Temple of the Dog war eine amerikanische Rockband, die 1990 von Chris Cornell von Soundgarden gegründet wurde. Er gründete die Band als Tribut an seinen Freund Andrew Wood. Wood starb am 19. März 1990 an einer Überdosis Heroin, an dem Tag, als Cornell von einer Tournee zurückkam. Kurz nach diesem Verlust schrieb Cornell mehrere Lieder als persönliche Reaktion und lud Musiker aus der aufstrebenden Seattle-Szene ein, um das Projekt gemeinsam einzuspielen.
Besetzung
Die Besetzung bestand aus Mitgliedern aus verschiedenen wichtigen Bands der Szene und gilt deshalb oft als Supergroup. Zu den Mitgliedern gehörten:
- Chris Cornell – Gesang, Gitarre
- Stone Gossard – Rhythmusgitarre (ehemals Mother Love Bone)
- Jeff Ament – Bass (ehemals Mother Love Bone)
- Mike McCready – Lead-Gitarre
- Matt Cameron – Schlagzeug (Soundgarden)
- Eddie Vedder – Background-Gesang (später Pearl Jam; er sang außerdem die Co-Lead-Vocals bei "Hunger Strike")
Album und Songs
Die Band veröffentlichte nur ein Album, das ebenfalls Temple of the Dog heißt. Es wurde im Frühjahr 1991 veröffentlicht und in den London Bridge Studios in Seattle aufgenommen, produziert von Rick Parashar zusammen mit der Band. Das Album entstand in relativ kurzer Zeit und verbindet melancholische Balladen mit härteren Gitarrenarrangements.
Zu den bekanntesten Stücken zählen "Say Hello 2 Heaven", eine direkte, persönliche Hommage Cornells an Andrew Wood, und "Hunger Strike", ein Duett, bei dem Cornell und Vedder stimmlich zusammengeführt werden. Während Cornell bei "Say Hello 2 Heaven" die Lead-Vocals singt, teilte sich Vedder bei "Hunger Strike" die Gesangslinien und wurde dadurch einem größeren Publikum bekannt. Musikalisch und textlich bewegt sich das Album zwischen Trauer, Reflexion und sozialkritischen Momenten.
Rezeption und Wirkung
Anfänglich erhielt das Album nur moderate Aufmerksamkeit, gewann aber deutlich an Bedeutung, nachdem Bands wie Soundgarden und Pearl Jam international erfolgreich wurden. Heute gilt das Album als wichtiger Beitrag zur Grunge-Bewegung und als verbindendes Dokument der frühen Seattle-Szene. Die beiden Singles, besonders "Hunger Strike", erhielten Radio-Airplay und trugen zum späteren Kultstatus des Albums bei.
Nachwirkungen und Wiedervereinigungen
Temple of the Dog blieb formal ein einmaliges Tributprojekt, hatte aber großen Einfluss auf die beteiligten Musiker und das Selbstverständnis der Szene. Stone Gossard, Jeff Ament, Mike McCready und Eddie Vedder gründeten bald darauf Pearl Jam, während Chris Cornell seine Arbeit mit Soundgarden weiterführte.
Die Band trat gelegentlich wieder zusammen, unter anderem zu Jubiläumsanlässen; eine größere Wiedervereinigung und Konzertreihe fand 2016–2017 statt, um das 25-jährige Bestehen des Albums zu feiern. Nach dem Tod von Chris Cornell im Mai 2017 endeten weitere Pläne für gemeinsame Auftritte endgültig.
Vermächtnis
Temple of the Dog wird heute als emotionales, musikalisch dichtes Zeugnis einer besonderen Zeit in der Rockgeschichte angesehen. Das Album dokumentiert Freundschaft, Trauer und die musikalische Synergie zwischen Musikern, die später zu den prägenden Kräften des Grunge werden sollten.