Die Schlacht um die Garfagnana (italienisch: Battaglia della Garfagnana) war den Deutschen unter dem Namen Operation Wintersturm (Unternehmen Wintergewitter) bekannt und wurde auch als "Weihnachtsoffensive" (italienisch: Offensiva di Natale) bezeichnet. Es handelte sich um einen begrenzten, lokal erfolgreichen Gegenschlag der Achsenmächte gegen den Westsektor der Gotischen Linie Ende Dezember 1944.

Hintergrund

Die Offensive fand im Kontext des langwierigen Stellungskriegs an der Gotische Linie statt. Die Alliierten (insbesondere die US Fifth Army) versuchten, die deutsche Verteidigung im nördlichen Apennin zu durchbrechen, stießen aber wegen schwierigen Geländes, schlechter Witterung und starkem Widerstand nur langsam vor. Die deutschen Verbände wollten durch einen konzentrierten Vorstoß den Gegner binden, Gelände zurückgewinnen und möglicherweise alliierte Nachschub- und Verlegungspläne stören.

Ort und Zeitpunkt

Der Angriff erfolgte im nordtoskanischen Apennin, in der Nähe von Massa und Lucca, im Serchio-Tal. Er wurde Ende Dezember 1944 gestartet (die Hauptaktion fand in den letzten Tagen des Monats statt).

Beteiligte Truppen und Zielsetzung

Auf Achsen-Seite war die deutsche 14. Armee unter General Kurt von Tippelskirch federführend; sie wurde von italienischen Einheiten unterstützt. Das Ziel war nicht ein strategischer Durchbruch, sondern ein lokal begrenzter Angriff, der die alliierte Linke flankieren und Kräfte binden sollte. Auf alliierter Seite standen Einheiten der US Fifth Army, darunter die 92. Infanteriedivision (USA). Um diese zu entlasten, waren Verlegungen von Teilen der indischen 8. Infanteriedivision befohlen worden.

Verlauf

Ende Dezember 1944 griffen deutsche und italienische Truppen ins Serchio-Tal ein und konnten in kurzer Zeit Geländegewinne erzielen. Sie eroberten unter anderem die Stadt Barga und drängten die US-Verbände zurück; US-Kräfte planten zeitweise einen Rückzug nach Lucca. Die Operation erzielte damit ein überraschendes, wenn auch begrenztes Ergebnis.

Allerdings wurden die Angriffsziele nicht dauerhaft gehalten: Nach wenigen Tagen setzten alliierte Gegenstöße und die inzwischen eingetroffenen Verstärkungen ein, so dass die deutsch-italienischen Verbände ihre Vorstöße nicht weiter ausbauen konnten und sich schließlich wieder zurückzogen. Barga wurde innerhalb etwa einer Woche bis zum Jahreswechsel von den Alliierten zurückerobert.

Folgen und Bewertung

Die Schlacht um die Garfagnana hatte nur begrenzte strategische Bedeutung. Kurzfristig gelang es den Achsenmächten, alliierte Kräfte zu binden und lokale Geländegewinne zu erzielen, langfristig veränderte die Offensive jedoch nicht die strategische Lage in Italien. Die Westliche Gotische Linie blieb bis Ende März 1945 intakt; erst mit der großen alliierteren Frühjahrsoffensive im April 1945 brach die deutsche Verteidigung endgültig zusammen und die Befreiung Norditaliens beschleunigte sich.

Bedeutung für die Menschen vor Ort

Wie bei vielen Kämpfen in Italien litt die Zivilbevölkerung unter Beschuss, Evakuierungen und Versorgungsproblemen besonders in der kalten Jahreszeit. Die örtlichen Kampfhandlungen und die kurzzeitigen Besetzungen durch wechselnde Truppen hinterließen in Orten wie Barga sichtbare Spuren.

  • Datum: Ende Dezember 1944 (Weihnachtsoffensive)
  • Ort: Serchio-Tal, nordtoskanischer Apennin (bei Massa und Lucca)
  • Seiten: deutsche 14. Armee mit italienischer Unterstützung gegen alliierte Verbände der US Fifth Army
  • Ergebnis: kurzfristige Geländegewinne für die Achsenmächte; später alliierter Gegenangriff und Rückeroberung von Barga; strategisch unerheblich