Teleobjektiv: Definition, Brennweiten & Einsatz in der Fotografie

Teleobjektiv erklärt: Definition, typische Brennweiten (85–1200 mm) und Einsatz in Porträt-, Sport- und Naturfotografie. Tipps zu Auswahl, Wirkung und Bildwinkel.

Autor: Leandro Alegsa

In der Fotografie ist ein Teleobjektiv ein Objektiv, das sich durch eine längere Brennweite als ein normales Objektiv auszeichnet. Bei dieser weniger spezifischen Verwendung hat ein Teleobjektiv einen engeren Bildwinkel und vergrößert den sichtbaren Bildausschnitt so, dass entfernte Motive näher erscheinen als in Wirklichkeit. Eine zweite, technische Bedeutung des Begriffs beschreibt Objektive, die als Teleobjektiv konstruiert sind, also eine Bauweise besitzen, bei der die physische Länge des Objektivs kürzer ist als seine Brennweite.

Brennweiten und Einteilung

Als Bezug dient oft das Kleinbildformat (35‑mm‑Negativ / Vollformat). Für Kleinbildfilm gilt 50 mm als normale Brennweite. Typische Telebrennweiten sind:

  • Mittlere Telebrennweiten: 85 mm (28°50') und 100 mm (24°) — häufig für Porträts verwendet, da sie gute Freistellung und wenig Verzerrung bieten.
  • Längere Telebrennweiten: 135 mm (18°), 180 mm, 200 mm — gut für Porträts aus größerer Entfernung, Reportage oder Detailaufnahmen.
  • Tele‑ bis Supertele: 300 mm bis 1200 mm — üblich in Sport‑ und Tierfotografie sowie bei manchen Formen der Landschafts‑ und Astro‑Fotografie.

Optik: Teleobjektiv vs. Tele‑Konstruktion

Man unterscheidet zwischen long‑focus-Objektiven (deren Baulänge entspricht in etwa der Brennweite) und echten Teleobjektiven (telephoto design), die durch eine Kombination von Linsengruppen aufgebaut sind, sodass die physische Länge kürzer ist als die Brennweite. Die telephoto Bauweise erlaubt kompaktere lange Brennweiten.

Wirkung auf Bildgestaltung

  • Bildwinkel: Je länger die Brennweite, desto enger der Bildwinkel und stärker die Vergrößerung des Motivs.
  • Perspektivkompression: Teleobjektive drücken scheinbar den Raum zusammen — Vorder- und Hintergrund wirken näher zusammen und erzeugen eine flachere Perspektive.
  • Freistellung / Bokeh: Durch längere Brennweiten und große Blendenöffnungen lassen sich Motive stark vom Hintergrund trennen; das erzeugt weiche, unscharfe Hintergründe (Bokeh).
  • Schärfentiefe: Sie wird bei gleicher Blende mit längerer Brennweite geringer — das erleichtert die Freistellung, macht aber genaues Fokussieren wichtiger.

Einsatzgebiete

Teleobjektive werden vielseitig eingesetzt:

  • Porträtfotografie: 85–135 mm sind klassisch für Kopf‑ und Halbporträts, weil sie schmeichelhafte Proportionen liefern.
  • Sport und Action: 200–600 mm ermöglichen das Fotografieren aus sicherer Entfernung und das Einfangen weit entfernter Motive.
  • Tier‑ und Wildlife‑Fotografie: Sehr lange Brennweiten (300 mm und mehr) sind hier Standard, oft in Kombination mit Telekonvertern.
  • Landschaft & Detailaufnahmen: Teleflächen können bei Landschaften Details herausziehen oder entfernte Berge näher heranziehen.
  • Astrofotografie: Bestimmte Tele‑ und Superteleobjektive werden für kleine Himmelsobjekte verwendet.

Praktische Tipps

  • Stabilität: Ab ca. 200 mm empfiehlt sich ein Stativ oder Bildstabilisator (IBIS/IS), da Verwacklungsgefahr steigt. Als Faustregel gilt: Verschlusszeit mindestens 1 / Brennweite (bei Vollformat); bei Crop‑Sensor entsprechend anpassen.
  • Autofokus & Handling: Schneller, präziser AF ist bei Sport und Wildlife wichtig. Bei längeren Brennweiten steigt Gewicht und Handlingbedarf.
  • Blende und Licht: Große Blenden (kleine f‑Zahlen) helfen bei schwachem Licht und erzeugen geringe Schärfentiefe, sind aber oft schwerer und teurer.
  • Telekonverter: Vergrößern die effektive Brennweite, reduzieren aber Lichtstärke und können AF‑Leistung beeinflussen.
  • Crop‑Sensor‑Effekt: Auf Kameras mit kleinerem Sensor ist der Bildausschnitt enger — eine 200‑mm‑Linse verhält sich wie eine längere Brennweite im Verhältnis zum Vollformat (35‑mm‑Äquivalent).

Objektivtypen und Bauweisen

Teleobjektive gibt es als Festbrennweiten und als Zoom‑Objektive. Festbrennweiten bieten oft bessere Bildqualität und größere maximale Blenden; Zooms sind flexibler im Bildausschnitt. Weitere Merkmale:

  • Bildstabilisator: Sehr hilfreich bei längeren Brennweiten.
  • Wetterdichtung und robuste Bauweise: Besonders wichtig für Tier‑ und Outdoor‑Fotografen.
  • Gewicht und Transport: Längere Teleobjektive können sehr schwer werden; Schulterriemen, gimbals oder Telestative erleichtern die Arbeit.

Zusammenfassung

Ein Teleobjektiv bringt entfernte Motive näher, reduziert den Bildwinkel und verändert Perspektive und Schärfentiefe — Eigenschaften, die es für Porträts, Sport, Wildlife und Detailaufnahmen besonders wertvoll machen. Ob als kompakte telephoto Konstruktion oder als langbrennweitiges long‑focus‑Objektiv: Die Wahl von Brennweite, Blende, Stabilisierung und Objektivtyp richtet sich nach dem Motiv, den Lichtverhältnissen und den praktischen Anforderungen des Fotografen.

Unterschiedliche Brennweiten

Auswirkung unterschiedlicher Brennweiten auf Fotografien, die vom selben Ort aus aufgenommen wurden:

·        

28 mm

·        

50 mm

·        

70 mm

·        

210 mm

Die obigen Fotos wurden mit einer Kleinbildkamera unter Verwendung von Objektiven der angegebenen Brennweiten aufgenommen.

Fragen und Antworten

F: Was ist ein Teleobjektiv?


A: Ein Teleobjektiv ist eine Art von Objektiv, das in der Fotografie verwendet wird.

F: Was sind die zwei verschiedenen Verwendungen des Begriffs Teleobjektiv?


A: Die beiden unterschiedlichen Verwendungen des Begriffs Teleobjektiv sind ein Objektiv mit einer längeren Brennweite als ein normales Objektiv und Objektive, die auf besondere Weise so konstruiert sind, dass sie kürzer sind als ihre Brennweite.

F: Wie ist der Bildwinkel eines Teleobjektivs im Vergleich zu dem eines Normalobjektivs?


A: Der Bildwinkel eines Teleobjektivs ist kleiner als der eines normalen Objektivs.

F: Wie wirkt sich ein Teleobjektiv auf das Aussehen der Dinge aus?


A: Mit einem Teleobjektiv sehen die Dinge näher aus, als sie tatsächlich sind.

F: Was sind gängige Brennweiten für Teleobjektive?


A: Gängige Brennweiten für Teleobjektive sind 85 mm, 100 mm, 135 mm, 180 mm und 200 mm.

F: Wofür werden 85-mm- und 100-mm-Teleobjektive hauptsächlich verwendet?


A: 85-mm- und 100-mm-Teleobjektive werden hauptsächlich für die Porträtfotografie verwendet.

F: Welche Brennweiten werden in der Sport- und Naturfotografie verwendet?


A: In der Sport- und Naturfotografie werden in der Regel Brennweiten zwischen 300 mm und 1200 mm verwendet.


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