Le nozze di Figaro – Mozarts Oper (Libretto von Lorenzo Da Ponte)

Mozarts "Le nozze di Figaro" (Libretto: Lorenzo Da Ponte) – Opernklassiker voller Komik, politischer Brisanz und historischer Premiere 1786 im Burgtheater Wien.

Autor: Leandro Alegsa

Le nozze di Figaro, ossia la folle giornata (Die Hochzeit des Figaro, oder Der Tag des Wahnsinns) ist eine Opera buffa mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und einem italienischen Libretto von Lorenzo Da Ponte. Die Oper wurde am 1. Mai 1786 im Burgtheater in Wien uraufgeführt. Sie wurde gut aufgenommen, und fast jede Szene erhielt eine Zugabe, was die Aufführung so lang machte, dass der Kaiser dies nicht mochte und die Aufführung abbrechen wollte.

Die Oper basiert auf dem französischen Stück La folle journée, ou le Mariage de Figaro von Pierre Beaumarchais aus dem Jahr 1784. Das Stück war zu seiner Zeit sehr umstritten (und in Frankreich sogar kurzzeitig verboten), aber das fragwürdige Material des Stücks wurde entfernt und das Libretto von Da Ponte ging durch die Wiener Zensur.

Allgemeines

Le nozze di Figaro ist eine Oper in vier Akten mit einem italienischen Libretto. Mozart und Da Ponte schufen damit eine Oper, die komische Elemente mit ernsthaften Gefühlen verbindet und die Figuren psychologisch fein zeichnet. Die Musik ist für ihre lebendige Orchesterbegleitung, ausdrucksstarke Arien und subtile Ensembles bekannt. Die Oper gilt bis heute als Meilenstein des Opernrepertoires und wird regelmäßig auf Bühnen weltweit gespielt.

Personen (Auswahl) und Besetzungs­typen

  • Figaro – Diener des Grafen, Bariton
  • Susanna – Zofe der Gräfin und Verlobte Figaros, Sopran
  • Graf Almaviva (Il Conte) – Herr des Hauses, Bariton
  • Gräfin Rosina (La Contessa) – Gemahlin des Grafen, Sopran
  • Cherubino – Page, Hosenrolle (Mezzosopran)
  • Marcellina – Haushälterin/Verwalterin, Mezzosopran
  • Dr. Bartolo – Arzt, Bass
  • Don Basilio – Musiklehrer, Tenor
  • Antonio – Gärtner, Bass
  • Barbarina – Tochter Antonios, Sopran

Kurze Handlung (Überblick nach Akten)

Die Oper spielt an einem einzigen »verrückten« Tag im Schloss des Grafen Almaviva. Im Zentrum stehen Figaro und Susanna, die heiraten wollen, sowie die Eifersüchteleien und Intrigen des Grafen, der Susanna für sich gewinnen will. Cherubino, ein junger Page, sorgt durch seine Leidenschaft für Frauen immer wieder für Verwicklungen. Es entstehen Verwechslungen, Verkleidungen, Liebesbriefe und geheime Verabredungen; schließlich wird die Ehre der Gräfin wiederhergestellt und es kommt zur Versöhnung zwischen ihr und dem Grafen.

Kurz nach Akten geordnet:

  • Akt 1: Figaro und Susanna bereiten die Hochzeit vor. Cherubino mischt sich ein, und der Graf zeigt sein Interesse an Susanna. Figaro schwört, seine Hochzeit zu verteidigen.
  • Akt 2: Intrigen und Pläne werden geschmiedet; die Gräfin leidet unter der Untreue ihres Mannes und plant mit Susanna eine List.
  • Akt 3: Verwechslungen in Form von Kleidertausch und Liebesbriefen führen zu komischen Situationen; Cherubino wird verstoßen und gerät in Schwierigkeiten.
  • Akt 4: Die Auflösung im Garten des Schlosses: Maskierungen und Enthüllungen bringen die Wahrheit ans Licht; es endet mit Reue, Verzeihung und einem großen Finale.

Berühmte Nummern

Die Oper enthält viele bekannte und musikalisch wichtige Stücke, darunter:

  • »Se vuol ballare« – Arie des Figaro (Akt 1)
  • »Non più andrai« – Figaros spöttische Abschiedshymne an Cherubino
  • »Voi che sapete« – zärtliche Arie des Cherubino
  • »Porgi, amor« und »Dove sono« – ergreifende Arien der Gräfin
  • »Sull'aria...che soave zeffiretto« – das berühmte Duett/Brief-Duett von Susanna und der Gräfin

Musik und Bedeutung

Mozart nutzt in Le nozze di Figaro Ensembles nicht nur als musikalische Zierde, sondern als dramaturgisches Mittel: Mehrstimmige Arien und komplexe Ensemble-Szenen treiben die Handlung voran und zeigen die unterschiedlichen Perspektiven der Figuren gleichzeitig. Durch harmonische Raffinesse, charakteristische Instrumentation und kunstvolle Motivführung gelingt es Mozart, komische und ernste Momente eng zu verweben.

Die Oper hat auch gesellschaftliche Bedeutung: Sie zeigt die Spannungen zwischen den Ständen, ohne in einfache Parolen zu verfallen, und stellt die Individualität der Figuren in den Mittelpunkt. Das war für die Zeit bemerkenswert und trug zur Popularität des Werks bei.

Aufführungs­geschichte und Rezeption

Die Uraufführung 1786 in Wien war ein großer Erfolg; viele Nummern wurden vom Publikum gefordert und encore-weise wiederholt, wodurch die Aufführung sehr lang wurde. Die Oper etablierte sich schnell im Repertoire und zählt seit dem 19. Jahrhundert zu den meistgespielten Opern der Welt. Regie und Inszenierung haben sich im Laufe der Zeit stark gewandelt: Historische Aufführungspraxis, szenische Interpretationen mit politischer oder psycho­logischer Schwerpunktsetzung und moderne Realisationen zeigen die Wandlungsfähigkeit des Stücks.

Libretto und Zusammenarbeit Mozart–Da Ponte

Das Libretto von Lorenzo Da Ponte war sorgfältig überarbeitet gegenüber Beaumarchais' Original, um Zensurprobleme zu umgehen. Die Zusammenarbeit von Mozart und Da Ponte (die auch in Don Giovanni und Così fan tutte mündete) gilt als eine der fruchtbarsten in der Operngeschichte: Mozart fand in Da Pontes energischen Charakterzeichnungen und der filmisch wirkenden Handlungsführung ideale Vorlagen für seine musikalische Gestaltung.

Weiterführendes

Le nozze di Figaro ist heute in zahlreichen Einspielungen und Aufführungen dokumentiert. Für Hörer und Zuschauer bleibt die Oper wegen ihrer musikalischen Vielfalt, der psychologischen Tiefe der Figuren und ihrer dramatischen Spannkraft ein dauerhaft reizvolles Werk.

Besetzung

  • Graf Almaviva
  • Gräfin Almaviva (Sopran), die Gattin des Grafen
  • Figaro, Diener des Grafen Almaviva und Verlobter von Susanna
  • Susanna (Sopran), die Zofe der Gräfin und Verlobte des Figaro
  • Cherubino, ein Pageboy

Geschichte

Die Oper spielt im Palast und in den Gärten des Grafen Almaviva in Sevilla, Spanien. Figaro, der Diener des Grafen Almaviva, steht am Vorabend der Hochzeit mit Susanna, der Zofe der Gräfin.

Almaviva hat lange nach Susanna gelüstet. Er plant, ein altes aristokratisches Recht wiederzubeleben, das es einem Adligen erlaubt, eine Bäuerin in ihrer Hochzeitsnacht zu entjungfern. Der Figaro ist wütend.

Mit Susanna und seinen Freunden durchkreuzt er die Absichten des Grafen. Almaviva ist gezwungen, seine Frau um Verzeihung zu bitten.

Fragen und Antworten

F: Was ist Le nozze di Figaro?


A: Le nozze di Figaro ist eine Opera buffa mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und einem italienischen Libretto von Lorenzo Da Ponte.

F: Wann wurde die Oper Le nozze di Figaro uraufgeführt?


A: Die Oper wurde am 1. Mai 1786 im Burgtheater in Wien uraufgeführt.

F: Wie wurde die Oper bei ihrer Premiere aufgenommen?


A: Die Oper wurde gut aufgenommen und fast jede Szene erhielt eine Zugabe, was die Aufführung so lang machte, dass der Kaiser dies nicht mochte und wollte, dass sie aufhört.

F: Worauf basiert die Oper?


A: Die Oper basiert auf dem französischen Theaterstück La folle journée, ou le Mariage de Figaro von Pierre Beaumarchais aus dem Jahr 1784.

F: Warum war das Stück La folle journée zu seiner Zeit umstritten?


A: Das Stück La folle journée war zu seiner Zeit umstritten und wurde in Frankreich aufgrund seines fragwürdigen Inhalts sogar kurzzeitig verboten.

F: Wurde das Libretto von Da Ponte für Le nozze di Figaro zensiert?


A: Ja, Da Pontes Libretto passierte die Wiener Zensur, nachdem das fragwürdige Material entfernt worden war.

F: Wer hat die Musik für Le nozze di Figaro geschrieben?


A: Die Musik für Le nozze di Figaro wurde von Wolfgang Amadeus Mozart geschrieben.


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