisches Loch. Das Männchen verlässt die Höhle durch den Tunnel und das Weibchen bleibt bei den Eiern.

F: Was ist das Besondere an der Grabungsmethode des Schaufelfrosches?


A: Im Gegensatz zu anderen grabenden Fröschen, die mit dem Rücken zuerst graben, graben Schaufelfrösche mit dem Kopf zuerst.


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