Die Wimbledon-Meisterschaft ist eines der vier Grand-Slam-Tennisturniere. Es wird in Wimbledon, einem Vorort von London in England, Großbritannien, ausgetragen. Die Meisterschaften sind einzigartig, weil sie der einzige Grand Slam sind, der auf einem Rasenplatz gespielt wird. Wimbledon ist der dritte Tennis Grand Slam des Jahres und wird weithin als das größte Ereignis im Kalender des Sports angesehen.

Wimbledon wurde erstmals 1877 bestritten. Die Einzelwettbewerbe der Frauen und die Doppelwettbewerbe der Männer begannen sieben Jahre später, 1884. Es wurde immer im Sommer gespielt. Es wird über zwei Wochen gespielt, von Ende Juni bis Anfang Juli. Das Turnier wird nach den French Open und vor den U.S. Open ausgetragen. 1968 wurden die Meisterschaften zum ersten Mal sowohl für Profis als auch für Amateure geöffnet, wobei Rod Laver und Billie Jean King ihre jeweiligen Einzeltitel gewannen.

Die Gewinner im Jahr 2016 waren Andy Murray und Serena Williams.

Geschichte und Entwicklung

Die Wimbledon Championships sind das älteste der Grand-Slam-Turniere und haben sich seit 1877 beständig weiterentwickelt. Ursprünglich war das Turnier ausschließlich Amateuren vorbehalten; erst mit dem Beginn der Open Era 1968 durften auch Profispieler teilnehmen. Über die Jahrzehnte veränderten sich Format, Technik und Spielstil, doch die Verbundenheit mit dem Rasen blieb erhalten.

Spielort, Plätze und Infrastruktur

Ausgetragen werden die Meisterschaften vom All England Lawn Tennis Club (AELTC) in Wimbledon. Das Areal umfasst zahlreiche Rasenplätze, wobei der berühmte Centre Court und der angrenzende Court No. 1 die größten Zuschauerbereiche bilden. Der Centre Court verfügt über ein schließbares Dach (seit 2009), das bei Regen geschlossen werden kann und damit den Spielbetrieb auch bei ungünstigem Wetter sichert. Die Rasenplätze werden mit großem Aufwand gepflegt: Rollen, Schnitte, Bewässerung und spezielle Rasensaaten sorgen für die charakteristische Spieloberfläche.

Regeln, Spielmodus und Besonderheiten

Grundlegendes Turnierformat:

  • Einzel: Männer bestreiten als Grand-Slam-Standard Best-of-Five-Sätze, Frauen Best-of-Three.
  • Doppel- und Mixed-Wettbewerbe werden parallel ausgetragen.

Tiebreak-Regel: Wimbledon führte 2019 erstmals einen Tiebreak im entscheidenden Satz bei 12:12 ein. Seit einer späteren Angleichung der Grand-Slam-Regeln gibt es mittlerweile einheitliche Regelungen für den entscheidenden Satz: ein Match-Tiebreak (bis 10 Punkte) kommt zur Anwendung, wenn der Satz in bestimmten Fällen in die Verlängerung geht.

Traditionen und Kultur

Wimbledon pflegt viele Traditionen, die das Turnier besonders machen:

  • Dresscode: Spielerinnen und Spieler müssen auf dem Platz überwiegend weiße Kleidung tragen („all‑white“-Regel).
  • Essen und Getränke: Erdbeeren mit Sahne (strawberries and cream) gelten als kulinarisches Markenzeichen des Turniers.
  • Royal Box: Mitglieder der britischen Königsfamilie und andere Ehrengäste sind häufig zugegen.
  • Middle Sunday: Traditionell ist der dritte Sonntag („Middle Sunday“) spielfrei; in Ausnahmefällen – etwa bei starkem Rückstau durch Regen – wird er aber gelegentlich geöffnet („People’s Sunday“).
  • Ballboys und Ballgirls: Sie sind ein sichtbarer und geübter Teil des Ablaufs und sorgen für einen reibungslosen Spielbetrieb.

Spielfläche: Der Rasen

Rasen gilt als schnellster Belag im Tennis, mit flacheren Ballabsprüngen und Vorteil für Spieler mit starkem Aufschlag und Volley-Spiel. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Rasen allerdings verändert: Pflege, Saatmischungen und Belagsvorbereitung haben den Boden etwas langsamer und berechenbarer gemacht, wodurch auch Grundlinienspieler bessere Chancen haben.

Berühmte Sieger und Rekorde

Wimbledon hat viele Legenden hervorgebracht. Einige Rekorde und besonders erfolgreiche Spieler:

  • Martina Navratilova hält den Rekord bei den Damen mit neun Einzeltiteln in Wimbledon (Rekord für Damen‑Einzel).
  • Roger Federer gewann achtmal das Herren-Einzel und hält damit den Rekord bei den Herren.
  • Weitere herausragende Sieger sind Pete Sampras und Novak Djokovic, die ebenfalls mehrfach triumphierten.
  • Serena Williams gehört mit mehreren Titeln zu den erfolgreichsten Spielerinnen der Moderne.

Organisation, Preisgelder und Medien

Wimbledon ist ein hochprofessionell organisiertes Großereignis: Preisgelder gehören zu den höchsten im Tennissport, und das Turnier wird weltweit in vielen Ländern live übertragen. Sponsoring, Ticketverkauf und Medienrechte sind bedeutende Einnahmequellen für den All England Club. Die Auslosung, Schiedsrichter und Linienrichter arbeiten nach strengen internationalen Regeln.

Bedeutung für den Sport

Wimbledon gilt als prestigeträchtigstes Tennis-Turnier und als Messlatte für die Karriere vieler Spieler. Ein Sieg auf dem Heiligen Rasen bringt nicht nur Ranglistenpunkte und Preisgeld, sondern auch enormes Prestige und mediale Aufmerksamkeit. Für viele Aktive ist Wimbledon ein Karriereziel und kulturelles Highlight zugleich.

Fazit

Die Wimbledon Championships vereinen Tradition, besondere Spielbedingungen auf Rasen und hohen sportlichen Anspruch. Neben der sportlichen Bedeutung prägen Rituale und britische Gepflogenheiten das Turnier und machen es zu einem der weltweit bekanntesten und beliebtesten Events des Tennissports.