Der Scheich ist ein Stummfilm von 1921. Er wurde von George Melford gedreht. Hauptdarsteller ist Rudolph Valentino. Der Film basiert auf dem Buch Der Scheich von Edith Maude Hull und erzählt die Geschichte einer britischen Dame, die von einem arabischen Häuptling — dem Scheich — gefangen genommen wird. Sie wird in seinem Lager festgehalten und entwickelt schließlich Gefühle für ihn. Der Scheich machte Valentino zu einem internationalen Superstar; gleichzeitig waren die Kritiken gemischt: Viele Frauen feierten den Film und seinen Darsteller, während ein Großteil der Männer ablehnend reagierte.

Handlung

Die zentrale Handlung folgt der britischen Lady Diana, die in die Wüste entführt und in das Lager des Scheichs gebracht wird. Zunächst wehrt sie sich gegen ihre Lage und gegen den Scheich, doch im Verlauf der Handlung verändern sich Machtverhältnisse und Gefühle. Das Motiv der „Entführung und Verwandlung“ (von Widerstand zu Liebe) prägt die dramatische Spannung und die romantische Dynamik zwischen den Hauptcharakteren.

Produktion und Besetzung

Regie führte George Melford; der Stoff entstammt dem populären Roman von E. M. Hull, der wegen seiner exotischen Schauplätze und romantischen Spannung großes Interesse beim Publikum weckte. Produziert wurde der Film in den USA; für die Wüstenszenen nutzte man Studioaufbauten und Außenaufnahmen, die das orientalistische Ambiente herstellen sollten.

  • Rudolph Valentino als der Scheich — seine Darstellung formte das Image des „Latin Lover“.
  • Die weibliche Hauptrolle (Lady Diana) wurde prominent besetzt und trug entscheidend zur Publikumsbindung bei.
  • Weitere Rollen und Nebendarsteller unterstützten die dramatische Erzählung; die genaue Besetzung variiert je nach Quelle.

Rezeption und Wirkung

Öffentliche Resonanz: Der Film war ein großer Publikumserfolg und machte Valentino zu einem internationalen Idol. Vor allem weibliche Zuschauerinnen reagierten enthusiastisch auf seine Ausstrahlung und sein bewegtes Liebesbild. Männer und einige Kritiker hingegen zeigten sich häufig ablehnend oder spöttisch.

Kritik und Kontroversen: Zeitgenössische Kritiken reichten von überschwänglicher Bewunderung bis zu Skepsis gegenüber Handlung und Darstellung. Aus heutiger Perspektive wird Der Scheich auch kritisch diskutiert wegen seiner stereotypen, orientalistischen Darstellung von Nahost und Geschlechterrollen. Die Entführung-als-Romanze-Trope wird heute oft als problematisch betrachtet.

Nachwirkung

Der Erfolg des Films beeinflusste Mode, Populärkultur und spätere Filmproduktionen: Das Bild des romantischen Scheichs bzw. des exotischen Verführers wurde ein wiederkehrendes Motiv im Kino und in der Werbung. Rudolph Valentino nutzte den Film, um seine Karriere weiter auszubauen; mehrere seiner späteren Produktionen und auch ein Nachfolgefilm, The Son of the Sheik (1926), knüpften an dieses Image an.

Erhalt und Zugänglichkeit

Der Scheich ist einer derjenigen Stummfilme, die bis heute in Kopien überliefert sind und regelmäßig bei Retrospektiven, auf DVD/Blu‑ray oder in digitalen Archiven gezeigt werden. Filmhistoriker und Kinofans interessieren sich weiterhin für das Werk — sowohl wegen seiner historischen Bedeutung für das Hollywood‑Stardom als auch wegen der Möglichkeit, frühe Filmkonventionen und kulturelle Vorbilder zu untersuchen.

Kurz zusammengefasst: Der Scheich ist ein prägender Stummfilm der frühen 1920er Jahre: populär beim Publikum, karriererelevant für Rudolph Valentino und heute Gegenstand sowohl nostalgischer Bewunderung als auch kritischer Reflexion über Darstellung und Ideologie.