Solarenergie in Spanien

Spanien ist weltweit der viertgrößte Hersteller von Solarstromtechnologie und exportiert 80 Prozent dieser Produktion nach Deutschland. Spanien ist eines der attraktivsten Länder im Hinblick auf die Entwicklung der Solarenergie, da es von allen Ländern Europas die größte verfügbare Sonneneinstrahlung hat.

Die spanische Regierung will bis 2010 12 Prozent der Primärenergie aus erneuerbaren Energien gewinnen. Das würde eine solare Erzeugungskapazität von 400 Megawatt bedeuten. Durch einen Ministerialerlass im März 2004 hat die spanische Regierung wirtschaftliche Hindernisse für den Netzanschluss erneuerbarer Energien beseitigt. Der weithin begrüßte Königliche Erlass 436/2004 gleicht die Bedingungen für thermische und photovoltaische Großanlagen aus und garantiert Einspeisetarife.

Solarthermische Kraftwerke

Im März 2007 wurde in der Nähe der sonnigen südspanischen Stadt Sevilla das erste kommerzielle konzentrierende Solarturmkraftwerk Europas eröffnet. Das 11-Megawatt-Kraftwerk, bekannt als PS10-Solarturm, produziert mit 624 großen Heliostaten Strom. Jeder dieser Spiegel hat eine Fläche von 120 Quadratmetern (1.290 Quadratfuß), die die Sonnenstrahlen auf die Spitze eines 115 Meter (377 Fuß) hohen Turms bündelt, wo sich ein Solarreceiver und eine Dampfturbine befinden. Die Turbine treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. PS10 ist das erste einer Reihe von Solarstromerzeugungsanlagen, die im gleichen Gebiet gebaut werden sollen und bis 2013 insgesamt mehr als 300 MW leisten werden. Diese Stromerzeugung wird mit Hilfe verschiedener Technologien erfolgen.

Solarthermische Kraftwerke, die ausschließlich für die solare Stromerzeugung ausgelegt sind, sind ideal auf die Spitzenlast im Sommermittag in wohlhabenden Gebieten mit hohem Kühlungsbedarf, wie z.B. Spanien, abgestimmt. Mit thermischen Energiespeichersystemen können die solarthermischen Betriebszeiten sogar verlängert werden, um den Grundlastbedarf zu decken. Beispielsweise sind die 50-MWe AndaSol Solartrog-Kraftwerke mit 50 MWe mit sechs bis zwölf Stunden thermischem Speicher ausgelegt, was die jährliche Verfügbarkeit um etwa 1.000 bis 2.500 Stunden erhöht.

Photovoltaik

In Trujillo, Cáceres, in Spanien, wurde mit dem Bau einer 20-MW-Solar-Photovoltaikanlage begonnen. Die neue Anlage wird 150 Millionen Euro kosten und die doppelte Leistung des 10-MW-Solarparks Bayern in Deutschland haben, der bisher größten Photovoltaikanlage (PV-Anlage) aller Zeiten. Im Rahmen des Projekts werden 200 100-kW-Einheiten (insgesamt 120.000 PV-Module) verwendet, wodurch die höchste Einspeisevergütung für diesen Anlagentyp erzielt wird.

BP Solar hat mit dem Bau einer neuen Produktionsanlage für photovoltaische (PV) Solarzellen an seinem europäischen Hauptsitz in Tres Cantos, Madrid, begonnen. Für die erste Phase der Erweiterung in Madrid will BP Solar seine jährliche Zellkapazität von 55 Megawatt (MW) auf rund 300 MW erweitern. Der Bau dieser Anlage ist im Gange, wobei die erste Fertigungslinie voraussichtlich noch in diesem Jahr voll in Betrieb gehen wird.

Die neuen Zelllinien verwenden eine innovative Siebdrucktechnologie. Durch die Vollautomatisierung des Wafer-Handlings werden die Fertigungslinien in der Lage sein, die dünnsten verfügbaren Wafer zu verarbeiten und höchste Qualität zu gewährleisten. Dies ist von besonderer Bedeutung, da es in den letzten Jahren zu einem Siliziummangel gekommen ist.

Seit Anfang 2007 fertigt die Aleo Solar AG in einer eigenen Fabrik in Santa Maria de Palautordera bei Barcelona auch hochwertige Solarmodule für den spanischen Markt.

Neue Bauvorschriften

Neue Baurechtsgesetze in Spanien schreiben nun solare Warmwasserbereitung für neue und umgebaute Privatwohnungen und Photovoltaik zum Ausgleich eines Teils des Strombedarfs für alle neuen und umgebildeten Geschäftsgebäude vor. Die neuen Gesetze spiegeln auch das gestiegene Bewusstsein für die Bedeutung einer besseren Gebäudeisolierung und die Nutzung von Tageslicht wider.

Forschung und Entwicklung

Die Plataforma Solar de Almería (PSA) in Spanien, Teil des Zentrums für Energie, Umwelt und technologische Forschung (CIEMAT), ist das größte Zentrum für Forschung, Entwicklung und Erprobung von konzentrierenden Solartechnologien in Europa.

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Fragen und Antworten

F: Welche Position nimmt Spanien bei der Herstellung von Solartechnik ein?


A: Spanien ist weltweit der viertgrößte Hersteller von Solarstromtechnologie.

F: Wohin exportiert Spanien 80 Prozent seiner Produktion von Solarstromtechnologie?


A: Spanien exportiert 80 Prozent seiner Solartechnikproduktion nach Deutschland.

F: Warum ist Spanien ein attraktives Land für die Entwicklung der Solarenergie?


A: Spanien ist ein attraktives Land für die Entwicklung der Solarenergie, weil es von allen europäischen Ländern die größte Menge an Sonnenschein hat.

F: Welches Ziel hat sich die spanische Regierung für die Produktion von erneuerbarer Energie bis 2010 gesetzt?


A: Die spanische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2010 12 Prozent der Primärenergie aus erneuerbaren Energien zu gewinnen.

F: Welche Solarstromkapazitäten benötigt Spanien, um sein Ziel von 12 Prozent erneuerbarer Energieerzeugung bis 2010 zu erreichen?


A: Spanien bräuchte eine Solarkapazität von 400 Megawatt, um sein Ziel von 12 Prozent erneuerbarer Energieerzeugung bis 2010 zu erreichen.

F: Was hat die spanische Regierung im März 2004 unternommen, um die wirtschaftlichen Hindernisse für die Netzanbindung von erneuerbaren Energien zu beseitigen?


A: Im März 2004 hat die spanische Regierung die wirtschaftlichen Hindernisse für die Netzanbindung erneuerbarer Energien durch einen Ministerialerlass beseitigt.

F: Was garantiert das Königliche Dekret 436/2004 für thermische und photovoltaische Großanlagen in Spanien?


A: Das Königliche Dekret 436/2004 garantiert Einspeisetarife und gleicht die Bedingungen für thermische und photovoltaische Großanlagen in Spanien an.

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