Vice ist ein amerikanischer biografischer Komödien-Drama-Film aus dem Jahr 2018, geschrieben und inszeniert von Adam McKay. Der Film zeigt Christian Bale als Dick Cheney mit Amy Adams, Steve Carell, Sam Rockwell, Tyler Perry, Alison Pill und Jesse Plemons in Nebenrollen.
Der Film handelt von Cheney in seinem Wunsch, der mächtigste Vizepräsident in der Geschichte Amerikas zu werden. Der Film wurde in den Vereinigten Staaten am 25. Dezember 2018 von Annapurna Pictures veröffentlicht. Nach seiner Festivalpremiere lief er auf mehreren Festivals und zog durch seinen satirischen Ton sowie die starke Verwandlung von Christian Bale viel Aufmerksamkeit auf sich.
Handlung
Das Werk zeichnet den Lebensweg von Dick Cheney nach: von seiner frühen politischen Laufbahn über die Funktionen als Stabschef im Weißen Haus und Leiter eines Energieunternehmens bis hin zur Auswahl als Vizepräsident unter George W. Bush. Der Film zeigt, wie Cheney schrittweise Macht und Einfluss sammelte, strategische Allianzen schmiedete und institutionelle Veränderungen vorantrieb, die dem Amt des Vizepräsidenten eine bisher ungeahnte Bedeutung verliehen. Gleichzeitig beleuchtet die Erzählung auch persönliche Aspekte seines Lebens, insbesondere die Beziehung zu seiner Frau Lynne Cheney.
Besetzung
- Christian Bale als Dick Cheney – für seine physische und stimmliche Verwandlung vielfach gelobt.
- Amy Adams als Lynne Cheney – zeigt die Rolle der Partnerin und politischen Mitstreiterin.
- Sam Rockwell als Präsident George W. Bush.
- Steve Carell in einer Nebenrolle (unter anderem als Donald Rumsfeld).
- Jesse Plemons, Alison Pill und Tyler Perry runden den Haupt- und Nebenbesetzungskreis ab.
Produktion und Stil
Vice kombiniert biografische Elemente mit satirischen und komödiantischen Mitteln. Regisseur Adam McKay nutzt dabei wiederkehrende Stilmittel wie Erzählerkommentare, Rückblenden und eine bewusst zugespitzte Montage, um politische Entscheidungen und deren Folgen plastisch darzustellen. Die Kostüm- und Maskenarbeit spielte eine zentrale Rolle für die Verwandlung der Darsteller; die maquiagem trug maßgeblich zur Glaubwürdigkeit der Figuren bei.
Rezeption und Auszeichnungen
Der Film wurde von Kritikern uneinheitlich aufgenommen: Viele lobten die schauspielerischen Leistungen, insbesondere die Darstellung von Christian Bale, sowie die mutige Inszenierung politischer Themen. Kritiker bemängelten teils die einseitige Perspektive, den überforderten Tonwechsel zwischen Tragödie und Komödie und historische Ungenauigkeiten. Publikum und Kritiker diskutierten filmische Freiheit versus faktentreue.
Vice erhielt mehrere Auszeichnungen und Nominierungen. Bei der Oscarverleihung 2019 war der Film in sechs Kategorien nominiert, darunter Bestes Bild, Beste Hauptrolle (Christian Bale), Beste Nebenrolle (Sam Rockwell), Beste Nebenrolle (Amy Adams), und Bestes Originaldrehbuch (Adam McKay). Den Oscar gewann der Film in der Kategorie Bestes Make-up und beste Frisuren.
Kontroversen und historische Genauigkeit
Wie viele biografische Filme löste auch Vice Debatten über die historische Genauigkeit aus. Kritiker aus dem politischen Spektrum warfen dem Film vor, Ereignisse zu vereinfachen oder einseitig zu präsentieren, während Befürworter die dramatische Verdichtung als legitimes Mittel des Erzählens verteidigten. Die Darstellung von Entscheidungsvorgängen, etwa im Zusammenhang mit der Irakkriegs-Politik und der Ausweitung exekutiver Befugnisse, wurde besonders kontrovers diskutiert.
Einfluss und Bedeutung
Unabhängig von persönlicher Haltung zum historischen Gehalt hat Vice Diskussionen über Macht, Verantwortung und die Rolle der Vizepräsidentschaft in der modernen US-Politik angestoßen. Der Film ist ein Beispiel dafür, wie Kino politische Biografien nutzen kann, um gesellschaftliche Debatten zu beleben.
Wirtschaftlich erzielte der Film moderate Einspielergebnisse und deckte damit einen Teil seiner Produktionskosten; er wurde vor allem durch die mediale Aufmerksamkeit und die preiswürdigen schauspielerischen Leistungen bekannt.