Der Meister ist eine Figur aus der britischen Science-Fiction-Fernsehserie Doctor Who. Er ist ein böser Time Lord und einer der größten Feinde des Doktors.
Als der Meister 1971 zum ersten Mal auftrat, wurde er von Roger Delgado gespielt. Delgado spielte die Rolle bis zu seinem Tod 1973. Danach spielten Peter Pratt und Geoffrey Beevers eine verfallene Version des Time Lord, bis Anthony Ainley 1981 die Rolle übernahm. Er blieb bis zur Absage von Doctor Who im Jahr 1989. 1996 wurde der Meister von Eric Roberts in dem Fernsehfilm gespielt. In der wiederbelebten Serie sorgte Derek Jacobi für die Wiedereinführung der Figur, bevor er an John Simm übergeben wurde, der den Meister am Ende der Serie 2007 porträtierte. Michelle Gomez übernahm die Rolle im Jahr 2014.
Charakter und Motive
Der Meister ist ein Zeitherr (Time Lord) von Gallifrey und spiegelt viele Eigenschaften des Doktors wider: überragende Intelligenz, scharfer Verstand und meisterhafte Manipulationsfähigkeiten. Anders als der Doktor verfolgt der Meister jedoch meist egoistische, machtbesessene oder destruktive Ziele. Seine Motivationen variieren je nach Inkarnation und Geschichte – von offenem Größenwahn und Weltherrschaftsplänen bis zu persönlichen Rachefeldzügen gegen den Doktor. Häufig treibt ihn eine Mischung aus Neid, Rivalität und dem Bedürfnis, die Überlegenheit der eigenen Intelligenz zu beweisen.
Verhalten und Stil
Charakteristisch für den Meister sind seine Wandlungsfähigkeit und sein Hang zur Täuschung: Er nimmt oft menschliche oder unauffällige Identitäten an, benutzt gefälschte Namen und komplizierte Intrigen, um seine Pläne zu verwirklichen. Je nach Inkarnation zeigt er sich mal charmant und manipulativ, mal wahnsinnig und bösartig. Trotz seiner Boshaftigkeit besteht zwischen ihm und dem Doktor eine tief verwurzelte, fast schon komplexe persönliche Beziehung – teils Erzfeindschaft, teils entfremdete Kameradschaft.
Inkarnationen und Darstellungen
Der Meister ist wie alle Time Lords zur Regeneration fähig, wodurch die Figur von zahlreichen Schauspielern dargestellt werden konnte. Bedeutende Darstellungen sind:
- Roger Delgado – die klassische, ikonische Darstellung der 1970er Jahre
- Peter Pratt und Geoffrey Beevers – verfallene, bedrohliche Versionen
- Anthony Ainley – Gesicht der Figur in den 1980er Jahren
- Eric Roberts – Darstellung im Fernsehfilm (1996)
- Derek Jacobi – kurzzeitige Wiedereinführung in der modernen Serie
- John Simm – energiegeladene moderne Inkarnation (2007)
- Michelle Gomez – erste weibliche Inkarnation, bekannt als „Missy“, eine verspielte und zugleich gefährliche Interpretation
- Sacha Dhawan – neuere Inkarnation ab 2020 mit dunklem, exzentrischem Ton
Bedeutende Auftritte und Geschichten
Der Meister trat in zahlreichen klassischen und modernen Folgen der Serie auf und war oft treibende Kraft hinter großen Krisen – von politischen Intrigen bis zu Versuchen, die Erde oder das Zeitgefüge zu kontrollieren. In verschiedenen Erzählungen verbündet er sich zeitweise mit anderen Feinden des Doktors oder führt eigene Armeen und Technologie zum Einsatz. Neben der Fernsehserie erscheint der Meister auch häufig in Romanen, Comics, Hörspielen und anderen Medien des erweiterten Doctor-Who-Universums.
Kultureller Einfluss
Der Meister gehört zu den bekanntesten und beständigsten Antagonisten in der Popkultur rund um Doctor Who. Die Figur bietet Autoren viel Spielraum: mal als klassischer Mephisto-ähnlicher Bösewicht, mal als tragisch-komische, zerrissene Gestalt. Die verschiedenen Interpretationen durch unterschiedliche Schauspieler haben die Figur vielschichtig gemacht und maßgeblich zur anhaltenden Popularität der Serie beigetragen.
Zusammenfassend: Der Meister ist mehr als nur ein Erzfeind – er ist ein komplexer, wandelbarer Spiegel des Doktors, dessen Motivationen zwischen Größenwahn, persönlicher Fehde und dunklem Humor schwanken. Seine zahlreichen Inkarnationen und die wiederkehrende Präsenz in der Serie machen ihn zu einer zentralen Figur im Doctor-Who-Mythos.