Tihar, auch bekannt als Deepawali, ist ein hinduistisches Fest. Es wird 5 Tage lang gefeiert. Es wird hauptsächlich in Nepal und in den indischen Bundesstaaten Assam und Sikkim gefeiert. Es wird auch im Distrikt Darjeeling in Westbengalen gefeiert. Es ist das Fest der Lichter. Bei diesem Fest werden Diyas innerhalb und außerhalb der Häuser beleuchtet, damit es nachts hell ist. Bei den Newar ist es als Swanti und bei den Madhesis als Diwali bekannt. Nach dem Kalender von Vikram Samvat beginnt das Fest mit Kaag Tihar in Trayodashi von Kartik Krishna Paksha. Es endet jedes Jahr mit Bhai Tika in Dwitiya von Kartik Sukla Paksha.

Tihar ist nach Dashain das zweitgrößte Festival in Nepal. Bei diesem Fest werden auch Tiere wie Krähen, Kühe und Hunde angebetet. Die Menschen machen Rangolis auf dem Boden von Wohnzimmern oder Höfen. Sie verwenden Materialien wie gefärbten Reis, Trockenmehl, gefärbten Sand oder Blütenblätter, um diese Rangolis herzustellen. Rangolis werden zur Begrüßung von Göttern und Göttinnen des Hinduismus, vor allem der Göttin Lakshmi, hergestellt.

Die fünf Tage von Tihar – Überblick

  • Tag 1 – Kaag Tihar (Krähen): Die Krähe wird als Bote angesehen. Man füttert Krähen mit Reis, Süßigkeiten oder speziellen Opfergaben, um Unglück abzuwenden und gute Nachrichten zu empfangen.
  • Tag 2 – Kukur Tihar (Hunde): Hunde werden mit Girlanden, Tika (roter Segenspunkt auf der Stirn) und Leckereien geehrt. Damit dankt man den Hunden für ihre Treue und ihren Schutz.
  • Tag 3 – Gai Tihar und Laxmi Puja (Kühe & Lakshmi): Kühe und manchmal Ochsen werden geschmückt und gesegnet, da sie als heilig gelten und Wohlstand symbolisieren. Am Abend wird die Lakshmi Puja abgehalten: Häuser werden mit Lichtern, Öllämpchen und Rangolis geschmückt, um die Göttin des Reichtums willkommen zu heißen.
  • Tag 4 – Govardhan Puja / Mha Puja / Goru Tihar: In verschiedenen Regionen werden unterschiedliche Rituale begangen: Govardhan Puja (Erinnerung an die Lehren Krishnas), Goru Tihar (Viehsegnung, besonders Ochsen) oder bei den Newar das Mha Puja (Selbstverehrung), ein zentraler Bestandteil des Swanti-Zeremoniells.
  • Tag 5 – Bhai Tika (Bruder-Schwester-Tag): Schwestern malen mehrfarbige Tikas auf die Stirn ihrer Brüder, legen Blumenkränze an und führen Rituale durch, um ein langes Leben und Glück für die Brüder zu erbitten. Brüder schenken im Gegenzug Geschenke und versprechen Schutz.

Bräuche und Rituale

  • Beleuchtung und Dekoration: Häuser, Innenhöfe und Tempel werden mit Diyas, Kerzen, elektrischen Lichterketten und bunten Lampen geschmückt. Das Ziel ist, Dunkelheit zu vertreiben und Fruchtbarkeit sowie Wohlstand anzuziehen.
  • Rangolis/Alpana: Bunte Bodenbilder heißen Gäste und Göttinnen willkommen. Die Muster variieren nach Region und Familie.
  • Deusi-Bhailo: Traditionelle Lieder und Aufführungen, bei denen Gruppen von Sängerinnen und Sängern von Haus zu Haus ziehen, Segenswünsche bringen und im Gegenzug Süßigkeiten oder kleine Gaben erhalten.
  • Essen und Süßigkeiten: Typische Festspeisen sind unter anderem Sel Roti, verschiedene süße und salzige Gebäckstücke, Kheer und diverse Prasad-Opfergaben, die mit Familie und Gästen geteilt werden.
  • Tiere schmücken: Kühe, Ochsen und Hunde werden oft mit Tika, Blumen, Girlanden und manchmal roten Farbstreifen geschmückt, um ihre Bedeutung für das Gemeinschaftsleben zu würdigen.

Bedeutung und Symbolik

Tihar verbindet religiöse Verehrung mit sozialen Bindungen: Das Fest ehrt Göttinnen und Götter (insbesondere Lakshmi, die Göttin des Reichtums), drückt Dankbarkeit gegenüber wichtigen Tieren aus und stärkt familiäre sowie nachbarschaftliche Beziehungen. Die Lichter symbolisieren Wissen, Hoffnung und den Sieg des Guten über das Böse. Bhai Tika unterstreicht die Bedeutung von Fürsorge zwischen Geschwistern.

Regionale Varianten und moderne Entwicklungen

Es gibt viele lokale Unterschiede: Bei den Newar ist (als Swanti bekannt) nimmt etwa das Mha Puja eine zentrale Rolle ein; Madhesi-Gemeinden bezeichnen das Fest oft als Diwali. In städtischen Gebieten treten elektrische Lichter und große Feuerwerke neben traditionellen Diyas. Zugleich führen Umwelt- und Lärmschutzbestimmungen in einigen Regionen zu Einschränkungen bei Feuerwerk und lautem Feiern.

Praktische Hinweise für Besucher

  • Respektieren Sie lokale Bräuche: Fragen Sie, ob Sie Bilder machen dürfen und verhalten Sie sich rücksichtsvoll bei Ritualen.
  • Bei Hausbesuchen kleine Geschenke oder Süßigkeiten mitbringen — das wird meist geschätzt.
  • Wenn Sie an Zeremonien teilnehmen, folgen Sie den Hinweisen der Gastgeber, besonders bei Puja-Ritualen.
  • Achten Sie auf Tierschutz: Füttern Sie Haustiere nur mit Erlaubnis und stören Sie geschmückte Tiere nicht unnötig.

Insgesamt ist Tihar ein farbenfrohes, lebendiges Fest voller Symbolik, bei dem Licht, Musik, Essen und familiäre Nähe zusammenkommen, um Glück, Wohlstand und soziale Harmonie zu feiern.