Das Varieté ist ein Unterhaltungsformat, das verschiedene kurze Darbietungen zu einer zusammenhängenden Show vereint. Es zeichnet sich durch Abwechslung und oft auch durch einen lockeren Moderationsrahmen aus. Typische Beiträge sind neben gespielten Szenen und Monologen auch musikalische Nummern, Kunststücke und komische Einlagen. Das Ziel ist, ein möglichst breites Publikum zu unterhalten, häufig in einem Abendprogramm, das mehrere künstlerische Genre kombiniert.

Typische Bestandteile einer Varietéshow

  • Schauspieler und Kurzsketche, die Szenen oder humoristische Einakter vorführen.
  • Musiker in unterschiedlichen Besetzungen: Solisten, Bands oder Kammerensembles.
  • Sänger, die von Pop bis Oper für musikalische Abwechslung sorgen.
  • Komödianten, deren Nummern oft wiederkehrende Figuren oder improvisierte Reaktionen enthalten.
  • Akrobaten, Jongleure, Magier, Puppenspieler und gelegentlich Tiertrainer.

Die Reihenfolge der Beiträge kann streng geplant oder bewusst improvisiert sein. Moderatorinnen und Moderatoren verbinden die Nummern, kommentieren das Geschehen und sorgen für Rhythmus zwischen den Acts.

Entstehung und Entwicklung

Das Varieté hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert in den europäischen Musik- und Varieté-Theatern sowie in der US-amerikanischen Vaudeville-Tradition. Im 20. Jahrhundert wurde das Format an neue Medien angepasst: Im Radio und vor allem im Fernsehen fanden Varietéshows große Verbreitung. Ein bekanntes Beispiel der frühen US-Fernsehgeschichte ist die Sendung Ed Sullivan, ausgestrahlt beim Sender CBS, die vielen Acts als Sprungbrett diente. In den späten 1960er-Jahren führten Ensembles wie die Smothers Brothers Varieté-Elemente in ihre Programme ein und prägten das Genre in neuer Form (Ende der 1960er).

Ab den 1970er-Jahren nahm die Popularität des klassischen Varietés im US-Fernsehen ab. Gelegentliche Revivals und Versuche, das Format zu erneuern, folgten: So bemühte sich etwa Dolly Parton in den 1980er-Jahren um ein eigenes Showprojekt, das jedoch nicht langfristig etabliert wurde.

Varieté und moderne Formate

Viele Aspekte des Varietés leben in heutigen Unterhaltungsformen weiter. Talentwettbewerbe wie The Gong Show, Star Search oder American Idol fungieren als modernes Sprungbrett für Einzelkünstler, während Ensemble- und Sketch-Programme die Struktur traditioneller Varietéshows adaptieren. Auch Talkshows integrieren oft musikalische oder komödiantische Beiträge und tragen so den Geist des Varietés weiter.

Bedeutung und Unterscheidung

  • Varieté versus Revue: Revue-Formate sind häufig thematisch oder narrativ stärker verbunden, während Varieté die Vielfalt der Nummern betont.
  • Varieté versus Kabarett: Kabarett legt oft größeren Wert auf politische Satire und gesellschaftliche Kommentare, Varieté auf Unterhaltung und Spektakel.
  • Wirtschaftliche Bedeutung: Für viele Künstler war und ist das Varieté eine Plattform für Sichtbarkeit, regelmäßige Auftritte und Publikumsbindung.

Heute existiert das Varieté in vielen Spielarten weiter: als lebendige Bühnenshow in Theatern und Festivals, als kurzformatige TV- oder Online-Produktion und als inspirierendes Vorbild für hybride Unterhaltungsformate. Seine Fähigkeit, unterschiedliche Künste an einem Abend zu vereinen, bleibt ein prägendes Merkmal populärer Unterhaltungskultur.