Richard Bruce "Dick" Cheney (geboren am 30. Januar 1941) ist ein amerikanischer republikanischer Politiker und Geschäftsmann, der von 2001 bis 2009 Vizepräsident der Vereinigten Staaten war. Als Republikaner kandidierte er zusammen mit George W. Bush bei den US-Präsidentschaftswahlen 2000 und gewann erfolgreich die Wiederwahl bei den US-Präsidentschaftswahlen 2004.

Frühes Leben und Ausbildung

Cheney wurde in Lincoln, Nebraska, geboren und wuchs in Wyoming auf. Er besuchte zunächst die Yale University und schloss später ein Studium der Politikwissenschaft an der University of Wyoming ab. Nach dem Studium diente er in der Nationalgarde von Wyoming. Seine frühe politische Arbeit begann auf Ebene der republikanischen Partei und in Stabsfunktionen in Washington.

Politische Laufbahn vor der Vizepräsidentschaft

Cheney war von 1975 bis 1977 White House Chief of Staff unter Präsident Gerald Ford. Anschließend baute er seine parlamentarische Karriere auf: Er wurde 1978 in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten gewählt und vertrat den Bundesstaat Wyoming mehrere Amtszeiten. In den 1980er Jahren stieg er zur führenden Figur innerhalb der republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus auf.

Von 1989 bis 1993 diente Cheney als US-Verteidigungsminister unter Präsident George H. W. Bush und war dabei an wichtigen Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Ersten Golfkrieg beteiligt. In den 1990er Jahren wechselte er in die Privatwirtschaft und war unter anderem Vorstandsvorsitzender des internationalen Unternehmens Halliburton (1995–2000).

Vizepräsident (2001–2009) und politische Bedeutung

Als Vizepräsident unter George W. Bush galt Cheney als einer der einflussreichsten Berater des Präsidenten, insbesondere in sicherheits- und außenpolitischen Fragen. Er vertrat eine Politik der stärkeren US-Militärpräsenz und der vorbeugenden Aktionen gegen wahrgenommene Bedrohungen. Cheney spielte eine zentrale Rolle in den Debatten und Entscheidungen nach den Anschlägen vom 11. September 2001, unter anderem bei der US-Antwort auf den Terrorismus und der Entscheidung zur Invasion des Irak 2003.

Während seiner Amtszeit setzte er sich für die Ausweitung von Befugnissen der Exekutive in Bereichen wie Nachrichtendiensten und nationales Sicherheitsmanagement ein. Seine Positionen und sein Einfluss lösten anhaltende Diskussionen über Gewaltenteilung, parlamentarische Kontrolle und Menschenrechte aus.

Kontroversen

Cheneys Rolle in der Irak-Politik, seine Befürwortung harter Verhörmethoden sowie Verbindungen zur Industrie (insbesondere Halliburton) waren wiederholt Gegenstand öffentlicher Kritik und intensiver Debatten. Befürworter sehen in ihm einen entschiedenen Sicherheitspraktiker, Kritiker werfen ihm eine zu expansive Auffassung präsidialer Macht und problematische Interessenkonflikte vor.

Privatleben, Gesundheit und spätere Jahre

Cheney ist verheiratet und hat Töchter, darunter Liz Cheney, die selbst als republikanische Abgeordnete im US-Kongress bekannt wurde. Cheney hat in seinem Leben mehrere schwere Herzprobleme durchlebt; 2012 erhielt er eine Herztransplantation. 2006 erregte ein Jagdunfall öffentliche Aufmerksamkeit, als er versehentlich einen Begleiter verletzte.

Nach dem Ende seiner Amtszeit blieb Cheney politisch aktiv, veröffentlichte seine Memoiren und nahm in Debatten über US-Sicherheitspolitik und Parteipositionen weiterhin eine Stimme ein. Sein öffentliches Wirken und seine politische Bilanz werden bis heute kontrovers bewertet und sind Gegenstand intensiver historischer und politischer Analyse.