Die U-Bahn und RT von Toronto ist das wichtigste Schnellbahnsystem in Toronto, Ontario, Kanada und wird von der Toronto Transit Commission (TTC) betrieben. Der erste Abschnitt der U‑Bahn unter der Yonge Street wurde 1954 mit 12 Stationen eröffnet. Seitdem hat sich das System zu Kanadas größtem Schnellbahnsystem entwickelt: Es umfasste — in seiner bisher größten Ausdehnung — vier Linien und 69 Bahnhöfe auf rund 68,3 km Gleislänge. Das Netz zählt zu den am stärksten frequentierten in Kanada und verzeichnete schon vor der COVID‑19‑Pandemie sehr hohe Fahrgastzahlen; die mittleren Werte haben sich seit 2010 weiter verändert und lagen damals bei durchschnittlich 948.100 Fahrgastfahrten pro Wochentag (Stand 2010).
Linien und Strecken
Traditionell besteht das System aus folgenden Linien:
- Linie 1 – Yonge–University: Nord‑Süd‑Achse mit Schleife durch die Innenstadt; die Linie wurde in mehreren Etappen verlängert, zuletzt nach Norden Richtung Vaughan (siehe Abschnitt unten).
- Linie 2 – Bloor–Danforth: Ost‑West‑Verbindung durch die Innenstadt und die nördlichen Vororte.
- Linie 3 – Scarborough RT (SRT): Leichtmetrolinie, die den östlichen Stadtteil Scarborough bediente; diese Linie wurde 1985 eröffnet und im Juli 2023 stillgelegt; Ersatzkonzepte laufen (siehe Ausbaupläne).
- Linie 4 – Sheppard: kurze Ost‑West‑Linie im nördlichen Teil der Stadt.
Erweiterungen und Ausbau
Eine der größten jüngeren Erweiterungen war die Verlängerung der westlichen Yonge–University‑Linie (Toronto–York Spadina Subway Extension, TYSSE). Diese Erweiterung führte zusätzliche Gleise und Stationen nördlich bis in die Region York, unter anderem zur York University, zur Steeles Avenue und zum Vaughan Metropolitan Centre. Die neue Strecke ist etwa 8,6 km lang und erhielt sechs neue Stationen: Downsview Park, Finch West, York University, Pioneer Village, Highway 407 und Vaughan Metropolitan Centre. Die Regierung von Ontario kündigte am 23. März 2006 an, dass sie 670 Millionen Dollar für diese Bauarbeiten bereitstellen werde, ein Anteil an den erwarteten Gesamtkosten; zu Beginn der Planungsphase wurden Kosten von etwa 2 Milliarden Dollar veranschlagt.
Fahrgastbetrieb, Fahrzeuge und Barrierefreiheit
Der Fahrgastbetrieb umfasst neben U‑Bahnzügen auch ein umfangreiches Bus‑ und Straßenbahnnetz. Auf den schwereisenbahnbetriebenen Linien (z. B. Linie 1 und 2) verkehren moderne Triebzüge; in den letzten Jahren wurden ältere Fahrzeugserien schrittweise durch neue Modelle wie die Toronto Rocket‑Züge ersetzt. Auf der vormals als Linie 3 betriebenen Strecke kamen spezialisierte leichte RT‑Fahrzeuge zum Einsatz.
Die TTC hat in den letzten Jahren verstärkt in Barrierefreiheit investiert: Viele Stationsgebäude wurden nachgerüstet, Aufzüge installiert und Informationen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste verbessert. Das elektronische Bezahlsystem PRESTO ist seit einigen Jahren das primäre Ticketing‑Medium, zusätzlich gibt es weiterhin Einzelfahrscheine und Zeitkarten.
Aktuelle Entwicklungen und Zukunft
Die Infrastruktur und das Netz unterliegen fortlaufenden Planungen und Verbesserungen. Wichtige aktuelle Themen sind:
- Stilllegung und Ersatz für die Scarborough RT: Nach der Stilllegung von Linie 3 (SRT) 2023 laufen Vorbereitungen und Bauarbeiten an Ersatzlösungen, darunter verschiedene Verlängerungsprojekte des vorhandenen U‑Bahnnets.
- Neue Linien und große Projekte: In der Region werden weitere Projekte wie die von der Provinz/Metrolinx geplante Ontario Line sowie lokale Verlängerungen diskutiert oder geplant; diese Projekte sollen die Verkehrsverbindungen in der Großraumregion Toronto deutlich erweitern.
- Modernisierung: Erneuerung von Signaltechnik, Rollmaterial und Stationseinrichtungen zur Erhöhung der Kapazität und Zuverlässigkeit.
Bedeutung für die Stadt
Die U‑Bahn und RT sind zentrale Komponenten des öffentlichen Verkehrs in Toronto. Sie verbinden Wohngebiete mit großen Beschäftigungszentren, Universitäten (z. B. York University) und Verkehrsachsen wie dem Knoten um die Yonge Street. Ausbauprojekte und Investitionen in den kommenden Jahren werden entscheidend dafür sein, wie gut die Metropolregion wachsende Nachfrage bewältigt und Nachhaltigkeitsziele im Verkehr erreicht.




