Yomi

Yomi (黄泉), das japanische Wort für die Unterwelt, in der schreckliche Kreaturen die Ausgänge bewachen. Nach der Shinto-Mythologie, wie sie in Kojiki verwandt wird, existieren hier die Toten und verrotten für immer. Wenn man am Herd von Yomi isst, ist es unmöglich, in das Land der Lebenden zurückzukehren. Yomi ist dem Hades oder der Hölle ähnlich. In der schintoistischen Tradition ist Yomi bekannt, weil sich Izanami nach ihrem Tod an diesen Ort zurückgezogen hat. Izanagi folgte ihr dorthin, und als er zurückkehrte, wusch er sich und schuf Amaterasu, Susanoo und Tsukuyomi. (Siehe japanische Mythologie).

Yomi unterscheidet sich insofern von der christlichen Hölle, als alle Seelen dorthin gehen, unabhängig von ihren Handlungen im Leben; und man wird nicht für Übel bestraft, die zu Lebzeiten begangen wurden. Es ist ein schmutziger und verunreinigter Ort. In der japanischen Tradition wird Verschmutzung gewöhnlich mit dem Bösen in Verbindung gebracht. Nach der Tradition von Kojiki geht man davon aus, dass sich Yomi im Untergrund befindet und dass der Eingang in der Provinz Izumo liegt.

Yomi wird von Izanami no Mikoto, der Großgottheit der Yomi, regiert (Yomotsu-Ōkami 黄泉大神). Laut Kojiki Der Eingang zu Yomi wurde von Izanagi blockiert, als er zur Erde zurückkehrte, wobei er einen großen Felsbrocken (Chibiki-no-Iwa 千引の岩) am Fuße des Hangs benutzte, der zu Yomi führt (Yomotsu Hirasaka 黄泉平坂).

天瓊を以て滄海を探るの図. Gemälde von Eitaku Kobayashi (Meiji-Periode). Izanagi zur Rechten; Izanami, Herrscher der Yomi, zur Linken.
天瓊を以て滄海を探るの図. Gemälde von Eitaku Kobayashi (Meiji-Periode). Izanagi zur Rechten; Izanami, Herrscher der Yomi, zur Linken.

AlegsaOnline.com - 2020 - Licencia CC3