Ein Herzinfarkt ist ein medizinischer Notfall, der so schnell wie möglich behandelt werden muss. Das Wichtigste ist, so viel Myokard (Herzmuskel) wie möglich zu retten und weitere Komplikationen zu verhindern. Mit der Zeit steigt das Risiko einer Schädigung des Herzmuskels.
Ärzte oder Sanitäter beginnen in der Regel mit bestimmten Behandlungen, sobald der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht. Zu diesen Behandlungen gehören:
- Aspirin. Aspirin ist eine frühe und wichtige Behandlung für einen Herzinfarkt. Aspirin verhindert das Zusammenkleben von Blutplättchen und kann dazu beitragen, die Bildung weiterer Blutgerinnsel in den Blutgefäßen und im Herz zu verhindern.
- Nitroglycerin (Nitro). Nitro weitet die Blutgefäße im Herzen. Dies erleichtert es dem Blut, durch diese Gefäße zum Herzen zu fließen.
- Sauerstoff (falls erforderlich). Wenn der Patient Atembeschwerden hat, kann Sauerstoff gegeben werden.
- Schmerzmittel für Brustschmerzen (falls erforderlich).
Sobald Ärzte sicher sind, dass eine Person einen Herzinfarkt hat, gibt es zwei Hauptbehandlungen: "gerinnselauflösende Medikamente" (Thrombolytika) und die perkutane Koronarintervention.
Aufbrechen von Gerinnseln
"Gerinnsel auflösende Medikamente" (so genannte Thrombolytika) können Blutgerinnsel auflösen, die die Blutgefäße im Herzen verstopfen. Dadurch ist es möglich, dass Blut und Sauerstoff wieder zu dem Teil des Herzens fließen, der nicht genügend Blut und Sauerstoff erhalten hat. Das am weitesten verbreitete Medikament zur Auflösung von Blutgerinnseln wird Gewebeplasminogenaktivator (tPA) genannt.
Clot-Busters funktionieren am besten, wenn die Patienten sie innerhalb von 30 Minuten nach Eintreffen im Krankenhaus erhalten. Wenn ein Patient jedoch innerhalb von 12 Stunden nach Beginn des Herzinfarkts ein gerinnselauflösendes Medikament erhält, hat er eine bessere Überlebenschance.
Gerinnsel auflösende Medikamente haben einige Risiken. Manchmal können sie das Blut zu stark verdünnen und Blutungen verursachen.
Perkutane Koronarintervention
Die perkutane Koronarintervention ist eine Möglichkeit, blockierte Koronararterien zu öffnen. Perkutan bedeutet, dass der Eingriff nicht durch Auftrennen einer Person während der Operation durchgeführt wird. Koronare Intervention bedeutet "eine Möglichkeit, dem Herzen zu helfen". Die perkutane Koronarintervention wird auch als "Koronarangioplastie" bezeichnet.
Bei einer perkutanen Koronarintervention fädelt der Arzt einen flexiblen Schlauch in eines der Blutgefäße des Patienten ein, normalerweise in eines im Oberschenkel. Der Arzt führt den Schlauch bis zu den blockierten Blutgefäßen im Herzen. Am Ende des Schlauches befindet sich ein Ballon. Der Arzt bläst den Ballon auf, wodurch die Plaque und das Blutgerinnsel gegen die Seite des blockierten Blutgefässes gedrückt werden. Dadurch kann das Blut wieder durch das Blutgefäss fliessen. Manchmal kann der Arzt auch ein kleines Netzröhrchen, einen so genannten Stent, in das Blutgefäß einführen. Der Stent sorgt dafür, dass das Blutgefäß offen bleibt und in Zukunft nicht wieder verstopft wird.
Erste Hilfe
Sobald eine Person glaubt, Anzeichen eines Herzinfarktes zu haben, sollte sie sofort den Notdienst anrufen. (Der Notdienst ist in den USA unter der Nummer 911 und in den meisten Ländern Kontinentaleuropas unter der Nummer 112 erreichbar. Wenn eine Person wartet, um Hilfe zu holen, ist es wahrscheinlicher, dass sie schwerwiegendere Herzschäden hat. Die American Heart Association sagt "Zeit ist Muskel": Je länger eine Person auf eine Behandlung wartet, desto mehr Herzmuskel stirbt.
Wenn eine Person Atembeschwerden hat, kann das aufrechte Sitzen helfen. Die Person sollte alle Anweisungen befolgen, die sie vom Notfallmanager oder ihrem Arzt erhält.